Erster Eindruck: Nova 2e

Die erste Auflage des in deutschen Landen entwickelten Sci-Fi-Rollenspiels „Nova“ ist vergriffen. Die zweite Auflage gibt es seit heute auf der „Spiel“ in Essen und danach im gut sortierten Fachhandel und online im Webshop von Prometheus Games. Einige interessierte Rezensenten (zu denen ich gehöre) haben das PDF vorab bekommen, um schon mal einen Blick hineinwerfen zu können.

Ich hätte gern noch vor der Messe eine detaillierte Rezi geschrieben, doch bei 503 eng beschriebenen Seiten habe ich die Segel gestrichen. Trotzdem würde ich gern schonmal einen Eindruck geben, den ich beim Durchblättern des PDFs bekommen habe.

Das Titelbild gefällt mir gut. Es gibt gleich eine richtige Stimmung für das, was folgen mag. Die vage Andeutung einer Darth-Vader-Maske, eine winzige Raumstation über einem Planeten, die von  Raumschiffen begleitet wird, ein kleiner Planet oder Mond und alles in Blau und Weiß gehalten. Der Nova-Schriftzug ist gut eingepasst. Das vermittelt Weite und Sci-Fi und deutet auch gleich eine dunkle Bedrohung an. Wirklich toll. Das Layout führt den ersten Eindruck fort. Eine kantige serifenlose Schriftart beherrscht das Druckbild und unterstützt optisch die sparsame, kühle Seitengestaltung mit grauen Kästen und Überschriften. Auch die Bilder fügen sich hervorragend ins Gesamtbild. Wenn ich allerdings ins Detail gehe, finde an praktisch jedem Bild irgendetwas zu meckern, meist weil sie trotz guten Gesamteindrucks ein wenig amateurhaft wirken. Sie passen allerdings fast alle so großartig ins Seitenbild, dass ich das locker ignorieren kann – und einige Bilder sind richtig toll.

Drei große Kapitel gibt es. Das erste und kürzeste dient dem Überblick. Es beschreibt in groben Zügen das Universum, die Spielercharaktere, die Grundregeln und vor allem die Charaktererschaffung. Es beginnt mit einer Zeitleiste, die sich erstaunlich gut lesen lässt. Es hat Spaß gemacht, sich Abschnitte herauszusuchen und diese genauer zu lesen. Die Charaktere werden durch Zitate beschrieben, was ich persönlich nicht so mag. Aber es geht hier ja nur um einen ersten Eindruck und jeder Typus erhält einen Verweis auf eine Seite, wo man mehr erfahren kann. Es ist eine schöne Mischung aus Aliens, Menschen und Robotern. Schön ist auch die Idee, die Charaktererschaffung in Modulen anzubieten. Anfänger fangen mit der Basiserschaffung an und können diese, wenn sie sich besser auskennen, durch verschiedene Module erweitern. Man muss sehen, wie das im Detail funktioniert, aber die Idee ist toll.

Kapitel 2: Kosmos. Das Kapitel hält, was es verspricht und beschreibt auf ca. 230 Seiten das Universum. Hier habe ich nur kurz hineingesehen, aber trotzdem schon Tippfehler entdeckt. Aber das ist wohl das Los von Rollenspielproduktion. Bleibt abzuwarten, wie es sich liest und ob es mit der schönen Zeitleiste mithalten kann. Schon bei der groben Durchsicht wird aber klar, dass es Details en masse gibt.

Kapitel 3 heißt „Elemente“ und liefert den ganzen Rest: Technik und Ausrüstung, Fertigkeiten und Kampfregeln, Raumschiffe und sogar ein Abenteuer. Die wenigen Zeilen, die ich davon bisher las, deuten darauf hin, dass es vielleicht zu detailliert ist. Es gibt eine Tabelle, auf der die Verbreitung von verschiedener Technik ausgewürfelt werden kann und eine Aufgliederung in Tech-Level, die mit insgesamt 200 Einheiten vielleicht etwas zu feingliedrig geworden ist. Ich rieche hier einen Sci-Fi-Heartbreaker, möchte mich eines abschließenden Urteils aber natürlich enthalten, bis ich mehr gelesen habe. In den Charakterbogen kann man jedenfalls viele, viele Sachen eintragen, was aber sicherlich wieder über die Module geregelt wird. Bleibt abzuwarten, wie das Regelsystem in seiner Gesamtheit ist.

Mal gucken, ob ich auf der Messe zum Buch greife, das bei dieser Dicke trotz iPad wesentlich angenehmer zu lesen sein sollte. Wenn ich mehr weiß, berichte ich gern. Mein erster Eindruck ist jedenfalls gut. Nova scheint ein gut designtes Spiel zu sein, es sollte Spaß machen, es zu lesen, und ich habe schon jetzt diverse Kleinigkeiten entdeckt, die ich näher nachforschen will und die ein interessantes Setting versprechen. Wer an Sci-Fi mit Raumschiffen und Aliens interessiert ist, sollte sich die Kurzabenteuer ansehen, die es auf der Webseite von Prometheus gibt, und dem Buch einen genauen Blick gönnen.

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Veröffentlicht am 18. Oktober 2012, in Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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