Impro erfolgreich vorbereiten

Ich habe am Wochenende wieder einmal festgestellt, dass ich nur dann gut improvisieren kann, wenn ich sehr gut vorbereitet bin. Ich leitete ein Cthulhu-Abenteuer, bei dem ich die Ecken und Kanten noch nicht 100%ig ausgebügelt hatte und wollte an diesen Stellen improvisieren. Das Ergebnis war langweilig.

Die Theorie des Improvisierens kenne ich, ich habe Walmsleys „Play Unsafe“ gelesen und auch selbst schon gute improvisierte Teile abgeliefert. Wenn ich mich aber auf mein Impro-Talent verlasse, versagt es meist.

Wie sieht das bei euch aus? Wie gut müsst ihr vorbereitet sein, um erfolgreich zu improvisieren? Wie häufig improvisiert ihr? Habt ihr besondere Techniken oder Tipps?

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Veröffentlicht am 16. April 2012, in Rollensp. allg., Spielhilfen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Bei meinen Runden (meist nur 1:1-Runden) improvisiere ich nur und überlassen dem Charakter die meistens Entscheidungen und versuche, auf diese zu reagieren. Zuvor überlege ich mir ein grobes Konzept für das Abenteuer (Ausgangssituation, einige Fixpunkte, Finale) und den Rest fülle ich dann entsprechend der Handlungen meiner Spielerin aus.
    Hat über Jahre hinweg eigentlich sehr gut funktioniert. Nur bin ich etwas außer Übung gekommen, da wir in letzter Zeit auf Grund von Arbeit, Stress und Zeitknappheit kaum zum Spielen gekommen sind.

  2. Am Ende läuft es auf Übung hinaus, oder? Die Übung sorgt dafür, dass man einen Pool an Ideen und Konzepten irgendwo im Hinterkopf gespeichert hat, die man während des Spiels abruft. Ich muss das durch stärkere Vorbereitung ausgleichen.

  3. Ja. Übung ist, wie in vielen anderen Bereichen auch, alles. Was aber auch hilft: Wir spielen eigentlich nie in vorgegebenen Settings, sondern basteln unsere Settings stets selber. Dadurch kann man viel spontaner agieren als wenn man ein vorgegebenes Setting hat, das viele Leute kennen. Da gibt es zu viele Eckdaten, die man berücksichtigen muss und das schränkt auch wiederum sehr ein.

    Beziehungsweise, wenn wir mal z.B. in Aventurien oder den Vergessenen Reichen gespielt haben, dann haben wir uns auch nur grob an einigen Eckdaten orientiert und so ist unser Aventurien meistens dann ein ganz anderes Aventurien als das, dass durch die unzähligen Hintergrundbücher beschrieben wurde.

    Bei Cthulhu hingegen ist es teilweise nicht so einfach zu improvisieren. Zwar ist die Hintergrundwelt recht einfach zu halten, da sie ja unsere eigene ist, aber wenn man versucht einen Mystery-Fall aus dem Stegreif zu erschaffen, dann kann es rasch zäh werden, denn gerade hier sind Handouts und der punktuell richtige Einsatz von Horrorelementen sehr wichtig.

  4. Was mir nach meinen Spirit of the Century Runden aufgefallen ist: Wenn ich keine gute Laune habe oder irgendwie abgelenkt, genervt oder einfach nicht in Stimmung für das derzeitige Genre bin, dann läuft es bei mir sehr schlecht mit dem improvisieren.

  5. Logan, man könnte sich jetzt noch die Frage stellen, ob das Selbstschreiben der Welt mit „guter Vorbereitung“ gleichzusetzen ist. Grenzen können bei mir die Kreativität durchaus beflügeln, wenn man aber von zu vielen Details eingeschränkt wird, kann das mit der Impro nicht klappen. Ich kann das gut nachvollziehen.

    Daniel, das geht mir sogar beim Spiel mit einem vorgefertigten Abenteuer so, selbst wenn es eigentlich hervorragend ist. Wenn ich schlecht drauf bin, sollte ich es eigentlich lieber lassen.

  6. Ich leite normalerweise keine Krimi-Stil-Abenteuer, weil ich dafür zu viel und zu komplexe vorbereitung brauche :) (sehe ich also wie Logan)

    Was ich an Vorbereitung brauche, um wirklich effizient leiten zu können:

    * Namen, viele Namen
    * Eine Grundidee
    * Eine Vorstellung der wichtigsten Szenen: Ich träume sie im Geist durch, bevor wir spielen
    * Ein Gefühl für die Stimmung. Das habe ich meistens spätestens, wenn ich die Szenen durchgegangen bin

    Zur Not geht es aber auch über viel Ad-Hoc. Dann sind die Abenteuer allerdings einfach.

    Und ich denke, das ist ein allgemeines Grundprinzip: Wenn du geniale Wendungen u.ä. willst, dann musst du sehr genau planen, wann sie welche Info kriegen.

    Stimmung und einen tollen Abend kriegst du allerdings auch ohne das hin: Halte das Abenteuer einfacher. Könnte aber sein, dass Cthulhu dafür nicht das passende System ist (weil es erwartungen weckt, die ohne viel Vorbereitung schwer zu erfüllen sind).

  7. Ansonsten schau doch mal in die Fragen zur Vorbereitung: http://1w6.org/deutsch/sl-tipps/kleine-fragen-zur-vorbereitung

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