[Rezi] Claire North: Die vielen Leben des Harry August

dievielenlebendesharryaugustEs ist eines der besten Bücher der letzten Jahre.

Das Buch lag im Buchladen herum. Es sah hübsch aus und erregte irgendwie meine Aufmerksamkeit. Der Klappentext klang vielversprechend und einen Preis hat es auch noch bekommen (was zumindest verspricht, dass es interessant ist), also kaufte ich es. Danach sah ich, dass das Hörbuch über Audible angeboten wird, und da mein letztes Hörbuch gerade fertig war, beschloss ich, Mr. August direkt eine Chance zu geben.

Harry August wird am 1.1.1919 in einer Bahnhofstoilette geboren. Seine Mutter stirbt an den Folgen der Geburt, und er wächst als Adoptivkind auf. Dann stirbt er – und wird wieder am 1.1.1919 auf der Bahnhofstoilette geboren, immer und immer wieder. Er erinnert sich an seine alten Leben. Eines Tages, als er mal wieder im Sterben liegt, kommt ein kleines Mädchen an sein Krankenbett und überbringt ihm eine Nachricht aus der Zukunft: Die Welt wird viel zu früh untergehen. Das Mädchen bittet Harry August, etwas dagegen zu tun.

Ich habe mich zunächst gewundert, warum das Buch unter Science Fiction einsortiert wird. Vielleicht ist das nur für die Buchhandlungen, weil sich SF besser verkauft als Alternate History. Das Buch hat aber sehr viel von einem SF-Roman. Viele Was-wäre-wenn-Fragen werden gestellt und einige sogar beantwortet.

Claire North erzählt durch ihren Ich-Erzähler Harry August eine relativ ruhige Geschichte. Zunächst springt August durch seine Leben, um in Anekdoten zu berichten, wie es ist, unsterblich zu sein, und wie er versucht, seinen Leben einen Sinn zu geben. Später entwickelt sich das Buch zu einem großartigen Duell zwischen August und … jemand anderem. Ich will nicht zu viel verraten. Claire North wechselt zwischen wissenschaftlichen und philosophischen Betrachtungsweisen und vergleicht sie durch ihre Figuren miteinander. Und wie den besten Schriftstellern gelingt es ihr, ohne großen Pomp und Effekthascherei (von ein oder zwei fiesen Folterszenen vielleicht abgesehen), eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die den Leser (oder in meinem Fall: Hörer des hervorragend gelesenen Hörbuchs) nicht loslässt.

Am Ende schlug ich das Buch zufrieden und lächelnd zu. Der Schluss des Buches bestätigt, was ich spätestens ab der Hälfte bereits wusste: Das Buch ist eines der Besten, die ich in den letzten Jahren genießen durfte.

Die vielen Leben des Harry August
Claire North
Roman
Bastei Lübbe 2015
496 S., Hardcover, deutsch
Preis: 19,99 €
(Hörbuch gelesen von Stefan Kaminski)

Veröffentlicht am 23. Februar 2016, in Literatur, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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