Einige Seiten des Buches Eibon

9. Februar 2010

Funktionale Schienen: Railroad Tokens

Abgelegt unter: Spielhilfen — amel @ 11:38

Im häufig interessanten Blog Gnome Stew ist ein Artikel mit einem funktionellen Tipp zum Thema Railroading. Irgendwann kommt jeder Spielleiter einmal in die Situation, in der das Abenteuer nur weitergeht, wenn er die Spieler in eine Richtung schickt, in die diese eigentlich nicht wollen. Die meiner Meinung nach beste Möglichkeit damit umzugehen ist folgende. Zitat:

When you need to force something to happen tell your players
about it first and assure them that they will suffer no lasting
consequences once the event is over.

Gleicher Tipp, aber umgesetzt in Spielregeln, sind die “Railroad Tokens”, die im Artikel beschrieben werden.

6. Februar 2010

Es lebe die Old-School! (Und Boxen auch)

Abgelegt unter: News, freie Rollensp. — amel @ 23:57

Ein paar Neuigkeiten auf einen Blick, teilweise schon anderswo erwähnt.

  • Precis Intermedia springt auf den Old-School-Zug mit einem Regelwerk in einer Box. Boxen sind wichtig heutzutage! “Ancient Odysseys: Treasure Awaits!” hat nur wenige Seiten und verspricht sofortiges Losspielen ohne langwierige Charaktererschaffung. Der Download scheint für Precis-Spiele recht teuer.
  • Die Erfinder von “Engines & Empires”, dem coolen Steampunk-Regelwerk nach “Swords and Wizardry”-Vorbild, haben nachgelegt und “Elegia” veröffentlicht: PDF kostenlos, Buch bei Lulu günstig. Rollenspiel-Regeln nach dem Vorbild der 8-Bit-Konsolen-Spielen, was immer das heißen mag. Gut sieht es jedenfalls schon mal aus.
  • Wizards bringen eine rote Box heraus! Zwei Hefte (32 und 64 Seiten) mit Regeln, Solo- und Gruppenabenteuer; Bögen, Würfel und das gleiche Cover (einschließlich Bild!) wie die rote D&D-Box, mit der ich damals 1986 mit Rollenspiel angefangen habe. Der einfache Einstieg in die Welt von D&D4. Leider kommt die Box erst im September, aber heidenei, da bin ich neugierig, was das wohl wird.
  • OD&D mit Risus-Regeln verspricht “Helden und Abenteuer”. Ein großartiges Projekt, und die Kampfregeln könnten direkt aus “Tunnels & Trolls” entsprungen sein. Glückwunsch an den Autoren, der davon spricht, der Download (kostenlos) wäre das Grundregelwerk, was hoffen lässt, dass noch etwas nachkommt.

4. Februar 2010

Ken Hite über Setting Design

Abgelegt unter: Rollensp. allg. — amel @ 13:19

Man kann (muss aber nicht) den neusten Artikel auf Kenneth Hites Blog als “Ode an die Zufallstabelle” deuten und damit wunderbar einen der wichtigsten Punkte erklären, warum die “Old School” zurzeit so beliebt ist. Es geht um die Erschaffung des Settings: Der Designer baut ein Grundgerüst für das Setting und holt für Ausschmückung den Spielleiter ins Boot. Und die Ruder sind ausgerechnet die Zufallstabellen – wer hätte das gedacht. Indem der SL diese an seinen “bespielten” Landstrich anpasst, baut er die Welt zu einem großen Teil mit.

Wie man sich denken kann, spricht der Artikel natürlich noch viele andere Punkte an (z. B. das Einbeziehen der Spieler in den Weltenbau als zweite wichtige Hälfte für ein erfolgreiches Setting) und macht ihn so universell interessant für jeden, der an Settingbau oder RPG-Historie interessiert ist.

Ein Zitat:

Because I (and I think virtually every other designer of my generation) fixated instead on Gary’s other answer, the exact wrong answer to the problem: Greyhawk. (Or Glorantha.) Don’t co-create, hyper-create! Don’t leave randomness around in your wilderness hexes — define the heck out of every hex to start with! Put in weather patterns, and historical chronologies, and elf pantheons!3 This is all well and good, if you’re Greg Stafford. But even Greg can’t get everyone to read hundreds of pages of setting material. (Except Norwegians, for some reason.)

Ich glaube, genau an diesem Punkt ist Deutschland eingestiegen, was auch erklärt, warum das Setting und die erzählte Geschichte immer eine größere Rolle bei z. B. Midgard oder DSA gespielt hat, als Zufallstabellen und Monsterbeschreibungen. “Here Be Monsters” (zitiert in einer der Fußnoten zum Artikel) kann, wenn Spielleiter und Spieler entsprechend einbezogen werden, ein gutes Setting sein.

Natürlich spricht Hite hier nur einen Aspekt des Welten-Designs an und geht auch nicht sonderlich in die Tiefe. Man kann hier viel diskutieren.

Jetzt muss mir nur noch jemand die Sache mit den Norwegern erklären.

2. Februar 2010

Cthulhu durch die Zeiten: Strange Aeons II

Abgelegt unter: News — amel @ 14:08

Es ist gar nicht so lange her, da habe ich mich mit einem Freund darüber unterhalten, dass es nie genug One-Shots für Cthulhu geben kann. Zumindest im englischsprachigen Raum können wir uns jedoch nicht beklagen.

“Terrors from Beyond” (Abenteuer in den 20ern und 30ern) ist bereits seit einiger Zeit erhältlich und ich schreibe gerade die Rezension von “Cthulhu Britannica”, eine Sammlung mit fünf Abenteuer in den Zeiten von 1895 bis in die Zukunft (erscheint in ein paar Tagen im Rollenspiel-Almanach).

Zu meiner großen Freude wurde jetzt außerdem “Strange Aeons II” angekündigt. Im April soll das Buch erscheinen und enthält neun Abenteuer, die in den unterschiedlichsten Zeiten angesiedelt sind: Unter anderem das alte Griechenland, das alte Rom, feudales Japan, der amerikanische Bürgerkrieg, die Zukunft, ja sogar etwas, das als “Cavemen vs. Cthulhu” angekündigt ist (allerdings mit dem Hinweis, dass dieser Bezeichnung nicht ganz korrekt ist). “Strange Aeons” (das erste Buch von Chaosium dieser Art) ist schon viele Jahre lang vergriffen und enthielt Abenteuer von teilweise zweifelhafter Qualität, da freut es mich besonders diesen neuen Band angekündigt zu sehen.

29. Januar 2010

Rezension: Neil Gaiman – Anansi Boys

Abgelegt unter: Literatur, Rezensionen — amel @ 17:14

Fat Charlies Leben ist trist: Seine Schwiegermutter in spe hasst ihn, seine Verlobte will keinen Sex vor der Ehe, sein Boss ist ein Widerling und sein Job langweilig. Und sein Vater ist peinlich. Mit seinen zitronengelben Handschuhen und dem grünen Filzhut bringt er Fat Charlie immer wieder in Situationen, die für seine etwas verklemmte Persönlichkeit der absolute Alptraum sind. Ihm hat er auch seinen Spitznamen zu verdanken, den er ums Verrecken nicht wieder los wird, obwohl er seit vielen Jahren Normalgewicht hat.

Doch jetzt ist sein Vater tot und Fat Charlie erfährt, dass dieser ein Gott gewesen sein soll: Ein afrikanischer Spinnengott mit einem Faible für Geschichten, um genau zu sein. Und er erfährt, dass er einen Bruder namens Spider hat, der mehr von seinem Vater geerbt hat als Fat Charlie.

Wer erfahren will, wie eine Beziehungskomödie von Neil Gaiman aussieht, der sollte sich “Anansi Boys” kaufen. Die Begegnung mit seinem Bruder bringt Fat Charlies leben völlig durcheinander. Sein Job ist plötzlich in Gefahr, er hat Probleme mit seiner Verlobten und sogar der Polizei. Er will, dass Spider verschwindet und fliegt deshalb nach Amerika zurück zu seinen Tanten, die ihm helfen sollen.

Das Buch ist seichter als Gaimans bisherigen Romane. Man erahnt beispielsweise schon früh, wer wen am Ende “kriegt” und auch die Wendungen um Charlies Chef und seine Schwiegermutter sind wenig überraschend. Zum Schluss wird es sogar ein wenig kitschig. Aber wie vom Erfinder von “Sandman” zu erwarten, sind es die kleinen Weisheiten und die jederzeit sympatische Erzählweise, die das Buch gut machen. Man lacht über gewitzte Formulierungen und freut sich über die kleinen Wendungen oder Darstellungen von bestimmten Personen oder Göttern. “Anansi Boys” ist eine gelungene Komödie, die mit jeder Zeile zu unterhalten weiß, da ist es egal, ob andere Romane tiefgängiger sind.

Stefan Kaminski liest das Hörbuch, auf das sich diese Rezi bezieht, hervorragend. Manchmal benutzt er Betonungen, die meiner Meinung nach nicht zu Gaimans Stil passen, betont Pointen oder verzerrt Stimmen, wo ich mir die Zeilen durch Ruhe pointierter vorstellen würde. Dennoch kann er fesseln und zieht den Hörer in die Geschichte.

Anmerung für Rollenspieler: Es gibt ja inzwischen eine Menge Rollenspiele, die Mythologien aufgreifen: Scion kommt mir da als erstes in den Sinn. Die Tiergötter, besonders Anansi und Tiger, könnten eine interessante Ergänzung zu den Göttern der jeweiligen Rollenspiele sein und Spider, ja sogar Fat Charlie würden beide gute “Scions” abgeben. Auch könnte ich mir gut Superhelden mit entsprechenden mythischen Themen vorstellen. So oder so: Wenn man wissen will, wie Götter in der modernen Welt zurechtkommen würden, macht man mit “American Gods” oder eben den im gleichen Universum spielenden Roman “Anansi Boys” nichts falsch.

24. Januar 2010

The Fairy Tale Archive

Abgelegt unter: Netzfundstücke — amel @ 22:39

Egal, ob für Grimm, Lucidia, John Tynes’ Puppetland, Little Fears oder World of Darkness: Innocents oder einfach nur so: Das Fairy Tale Archive sollte für viele Spieler von Interesse sein. Hier findet man Grimms und Andersens Märchen – leider nur auf Englisch, aber die Sammlung ist trotzdem toll.

12. Januar 2010

Swords and Wizardry White Box 2nd Printing als Download

Abgelegt unter: freie Rollensp. — amel @ 18:16
Tags:

Mist, zu spät.

“Swords and Wizardry White Box” ist ein Retro-Klon der drei kleinen braunen Bücher, sprich: der ursprünglichen, von Supplements noch unberührten D&D-Regel von 1974. Der Hauptunterschied ist: S&W ist verständlich.

Die erste Auflage ist schon lange als Download oder Buch erhältlich. Für die zweite Auflage wurden nicht nur diverse Fehler ausgebessert, sondern ihr wurde ein neues, kleineres Layout spendiert. Brave Halfling Press hat Vorbestellungen für die White Box als echte Box angenommen (berichtet von Moritz): Mit fünf kleinen Heften darin (4x die Regeln und der Old-School Primer vom Matt Finch), Charakterkarten, Würfeln und sogar einem Bleistift und einem Notizblock. Außerdem erscheint in ein paar Wochen die “Ein-Buch-Version” des Spiels als kleinformatiges Soft- oder Hardcover.

Der freie Download der zweiten Auflage, Ein-Buch-Version, ist seit kurzem erhältlich und mit ihm kann sich jeder selbst kleine Hefte erstellen, wenn er es denn wünscht. Das Layout ist auf kleinformatigen Druck ausgelegt.

8. Januar 2010

Midgard 1880 geht an Green Pig Press

Abgelegt unter: News — amel @ 17:21

Hat irgendjemand von euch in den letzten Jahren auf einem Con bei etwas mitgemacht, wo es Rollenspielprodukte zu gewinnen gab – Lose kaufen, Miniaturen bemalen o. ä.? Wenn ja, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass eine Box der “Midgard 1880″-Regeln unter den Preisen waren. Es scheint einfach zu viele von den Dingern zu geben. Ich selbst habe auf Hannover Spielt einmal eine solche Box gewonnen und wurde dafür ausgelacht. Ich hatte schon eine und wollte diese verschenken, doch niemand wollte sie haben.

Dabei ist das Spiel gar nicht mal schlecht. Als die Cthulhu-Lizenz nicht zu bekommen war, brachte die Midgard-Crew “Midgard 1880″ auf den Markt: Einfache Midgard-Regeln angepasst an ein Pulp- und Horrorspiel in der Gaslicht-Periode – alles zusammen in einer schicken Box mit zwar hässlichem (schmucklose Tabellen auf weißem Hintergrund) aber praktischen Sichtschutz und zwei Heften mit Regeln und Abenteuer – ich glaube, es gab sogar Würfel. Auf der Homepage des Spiels stehen vier Abenteuer zum Download bereit, von denen ich besonders “Ein Wintermärchen” sehr empfehlen kann – zumindest für Cthulhu-Fans ist es einen Klick wert.

Auch auf einem anderen Con gewann jemand eine solche Box (es war ein “Trostpreis” für einen letzten Platz in einem Quiz) und auch er wurde ausgelacht. Daraufhin fragte der Leiter des Quiz’ in die Runde, wer eine solches Regelwerk bereits besäße: Zwei Drittel der Anwesenden hatten eines (manche sogar mehrere) von den Spielen im Schrank. “Midgard 1880″ kann also nicht so schlecht sein, es hat nur durch eine zu hohe Druckauflage schon lange die Sättigung erreicht, sodass es niemand mehr braucht.

Und nun hat Green Pig Press, wohinter Dr. Rainer Nagel steht, wenn ich das aus diesem Post von der Midgard-Homepage richtig deute, die Rechte dafür gekauft und will als erstes ein leicht überarbeitetes Regelwerk dafür herausbringen. Das nenne ich mutig.

Natürlich kann das trotzdem funktionieren. Es gibt die Möglichkeit von Kleinstauflagen, kostenlosem Regelwerk als PDF gepaart mit dem Verkauf von Quellenbüchern; ebenso könnte man mit Sammlerobjekten und einer thematischen Anpassung die Spieler wieder dafür interessieren, etc.

“Doctor Nagelius’ encyclopädisches Compendium”, ein Quellenbuch über die Gaslichtzeit ebenfalls aus der Feder von Herrn Nagel, ist beispielsweise ein großartiges Buch, das ich jedem empfehlen kann, der ein Rollenspielnachschlagewerk über diese Zeitperiode sucht (besonders auch Fans von “Cthulhu by Gaslight”). Es liest sich nett, enthält viele, gut strukturierte Informationen und nette Anekdoten. Wenn auf diesem Niveau Quellenbücher erscheinen, kann “Midgard 1880″ (oder genauer: “Midgard – Abenteuer 1880″) wieder zu voller Blüte gelangen.

Dass der Lizenzerwerb sehr mutig war, steht trotzdem außer Frage, aber man sollte dem Verlag  viel Erfolg und ein glückliches Händchen wünschen – das Spiel hätte es durchaus verdient.

21. Dezember 2009

Red Box Fantasy: Und noch’n Klon

Abgelegt unter: freie Rollensp. — amel @ 12:19
Tags:

Es lebe die OGL! Zu den vielen bereits erhältlichen Retro-Klonen und anderen Rollenspielen mit Retro-Gefühl gesellt sich Red Box Fantasy. Ich habe es mir noch nicht genau angesehen, aber es scheint, dass hier die alten D&D-Regeln genommen und mit modernen Ideen versehen wurden. Das “Player’s Portfolio” kann man umsonst herunterladen, SL- und Monsterbuch sind günstig zu erstehen.

Ob es was taugt? Ob man noch einen weiteren Klon braucht? Mir ist das egal, denn jedes ambitionierte Projekt ist eine gute Sache. Und was hat man schon zu verlieren, wenn man sich das Spielerhandbuch einmal ansieht. Vielleicht liefert es ja genau die Ideen, die ihr für einen Rück-Einstieg zur Old-School benötigt.

18. Dezember 2009

Mephisto #47 mit “Der Heiler” erschienen

Abgelegt unter: News — amel @ 13:24

Vorgestern flatterte meine Abo-Ausgabe der neuen Mephisto herein. Die Artikel-Auswahl ist wieder sehr interessant mit Texten für Opus Anima, Degenesis, Shadowrun u. a. Außerdem gab es zwei Beilagen: Ein neues offizielles DSA-Abenteuer und die vollfarbigen Kurzregeln vom deutschen Hollow Earth Expedition.

Zusätzlich sind Platz 2 und 3 des Endzeit-Wettbewerbs von Fundus Ludi enthalten,was mich dazu veranlasst diesen Post zur Eigenwerbung zu missbrauchen. In “Der Heiler” (Platz 3) spielen die Spieler sich selbst in einer kaputten Zukunft, zwei Jahre nachdem ein Virus und seine Spätfolgen 95% der Menschheit auslöschten. Das Abenteuer beschreibt, wie man die Umgebung, in der die Spieler leben, zum Abenteuerschauplatz macht und gibt Tipps, wie man die Charaktere erschafft. Außerdem werden Leute, die die Spieler kennen zu NSC.

In dieser Umgebung spielt die Handlung des Abenteuers, in der ein Mann mit heilenden Kräften in die Community der Charaktere und ihrer Nachbarn kommt und durch seine bloße Anwesenheit einen Konflikt verursacht, der Verletzte und vielleicht sogar Tote zur Folge hat.

Also kauft die neue Mephisto – es muss ja nicht wegen des “Heilers” sein.

Nächste Seite »

Bloggen Sie auf WordPress.com.