Meine Mission DSA zu verstehen

Ich muss gestehen, ich habe den Reiz von DSA nie begriffen. Ich mag die Regeln nicht und finden die Quellenbücher langweilig.

Da ich aber seit Jahren DSA spiele – meine Gruppe liebt Aventurien heiß und innig – wollte ich es begreifen. Also schrieb ich ein paar Fragen bei Google+, hörte ein paar Interviews und Podcasts zum Thema, guckte mir kurz die Ergebnisse der DSA-Umfrage an und unterhielt mich darüber mit anderen Rollenspielern.

Ich bin zu einer Art Ergebnis gekommen. Wie immer, wenn man andere kategorisiert (was bei Theorien dieser Art unumgänglich ist), werden sich viele – wenn nicht alle – auf den Schlips getreten fühlen. Es ist nicht böse gemeint – ehrlich – ich versuche nur etwas zu verstehen.

DSA steht und fällt, das zumindest denke ich, mit einem speziellen DSA-Gefühl, das die Fans wollen. Es ist eher Low-Fantasy (Galotta hin oder her) als beispielsweise die Vergessenen Reiche. Es ist weniger amerikanisch. Es ist sehr detailreich und fühlt sich wie eine lebende Welt an.

Anders als bei D&D sind bei DSA die Regeln und die Welt ganz fein miteinander verwoben. Astralenergie ist nicht nur ein Regelbestandteil sondern existiert in der Welt. Außerdem muss sich das Gefühl von „Realismus“ in den Regeln wiederfinden. Wunder müssen sich auch in den Regeln anders anfühlen als Zauber und da es nun mal mehrere Eigenschaften sind, die das Können beeinflussen, muss man auch drei Attribute haben, die eine Probe beeinflussen. Zu all dem kommen noch Elemente dazu, die einfach schon immer Teil von DSA waren und zum Gefühl dazugehören: ein Schwert, das 1W+4 Schaden verusacht; Rüstungsschutz, der vom Schaden abgezogen wird; die archaisch/anglizistisch benannte Attacke und eine aktive, davon getrennte Parade.

Zusammengefasst: Aventurien muss sich wie eine lebende, atmende Welt anfühlen (eine ganz bestimmte lebende, atmende Welt, die die Spieler seit Jahre kennen) und dieses Gefühl muss sich in den Regeln wiederfinden.

Deshalb sind auch die Quellenbücher wie sie sind. Es kommt gar nicht darauf an, dass der SL die ganzen Details liest, es ist für das Gefühl wichtig, das sie irgendwo stehen. Man könnte sie nachschlagen, wenn man sie benötigt. Ein ganzes Buch mit Pflanzen – Nutzpflanzen, hübsche Blumen, alchemistische Zutaten, ein paar Heilkräuter und eine handvoll coole Sonderkräuter – jeweils mit Bild und Beschreibung: ich behaupte, kein Mensch hat das gelesen. Aber es ist da und man könnte Pflanzen nachschlagen. (Bevor jemand meckert, wie bescheuert das ist: Nein, ist es nicht. Das Drumherum gehört zum Spielerlebnis dazu.)

Deshalb sind auch die Regeln so komplex und kleinteilig.

So viel zu meiner Theorie (die blanke Theorie bleiben wird).

Es geht also alles, um das Gefühl und da das nun mal bei jedem anders ist, werden sich die DSA-Fans auch nicht einig, was denn nun zu einem DSA-Regelwerk zwingend gehört und was nicht. Deswegen meine ich auch, dass eine Entwicklung von DSA5 eine Sisyphusarbeit wäre.

Und deshalb bin ich der Meinung, dass die erfolgversprechendste Methode, Ex-DSA-Fans wieder ins Boot zu holen, wäre, ihnen zwei Regelwerke anzubieten.

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Veröffentlicht am 6. Mai 2013 in Meinung und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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