Savage Worlds GERTA im Test mit Rippers

Am Sonntag hatte ich Gelegenheit „Rippers“ auf dem Wolfsburger Rollenspiel-DinG auszuprobieren und dabei die Taschenbuchausgabe der Savage-Words-Grundregeln am Tisch einzusetzen.

In der Praxis hat sich über Rippers bestätigt, was ich bereits an anderer Stelle sagte. Als Abenteuer wählte ich „The Third Hand“, Pulp-Action-Abenteuer im nebligen London. Die Handlung spielt an einer einzigen Nacht und ich hoffte, sie an einem Spielabend fertigzubekommen. Letzteres hat leider nicht geklappt, aber es fehlte nur noch der Showdownkampf, den ich locker erzählen konnte.

Das Abenteuer ist prinzipiell gut: Thuggee, ein Kampf in einem Zug im U-Bahn-Tunnel, die Möglichkeit das Britische Museum zu zerlegen, alle guten Elemente für pulpige Action sind da. Die Handlung ist gradlinig, was aber nur an zwei Stellen stört: Leider will das Abenteuer zweimal, dass jemand aus Kämpfen entkommt, ein Railroading, das ich nicht mag und nicht verstehe. Hätte der Autor die Geschichte minimal umgestrickt – so wie ich es schlussendlich getan habe – wäre es nicht nötig gewesen. Bei der zweiten Situation war die Vorgabe, dass unbedingt jemand entkommen muss, auch noch völlig unnötig. Mit zwei Sätzen hätte der Leser genug Hinweise bekommen können, wie es auch anders weitergeht.

Wir hatten jedenfalls Spaß. Leider zog ich bei der Initiative bei den ersten Kämpfen so schlecht (die Bösen waren immer als letzte dran), dass sie vorbei waren, bevor ein einziger Angriffswurf gegen die Charaktere gemacht wurde. Später wurde es spannender. „The Third Hand“ würde sich als Übersetzung ins Deutsche lohnen – ich würde in diesem Fall nur an zwei Stellen minimale Anpassungen vornehmen, damit die deutsche Railroading-Hasser-Mannschaft nicht ausflippt.

Über die GERTA (Gentleman Edition Revised Taschenbuchausgabe) will ich auch noch ein paar Worte verlieren, obwohl es nicht viel zu ergänzen gibt. Das Layout ist spartanisch aber übersichtlich. Der Index kam beim Vorbereiten mehrere Male zum Einsatz und hat jedes Mal die Seite ausgespuckt, die ich gesucht habe. Auch die Wahl der Schriftart für die Überschriften (die gleiche wie im bunten Hardcover), die mir zunächst etwas schwer lesbar erschien, erwies sich in der Praxis als absolut tauglich. Ich umklebte zu Hause die Schnittkanten des Covers mit Tesafilm, damit sich die Cellophanierung nicht löst. Das ist auch die einzige Schwachstelle, die ich sehe. Die Bindung hat die Benutzung gut überstanden und es gab keine Knicke oder andere Gebrauchsspuren. Bei dem unglaublichen Preis von 9,95 € für das komplette Regelwerk kann man nur auf große Verbreitung des gelungenen Regelwerks hoffen.

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Veröffentlicht am 19. November 2012 in Meinung und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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