Archiv der Kategorie: Abenteuer

Krieg über Bedlam

Auf die Empfehlung von Daniel hin, habe ich mir vor kurzem den interessanten Reiseführer „Secret London – An Unusual Guide“ gekauft, der ungewöhnliche Orte in London beschreibt, wie ein altes Gefängnis, einen alten Operationssaal oder andere, weitaus abgefahrenere Dinge. Es scheint ein schönes Buch zu sein.

Auf S. 63 findet man das British Dental Association Museum. Als solches ist das schon gruselig genug (dazu fällt mir vielleicht ein andermal etwas ein), interessanter fand ich aber einen Textkasten über Museen in London auf der gleichen Seite.

Da steht, dass das Bethlam Royal Hospital Museum gar nicht an dem Ort ist, wo das berühmt-berüchtigte londoner Irrenhaus stand. Dort befindet sich jetzt das Imperial War Museum. Ein Kriegsmuseum an dem Ort, wo das berühmteste Irrenhaus der Welt stand – die Symbolkraft dieser Tatsache schreit geradezu nach einem Unknown-Armies- oder anderen Horror-Abenteuer.

Fällt jemandem dazu spontan etwas ein?

Advertisements

Kassiber, Heavy Metal, Zufall und das Internet

Der Kassiber – das kostenlose Online-Zine für unser aller Lieblingsrollenspiel Unknown Armies – ist seit ein paar Tagen draußen. Wie immer zur Zeit der Messe und der RPC hat Kaid eine tolle Mischung aus Artikeln zusammengestellt.

Da ich gerade dabei war, ein paar Abenteuer aus zufälligen Heavy-Metal-Albem zu entwickeln, und ebenfalls durch Zufall auf eine UA-Idee gestoßen war, schrieb ich „Der Mörderengel“ und sendete es an Kaid. Er fand’s gut und es kam ins Heft. Wer die Kommentare von diesem Post gelesen hat, kennt die Geschichte bereits.

Ich möchte mich hier nur bei Orakel bedanken, der das Album in die Kommentare postete und mir die zündende Idee gab. Vielleicht gefällt sie euch ja auch. Sie sollte übrigens universell genug sein, um in jedem anderen Horror-Rollenspiel Verwendung finden zu können, mit ein klein wenig Aufwand (man müsste die Mafia in etwas Entsprechendes umwandeln) sogar in Fantasy- und anderen Settings.

Heavy-Metal-Abenteuer: Weak, Teil 2

Also nochmal von vorn. Ich habe gestern einen Abenteuerhintergrund auf Grundlage des aufgeführten (fiktiven) Heavy-Metal-Albums gebaut und will auf gleicher Grundlage die Abenteuerhandlung erfinden.

Shattered Existence: Weak

  1. Fugitive Of Shadows
  2. Beyond The Gallery Of Suffering
  3. Double The Wrath
  4. RagePerditionMadness
  5. The Stench Of Beauty
  6. Burnt
  7. From Light, Corruption
  8. EverWar

Die Charaktere stoßen auf einen kleinen Tross Männer, die einen Dämon verfolgen (Fugitive of Shadows). Es handelt sich dabei natürlich um den ehemaligen Ritter. Die Männer sind Büttel und Bauern, die sich aus ein paar Dörfern zusammengeschlossen haben und auf der Jagd nach dem Mörder ihrer Familien sind. Der Dämon überfällt sie seit einigen Wochen regelmäßig und tötet wahllos. Sie sind verzweifelt. Von ihrem Herren können sie keine Hilfe erwarten, denn er hat mit sich selbst genug zu tun. Einfach abzuwarten ist keine Lösung, denn es macht nicht den Anschein, als würde der Dämon irgendwann aufhören zu töten.

Ein Prediger – ein charismatischer, mutiger Mann, der in einem der Dörfer lebt und für die Einhaltung der Riten sorgt – hat die Männer ermutigt mit ihm nach dem Monster zu jagen. Sie tragen heilige Symbole um den Hals und geweihtes Wasser in Flaschen, das sie trinken, um sich zu schützen und verspritzen wollen, um die Bestie zu vernichten. Heiliges Wasser gegen Feuer, das erscheint ein guter Plan zu sein. Sie brachen gestern auf in Richtung einer verbrannten Burgruine, wo sie die Heimstatt des Dämons vermuten.

Falls die Charaktere ermutigt werden müssen, ihnen zu helfen, versprechen sie eine Belohnung oder müssen sich gerade gegen ihre eigenen in Zombies verwandelten Frauen und Kinder wehren, die ihnen der Dämon entgegengeschickt hat. Er will damit der Welt das zurückgeben, was er selbst durchlitten hat.

Die verbrannten Überreste der Burg sind gar nicht mehr weit. Im Spiel wird daraus ein kleiner Dungeon, den die Charaktere zusammen mit den Männern durchsuchen können. Dort finden sie Zombies, andere Dämonen, die von den dunklen Göttern gesandt wurden, für die Verfolger aufgestellte Fallen und was dem Spielleiter noch so einfällt. Der Dämon hat außerdem Hinweise auf sein eigenes Leid hinterlassen, damit die Menschen sehen, warum er ihnen das alles antut (Gallery of Suffering).

Er legte eine Spur aus der Ruine heraus in eine Falle. Wenn die Charaktere ihr folgen (sie ist so ausgelegt, dass sie zuerst die Hinweise auf die Vergangenheit des Dämons finden müssen), kommen sie bald in eine kleine Schlucht. Am Ende stürzen sich Zombies und andere Untote auf die Gruppe. Sie kämpfen, um möglichst viele Menschen zu töten und vergreifen sich zuerst an den schwächsten Kämpfern (Beyond the Gallery of Suffering). Der Dämon selbst steht am oberen Rand der Schlucht und verhöhnt die Menschen unter ihm (Double the Wrath).

Kommt mir jetzt bloß nicht mit „Railroading“! Ich schreibe dieses hier aus dem Stegreif.

Falls die Charaktere mit Fliegen oder Teleportation eine Chance haben, den Dämon zu erreichen, verhöhnt er sie nicht persönlich, sondern lässt dies seine untoten Diener tun.

Der Dämon hat die Rechnung allerdings ohne die Charaktere gemacht und so wird die Horde hoffentlich besiegt. Einige (oder alle) der Bauern und Büttel sind aber wahrscheinlich tot. Hat der Spielleiter die Bauern sympathisch dargestellt, sind die Charaktere jetzt wahrscheinlich sauer (Rage) und haben vielleicht ein oder zwei ernsthaft verzweifelte Bauern und Büttel bei sich (Perdition). Bekommt der Dämon mit, dass die Charaktere noch leben, hofft er auf Schnellschussreaktionen (Madness), die er ausnutzen kann. Die Charaktere sind eine Gefahr, die es so schnell wie möglich zu vernichten gilt.

An dieser Stelle wird das Abenteuer frei. Die Charaktere haben mehrere Optionen – den Dörfern den traurigen Verlust von Menschenleben zu melden, den Dämon aktiv zu suchen oder auch zu fliehen, wenn sie wollen – da der Dämon sie aber aktiv vernichten will, holt sie das Abenteuer ein, wo immer sie sind. Er wird versuchen, sie zu provozieren und zu einem Sturmangriff zu bringen, damit er leichteres Spiel hat.

Es gibt einen See in der Nähe der Dörfer. Der See ist korrumpiert und schon seit Jahren völlig tot. Er ist wunderschön, denn die verschwundene Vegetation hat bunte Felsen freigelegt; das Wasser ist völlig klar und schimmert im Sonnenlicht. Jedoch liegt ein schier unerträglicher Gestank nach Tod und Verwesung in der Luft, der sich mit dem scharfen Geruch irgendeines Giftes mischt, das sich im Wasser befindet (The Stench of Beauty). Hier, abseits allen Lebens in einer Höhle, wohnen der Dämon und sein Gefolge.

Es ist ein perfekter Ort, um einen weiteren Hinterhalt zu legen (wahrscheinlich findet hier das Showdown statt), doch bevor er die Charaktere hierher lockt, versucht er sie zu verbrennen. Er versucht sie in Situationen zu bringen, in denen sie von brennbarem Material umgeben sind: eine Scheune, ein Holzhaus, ein dichter trockener Wald. Dort lässt er seinen Körper entflammen und setzt mit ihm alles in Brand (Burnt).

Gelingt das nicht, versucht er Leute in der Umgebung der SC dazu zu bringen, sie zu verraten und in einen Hinterhalt zu locken (From Light, Corruption). Er nutzt Erpressung, spricht niedere Instinkte an und bedroht die Menschen. Vielleicht versucht er diese Tricks ja sogar zuerst bei den Charakteren.

Er hört jedenfalls nicht auf, bis entweder die Charaktere oder er vernichtet sind (EverWar).

Heavy-Metal-Abenteuer: Weak

Diese Übungen machen Spaß und bringen haufenweise Ideen zutage, die man später nochmal verwenden kann. Vielleicht liest sie ja sogar jemand gern. Macht doch mit. Ich freue mich über ähnliche Versuche in den Kommentaren.

Neues zufälliges Heavy-Metal-Album. Machen wir ein Abenteuer daraus.

Shattered Existence: Weak

  1. Fugitive Of Shadows
  2. Beyond The Gallery Of Suffering
  3. Double The Wrath
  4. RagePerditionMadness
  5. The Stench Of Beauty
  6. Burnt
  7. From Light, Corruption
  8. EverWar

Überblick verschaffen. Shattered Existence: Weak. Das deutet darauf hin, das jemand schwach war und deshalb seine Existenz zerstört wurde. Ein guter Aufhänger für ein Personennetz oder ein persönliches Drama.

Aber sehen wir weiter. Satanic Recordings: Satan passt nicht in eine Fantasygeschichte, die ich eigentlich schreiben will. Bildlich genommen, wäre es vielleicht ein Buch mit den Schriften eines dunklen Gottes. War vielleicht jemand schwach, hat deshalb auf eben diese Schriften zugegriffen und damit seine Existenz zerstört?

Fugitive of Shadows: Jemand flieht vor Schatten. Der Typ, der das Buch gelesen hat oder jemand anderes?

Langsam ergibt sich ein Bild, also lege ich mal los:

Ein Ritter (ein Samurai würde noch besser passen, aber wir bleiben mal bei westlicher Fantasy) flüchtet vor den Schatten, seiner Vergangenheit (Fugitive Of Shadows). Sein alter Herr war ein Anhänger der dunklen Götter. Der Ritter tat, wie es seine Ehre verlangt, was sein Herr von ihm wollte, bis er schließlich bemerkte, dass er eigentlich Unschuldige tötete und keine Verbrecher, wie sein Herr ihm sagte. Er forschte nach und fand tief in der Burg einen Tempel der dunklen Götter. Er erschlug seinen Herren.

Das sind die Schatten der Vergangenheit. Er brach seinen Eid, indem er seinen Herren verriet und Unschuldige tötete. Naiv Er war damals naiv in das Leben als Ritter gegangen, glaubte an all die wichtigen Werte, die die Welt zusammenhalten, doch diese Blauäugigkeit wurde zu seinem Verhängnis.

Er fand bald einen neuen Herren, doch ist er zu einem in sich gekehrten, verbitterten Mann geworden (sein Leben ist quasi die „Gallery of Suffering“). Seine Vergangenheit holt ihn allerdings bald ein, denn die bösen Götter wollen sich rächen (Beyond the Gallery of Suffering). Sie haben seinen alten Herren als Untoten wiederkehren lassen. Dieser entführte die Frau und die beiden Kinder des Ritters und verlangten von ihm einen den bösen Göttern geweihten Selbstmord, der seine Seele für immer verdammen würde. Doch der Ritter war schwach (Shattered Existence: Weak), versuchte seine Familie zu befreien und scheiterte.

Seine Wut auf sich und die Welt, auf die Ungerechtigkeit aller Existenz wuchs ins Unermessliche (Double the Wrath) und verdammte ihn zu Wahnsinn (RagePerditionMadness). Er hasst jetzt alle Schönheit, alles Gute und jede Ehre (The Stench of Beauty) und will sie austilgen – ein Mann, der aus dem Licht kam und nun korrumpiert ist (From Light, Corruption).

Doch zuerst will er sich für den Tod seiner Familie rächen. Er kann den Untoten aufspüren und unter großen Opfern vernichten. In der Burg seines alten Herren fand er ein blasphemisches Buch (Satanic Recording), das er teils aus Neugier, teils aus Hoffnung, sich auch an den bösen Göttern rächen zu können, las. Er verlor den Wettstreit gegen die Götter und wurde durch die Lektüre selbst zu einem Dämon. Stellte sich auf einen Scheiterhaufen und kam als dämonischer Rächer wieder, als  ein verbranntes Skelett mit Feuer in den Augen und der Macht, Feuer zu werfen, sich selbst in Feuer zu hüllen und mit einem Kuss (so gut das ein Skelett kann) die Seele eines Opfers zu verbrennen und so einen Zombie zu erschaffen (Burnt). Dann brach er auf in einen immerwährenden Krieg gegen alles, was vorgibt gut und gerecht zu sein (EverWar).

Als Übungsergebnis ist das wohl ein „Thema verfehlt“, denn hier habe ich einen Hintergrund und kein Abenteuer. Egal, es gefällt mir trotzdem ganz gut. Ich versuche morgen ein Abenteuer mit diesem Hintergrund auf Grundlage des gleichen „Albums“ zu entwerfen. Mal gucken was das gibt.

Shu Ka-Nyan, der chinesische Fuchs

Diese Übungen machen mir gerade unheimlich Spaß. Zufällige Auswahl aus dem Book of Imaginary Beings: „The chinese Fox“ und etwas daraus basteln. Puh, das wird schwer.

Fuchsgeister (Huli jing) können sich in Menschen verwandeln oder Menschen in Besitz nehmen. Es gibt eine Geschichte von einem brutalen Herrscher (ein Fuchsgeist), der Foltermethoden erfand. Sie haben außerdem Ähnlichkeiten mit den westlichen Faeries. Als letztes sind sie assoziiert mit Koro, einer kulturspezifischen Psychose, bei der die Erkrankten glauben, ihr Penis würde schrumpfen.

Koro ist die Angst vor Verlust der Männlichkeit. Huli jing sind chinesisch. Obwohl ich kein Fan bin, scheinen mir Fuchsgestaltwandler gut zu  Shadowrun zu passen.

Also gibt es dieses Mal einen NSC für Shadowrun mit Konfliktpotenzial:

Shu Ka-nyan ist der Boss einer machtvollen Triade in der Heimatstadt der Charaktere. Sein Symbol ist der Fuchs. Sein Körper ist bedeckt mit Tatoos von Füchsen unterschiedlichster Art und von Schriftzeichen, die „Fuchs“ oder „füchsisch-schlau“ bedeuten. Er kann den Bildern Leben einhauchen. Sie verlassen als schamanistische Fuchsgeister seinen Körper und erfüllen verschiedene Aufgaben. Außerdem kann er sich in einen Fuchs verwandeln, denn ein mächtiger Fuchsgeist ist in seinen Körper gebunden.

Shu Ka-nyans Macht schwindet allerdings. Die Yakuza hat ihm Gebiete abgenommen. Der von Minderwertigkeitskomplexen getriebene Chinese fühlt sich von seinen Gegnern entmannt. Sie rauben ihm nicht nur Macht, sondern seine Ehre, seine Männlichkeit. Der Fuchsgeist bringt ihn dazu, verzweifelte Maßnahmen voller Gewalt zu ergreifen. Er nutzt sogar alte chinesische Foltermethoden, um seine Gegner zu demütigen.

Jetzt nur noch die Charaktere irgendwo in die Schussbahn bringen und fertig ist ein Abenteuer mit chinesischen Ritualen und Mythen, einem Krieg innerhalb des organisierten Verbrechens und ordentlich Action.

The Closed Door Of Dreams

Neue Herausforderung: Gehe auf diese Seite (danke an Zak S. für den Link) und schreibe ein Abenteuer mit dem ersten, zweiten oder dritten Ergebnis. Mindestens vier der „Titel“ sollten benutzt werden.

Das erste Album gefällt mir nicht, aber das zweite:

Destroyer’s Exultation: The Closed Door Of Dreams

  1. Fury Without Cease
  2. Fear And Oppression
  3. Griefmonger
  4. Insufferable Light
  5. Lost In Decay
  6. Gallery Of Ruin
  7. Enlightened Failure
  8. Church Of The Unheard Spectre
  9. Necroenslaver

Ich fürchte nur, ich muss erstmal ein Wörterbuch konsultieren. „Onomatopoesie“ gibt es übrigens wirklich, schlagt es nach.

Ein Blick auf die Titel: Gewalt, Licht (= Glaube?), Verfall – da tut sich doch schon ein Thema auf. Necroenslaver ist cool: Das spricht für Zombies – immer eine gute Sache. Der Beherrscher der Toten (oder des Todes?) ist außerdem der letzte Titel, also ist er der Endgegner.

„The Church Of The Unheard Spectre“ passt gut dazu. Man könnte den Namen wörtlich nehmen: Es gibt also eine neue Kirche, ich nenne sie mal die „Kirche der stummen Geister“ (klingt besser als „ungehört“ oder „ignoriert“ oder wie man Unheard auch immer übersetzen kann). Sie ist eine kleine Glaubensgemeinschaft von Necromanten und Totenbeschwörern, die den Toten Rechte geben wollen. Existieren die zurückgebliebenen Toten nicht genauso wie die Menschen? Wieso haben sie keine Rechte? Nicht alle sind böse oder gefährlich, viele Geister sind einfach verzweifelt.

Der Necroenslaver ist der Anführer dieser Kirche, ein charismatischer Necromant mit verdorbener Seele. Er hat sich an die Spitze der Kirche gearbeitet (mit Mord und Verrat) und will ihre Macht nutzen, um die Seelen der Toten zu versklaven. Er hat sich beim König beliebt gemacht, sodass ihm dieser ein Lehen gab, ein fruchtbares, aber abgelegenes Tal.

Dort stoßen die Charaktere auf „Fury Without Cease“ als sie erleben, wie eine Gruppe brutaler Büttel den Leichnam eines Mannes aus einem Bauernhaus schleppen. Die Witwe bettelt und weint, weil sie ihren Mann in allen Ehren bestatten will, damit seine Seele in die Unterwelt reisen kann, doch die Männer sind unerbittlich. Die Toten gehören dem Herrn, so will es sein Gesetz. Eine Bestattung in allen Ehren (einschließlich einer Münze in den Mund für den Fährmann, der die Seelen über den Totenfluss bringt) würde die Seele nämlich in die Unterwelt entlassen, wo der Necroenslaver keinen Zugriff auf sie hat.

Der Tote hatte zwei Söhne von denen sich einer auf die Büttel stürzt und erschlagen wird. So lassen die Diener von Vitus Dunkeltal, dem Necroenslaver, eine weinende Mutter und einen verbitterten, auf ewig wütenden Sohn zurück und tragen zwei Leichname zu ihrem Herren (wenn die Charaktere nicht eingreifen). Sie hinterlassen „Fury Without Cease“, fürwahr.

„Fear and Oppression“ sind die Folge dieser Begegnung, denn kommen die Büttel nicht bei ihrem Herren an, schickt er weitere, besser bewaffnete Diener aus, um bei der Bauernfamilie nachzusehen, was mit ihnen geschah. Sie gehen, wie man sich denken kann, nicht gerade zimperlich zu Werk.

Doch auch, wenn die Charaktere die Büttel laufen lassen, erfahren sie von den Bauern von einem unterdrückten Tal, in dem die Toten als Sklaven eingesetzt werden und Geister Angst und Schrecken verbreiten. Sie sind die „Griefmonger“. Seelen, die im Reinen mit sich und der Welt sind, werden kostenlos vom Fährmann übergesetzt, alle anderen benötigen die Münze in ihrem Mund (der Fährmann wiegt ihre Seelen gegen negativen Gefühle auf und wenn der Hass schwerer ist, müssen sie zahlen). So bleiben nur die rachsüchtigen, verbitterten und traurigen Seelen im Tal und nehmen Rache an den Lebenden, denen es scheinbar so viel besser geht.

Vitus benutzt ein magisches Licht, um die Toten zu beherrschen und die Seelen von den Körpern zu reißen. Er arbeitet mit dem „Insufferable Light“, wovor sich die Seelen fürchten und womit er Zombies und andere Untote erschafft und beherrscht. Das Licht ist ein dem Totengott geweihter Ort unter seiner Festung. Es ist in einer Steinschale, ein geheiligtes Wasser, kälter als der Tod selbst, das von sich aus in klarem, warmem Licht leuchtet. Vitus trinkt es und trägt es in Glasfläschchen mit sich herum. Solange der heilige Raum und die Steinschale existieren, reicht der bloße Anblick um Seelen auf Abstand zu halten, und Menschen, die regelmäßig davon trinken und es überleben (es ist ein hochpotentes Gift), beherrschen die Seelen und die Toten.

Erforschen die Charaktere das Tal oder unterhalten sich mit dessen Bewohnern, stellen sie bald fest, dass diese „Lost in Decay“ sind, umringt vom Tod und seinem bösen Herrscher.

Die Charaktere entdecken im Tal eine Kirche, die in einer Bildergallerie – der „Gallery of Ruin“ – die Entwicklung der Glaubensgemeinschaft der „Kirche der stummen Geister“ darstellt.

Die Abenteurer kommen allerdings zu spät, um die Vernichtung eines Dorfes zu verhindern, dass sich den Anordungen des Herren widersetzt und seine Toten heimlich bestattet hat. Doch es ist ein „Enlightened Failure“, denn von Überlebenden erhalten sie weitere Informationen über Vitus und das Licht, das ihm seine Herrschaft ermöglicht. Er war nämlich persönlich anwesend, um die Untoten zu beherrschen, die das große Dorf vernichten sollten und einmal brach seine Herrschaft fast zusammen. Wie genau und wie die Charaktere das nutzen können, entscheidet der Spielleiter.

Das Tor zur Burg von Vitus könnte aus „Wall Link Zombies“ bestehen. Je näher man kommt, desto klarer wird der schädliche Einfluss auf die Umgebung. Unter der Burg im letzten echten Schrein der „Church Of The Unheard Spectre“, der Kirche der stummen Geister, können die Charaktere hoffentlich die Wasserschale zerstören und damit die Schreckensherrschaft des „Necroenslavers“ brechen.

Der „Destroyer“ ist übrigens der Spielleiter, der das Tal zerstörte, um ein Abenteuer zu entwickeln und hoffentlich ist der Spielabend des „Destroyer’s Exultation“. Vielleicht hat er ja bei Kämpfen und ähnlichen Gelegenheiten Lust ein paar onomatopoetische Worte wie „Peng“, „Krach“ oder „Zack“ unterzubringen – nicht ungewöhnlich bei einem Spielabend – womit sogar der Name des „Labels“ untergebracht wäre und die mir selbst gestellt Aufgabe mehr als erfüllt ist.

Fast hätte ich den Namen des Albums vergessen: The Closed Door Of Dreams. Dieser ist sowohl symbolisch als auch wörtlich zu verstehen. Den Menschen im Tal wird jeder Weg – jedes Tor – zu ihrem erträumten Dasein verwehrt, solange der Totenherrscher im Tal weilt. Außerdem ist den Toten der Zugang in die Nachwelt – in der Religion dieser Welt häufig mit einem immer währenden Traum verglichen – versperrt. Das Tor ist zu, hoffentlich können die Charaktere es öffnen.

Die acht Köpfe der Chaosschlange – Eine Abenteueridee

OK, eine Übung: ein zufälliges Wesen aus dem „Imaginary Book of Beings“ und daraus etwas machen (eine Abenteueridee, ein Wesen, ein Gegenstand o. ä.). Genre: Fantasy.

Ich habe das Buch gerade nicht hier, also nehme ich einen zufälligen Artikel mit Link aus dieser Liste. Ergebnis: The Eight-Forked Serpent, auch genannt Yamata no Orochi, eine japanische Sagengestalt, die von einem Helden erschlagen wurde.

Die achtfach gespaltene Schlange ist so groß wie acht Täler. Bäume wachsen auf ihrem Rücken. Sie hat bereits sieben Töchter zweier Gottheiten genommen (vermutlich gefressen) und nun will sie die achte holen. Ein aus dem Himmel ausgestoßener Gott tötet die Schlange, indem er sie betrunken macht und findet in ihr ein legendäres Schwert.

Abgesehen von den acht Köpfen, ist das eigentlich klassischer Fantasystoff: Ein Drache bedroht das Land und die Charaktere erschlagen ihn. Das Thema ist aber totgeritten, deshalb werfe ich einen Blick auf die Symbolik. Bei DSA ist die Acht ein Zeichen des Chaos. Das kann man doch verwenden. Aventurien ist mir aber zu brav, deshalb soll die Sache relativ generisch bleiben. Das Thema Chaos bleibt, also würde sich vielleicht Warhammer anbieten, aber das entscheidet ihr.

Acht „Kämpfer des Chaos“ verwüsten das Land. Die Kämpfer sind (natürlich) chaotisch zusammengewürfelt. Je nach Spielsystem würde ich verschiedene Typen heraussuchen, ihnen Entzündungen und offenen Wunden (die Schlange hat laut der Beschreibung eine ständig blutige und entzündete Unterseite) und besondere Fähigkeiten wie an Wänden laufen oder Giftzähne geben. Mindestens zwei wären Magiertypen und mindestens drei Kämpfertypen.

Da ich nicht zu episch werden will, haben sie keine Armee, sondern nur ein oder zwei Dutzend Leute, die ihnen folgen. Sie überfallen ein Tal mit acht Dörfern, die einem Ritter oder Baron gehören.

Die Charaktere kommen in das Tal, als sieben der Dörfer bereits vernichtet oder zumindest in starker Bedrängnis sind; das letzte ist das Dorf bei der Burg des Ritters/Barons. Je einer der Chaoskämpfer hat sich dort niedergelassen. Der letzte der Acht hat alle Leute aus dem Gefolge mitgenommen (ist ein Dorf erst eingenommen, genügt ein einzelner Chaoskämpfer, um die Herrschaft aufrecht zu erhalten) und ist unterwegs zur Burg. Ist sie eingenommen, gehört das Tal dem Chaos.

Infos für die Charaktere, die ihnen helfen können, die Chaoskämpfer zu besiegen, falls sie den Ritter/Baron unterstützen wollen:

  • Der letzte Chaoskämpfer trägt das „Schwert des Chaos“, eine mächtige Waffe, die die Verbindung der Acht zum Chaos darstellt. Ist die Waffe gestohlen, vergeht die Macht der Kämpfer.
  • Die Chaosnatur der Acht macht sie anfällig für Ablenkungen. Drogen, Alkohol oder fahrende Spielleute könnten die Angreifer eine Weile ablenken.
  • Die Acht benötigen ein schmerzstillendes Pulver, um die Wunden und Entzündungen zu ertragen. Tauscht man dieses aus oder nimmt es weg, sind die Chaoskämpfer vor Schmerzen praktisch lahmgelegt.
  • Man kann eines der Dörfer befreien und so die Symbolik der Acht zerstören. Sind es nur noch sieben Kämpfer gegen acht Dörfer, gerät der Plan durcheinander, es müssen schwache Diener abgestellt werden, um besetzte Dörfer zu unterdrücken (leicht wieder zu befreien), und der bisher so reibungslose Eroberungszug gerät ins Straucheln.

Da ist zwar alles schon mal dagewesen, aber nicht so häufig wie der Drache. Als Übung reicht es allemal. Jetzt nur noch die Überschrift für den Post – fertig.

Unknown Armies hätte auch gut gepasst. Götter, Schlangen und Zahlensymbolik – das schreit förmlich danach. Aber nicht heute.

D2G #17: Die Tonkrieger des Hoi-Ming

Der Vollständigkeit halber, obwohl es bereits an anderen Stellen erwähnt wurde: Man kann mein Dungeonslayers-Abenteuer „Die Tonkrieger des Hoi-Ming“ nun auch als offiziellen Dungon2Go Nr. 17 unter Dungeonslayers.de herunterladen. Die Karte ist im DS-Stil und der Text  gegenüber der im SpielxPress 27 erschienen Version gekürzt, damit er auf eine Doppelseite passt. Inhaltlich fehlt aber nichts.

Viel Spaß damit.

SxP 29: RPC-Bericht und Dungeonslayers-Abenteuer

SpielxPress 27 ist soeben erschienen. Es gibt eine kostenlose Version in schlechter Auflösung.

Darin ist nicht nur mein diesjähriger RPC-Bericht, sondern auch ein nagelneues Dungeonslayers-Abenteuer, das mit wenig Arbeit auch für andere Fantasysysteme umgebaut werden kann.

Da die Karte durch die geringe Auflösung etwas leidet, kann sie in besserer Auflösung in diesem Thread heruntergeladen werden.

Langsam trudeln die PDFs des Free-RPG-Days ein

Aktualisiert: 21.06.11, 23.15 h

Mein Free-RPG-Day war ein Reinfall (zumindest was das „free“ betrifft). Ich war zufällig in Frankfurt und habe mir extra einen Laden rausgesucht. Für mich als Kleinstädter war „Terminal Entertainment“ unglaublich. Ich habe da Sachen gefunden, von denen ich nicht dachte, dass sie in Läden überhaupt zu bekommen sind. Gekauft habe ich „Dead Reign: Dark Places“, von dem ich viel Gutes gehört habe. Zombies sind immer gut. Nicht so gut war, dass sich der Laden zwar für den Free-RPG-Day angemeldet hatte, aber trotzdem nichts bekam, weil er keine Spieltische anbietet.

Viele der Hefte bekommt man aber auch als Downloads. Ich sammle hier Links zu den PDFs. Der Post wird regelmäßig aktualisiert.

(Danke an Lecker ThAC0, bei dem ich den Aspect-Link gefunden habe.)