Krieg über Bedlam

Auf die Empfehlung von Daniel hin, habe ich mir vor kurzem den interessanten Reiseführer „Secret London – An Unusual Guide“ gekauft, der ungewöhnliche Orte in London beschreibt, wie ein altes Gefängnis, einen alten Operationssaal oder andere, weitaus abgefahrenere Dinge. Es scheint ein schönes Buch zu sein.

Auf S. 63 findet man das British Dental Association Museum. Als solches ist das schon gruselig genug (dazu fällt mir vielleicht ein andermal etwas ein), interessanter fand ich aber einen Textkasten über Museen in London auf der gleichen Seite.

Da steht, dass das Bethlam Royal Hospital Museum gar nicht an dem Ort ist, wo das berühmt-berüchtigte londoner Irrenhaus stand. Dort befindet sich jetzt das Imperial War Museum. Ein Kriegsmuseum an dem Ort, wo das berühmteste Irrenhaus der Welt stand – die Symbolkraft dieser Tatsache schreit geradezu nach einem Unknown-Armies- oder anderen Horror-Abenteuer.

Fällt jemandem dazu spontan etwas ein?

Advertisements

Veröffentlicht am 17. November 2011, in Abenteuer, Unknown Armies. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Verdammt. Ich hätte mir neulich im Buchladen wohl doch lieber Foucaults „Geburt der Klinik“ kaufen sollen. Interessanterweise fand ich bei dem hin und wieder schon interessante Ansätze, die man mit ein paar skurrilen Informationen vermengt dann doch zu was Plottauglichem hätte umwandeln können.

  2. Nach einem Brand zog das „Imperial War Museum“ 1936 in das Gebäude des früheren psychiatrischen Krankenhauses Bedlam in der Lambeth Road um. Dieses Gebäude gehörte dem Verleger der englischen konservativen Zeitung „Daily Mail“, Lord Rothermere alias Harold Harmsworth, der das Gebäude zunächst abreißen wollte, um einen Park entstehen zu lassen. Doch seitdem er drei seine Söhne im Krieg verloren hatte, galt Harmsworth als ein energischen Kriegsgegner und Unterstützer der britischen Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik), in deren Sinne er auch seine Zeitungen ausrichten ließ. Er traf sich in dieser Zeit mehrfach mit Hitler, dem er Willen zum Frieden bescheinigte. Dies ging soweit, dass seine Zeitungen 1934 sogar zeitweise die von Oswald Mosley geführte britische faschistische Partei, die „British Union of Fascists“ unterstützten. Wie sich aus geheimen Regierungsunterlagen ergibt, gingen seine Sympathien für den deutschen Nationalsozialismus sogar so weit, dass er Hitler 1938 anlässlich des Einmarsches deutscher Truppen in das Sudetenland ein Glückwunschtelegramm schrieb.

    In der Welt der Unknown Armies liest sich das folgendermaßen: Lord Rothermere gehörte wie viele der mächtigsten Männer Britanniens den okkulten Zirkeln rund um Druiden, Freimaurern und den verlorenen Resten des „Golden Dawn“ an. Nachdem 1934 John Dillinger als Gottläufer des „bewaffneten Rebellen“ aufstieg und gleichzeitig William Wallace aus dem Unsichtbaren Rat gestoßen wurde, kam Wallace in den Ruinen von Bedlam wieder zu sich. Eine der 200 Zellen hatte sich in einen „Raum der Renuntiation“ verwandelt. Die ehemaligen Szenen von Gewalt und Gekreische verwandelten den Raum in einen der Ruhe und des Friedens, in dem Wallace einige Monate in vollkommender Ruhe in seine neue Rolle des Pazifisten wuchs. Dort wurde er von einem Angestellten Lord Rothermere gefunden. Der Lord erkannte die magische Kraft dieses Raums sofort, der Raum des permanenten Friedens. Während sich Wallaces Spur in Tibet verlor, überzeugte Harmsworth die Besitzer des „Imperial War Museum“ das Gebäude als Ausstellungsraum zu nutzen.

    Eine weitere okkulte Verbindung wurde alsbald auf den Raum aufmerksam, die Thule-Vereinigung und so wurde die glamouröse Stephanie Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst , eine ehemalige Österreichische Prinzessin, im Dienste des deutschen Nachrichtendienstes ungeachtet ihrer jüdischen Herkunft auf Lord Rothermere angesetzt. Beinahe wäre es der Thule-Gesellschaft geglückt, in den „Raum des permanenten Friedens“ einzudringen, doch wurde dies durch Winston Churchill, einem Mitglied in der Albion Loge der „Ancient Order of Druids“ in letzter Sekunde verhindert. Seitdem befindet sich der Schlüssel zu diesem Raum gut geschützt unter einer Säule im „National Memorial and Arboretum“ im englischen Staffordshire.

    (Hm, ich glaube das wird gleich ein UA- Blog-Eintrag. ;-) )

  1. Pingback: Der Raum des permanenten Friedens – unknown armies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: