Hard-Boiled Vampire: Stadt aus Blut von Charlie Huston

Den Autoren Charlie Huston hatte mir ein Kumpel empfohlen. Er meinte, er hätte „Der Prügelknabe“ gelesen, den ersten Teil einer preisgekrönten Krimi-Trilogie, und wäre so begeistert gewesen, dass er sich sofort alle Bücher von Huston gekauft hätte, die es gab. Das waren zu diesem Zeitpunkt immerhin sechs bis sieben weitere Bücher. Er erzählte, dass Huston auch eine Reihe mit fünf Vampirromanen geschrieben hätte.

Oh je, Vampire … die Blutsauger sind mir eigentlich sowas von über, dass ich diese Reihe eigentlich meiden wollte. Ich las stattdessen „Der Prügelknabe“. Das Buch war gut: voller Action mit tollen Dialogen und guten Figuren. Zwischendurch war mir die Action fast schon etwas zu viel, aber dennoch gefiel mir das Buch gut genug, um mich nach weiteren umzusehen. Das fiel in die Zeit als die PoD-Version von „Vampire: The Masquerade V20“ bei mir ankam und meine Nostalgienerven kitzelte. Was soll’s, dachte ich, dann halt doch mal wieder ein Vampirroman. Wenn er so gut geschrieben ist, wie „Der Prügelknabe“ kann eigentlich nicht viel schiefgehen.

Er ist besser. „Stadt aus Blut“ ist der „Vampire tM“-Roman, der hätte geschrieben werden sollen. Er spielt in New York City. In der Stadt leben Vampire im Untergrund. Sie sind mit einem Vyrus (sic) angesteckt, der sie zu Blutsaugern macht. Es gibt mehrere Clans, die die Stadt unter sich aufgeteilt haben. Und als Sonderbonus gibt es Zombies.

Der Protagonist Joe Pitt ist der klassische unabhängige Hard-boiled-Detektiv. Er gerät gleich zu Beginn zwischen die Fronten von zwei Clans und bekommt zusätzlich den Auftrag, eine junge Frau zu suchen. Der Roman ist voll von skurrilen Typen und tollen Dialogen. Terry Bird ist zum Beispiel eine tolle Figur, ein Althippie mit großen Zielen, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckt (man muss schließlich Kompromissse eingehen, wenn man sein Ziel erreichen will). Die Geschichte ist spannend, die Typen toll dargestellt und die Vampirpolitik wird genug angedeutet, um Platz für die Folgeromane zu machen, aber nicht so viel, dass es nervt. Ich habe das Buch in Rekordzeit durchgelesen, was zu Schlafmangel führte, weil ich abends nicht aufhören könnte. Am Ende hagelt es Pointen und auch ein wenig Mystik. Der Roman liefert eine abgeschlossene Handlung – was in meinen Augen immer ein Pluspunkt ist.

Wahnsinn. Ich habe jetzt auch schon fast alle von Hustons Romanen im Schrank stehen und bin schon mitten im zweiten Teil der Vampirreihe. Das sind Bücher, die Spaß machen.

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Veröffentlicht am 16. Februar 2012, in Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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