Familientreffen 2011 – Teil 3: Betrayal at the Drachenhort of Malmsturm

Abschluss des Con-Berichts. Die anderen Teile findet ihr hier:

1. Teil: Trail of Cthulhu und Pendragon
2. Teil: CthulhuTech, HeroQuest und Bilderwahn
3. Teil: Betrayal at the Drachenhort of Malmsturm, Tablequiz

Am Samstag schlief ich erstmal aus und beschloss, mich den Nachmittag über mit Brettspielen zu vergnügen. Wir kamen schnell zu einer Runde Betrayal at the House on the Hill zusammen, einem pulpigen Brettspiel um eine Spukhauserkundung. Es soll so ähnlich sein wie Mansion of Madness, aber einfacher und vor allem kürzer. Ich hatte es mir gerade gekauft, aber noch nicht die Zeit gehabt hineinzusehen, so war ich froh, es gleich mal ausprobieren zu können.

Die Spieler übernehmen Figuren, die ein Spukhaus erforschen. Im ersten Teil läuft das Spiel nach typischer Haus-Erkundungs-Manier ab: Die Figuren bewegen sich durch das Haus und bauen dabei neue Räume an (Karten, die aneinandergelegt nach und nach das Haus bilden) und ziehen dort Karten mit Ereignissen, Gegnern oder Gegenständen. Die Figuren haben vier Werte (Stärke usw.), die sich je nach Kampf, Ereignis oder Gegenstand ändern können.

Später im Spiel wird ein Verräter enttarnt. In einer Tabelle wird abhängig von der Karte, auf der das geschieht, ermittelt, um was für einen Verräter es sich handelt. Ich wurde zu einem Fleisch assimilierenden Monster, das unverwundbar war (abgesehen von Feuer) und Leute wieder ins Haus ziehen konnte, die flohen. Die Spieler mussten den Heizungsraum im Keller finden und die Heizung anzünden. Können sie mich im Feuer einschließen, haben sie gewonnen, kann ich zwei fressen und aus dem Haus fliehen, gewinne ich. Ich verbrannte.

Die Infos über den Verräter befinden sich in zwei Heften, eines für den Verräter und eines für die anderen Spieler. Gruppe und Verräter lesen für sich die Siegbedingungen und besonderen Regeln, dann setzt man sich wieder zusammen und spielt weiter. Es gibt über 50 verschiedene Verräter, so dürfte es nie langweilig werden.

Das Spiel dauert 60 bis 90 Minuten – eine sehr schöne Länge, wie ich finde, und ist kurzweilig und äußerst „pulpig“. Ein schönes, wenn auch etwas teures Spiel.

Abends bot ich Malmsturm an. Als Abenteuer hatte ich Drachen über Larm gewählt, das vor kurzem für das deutsche Labyrinth Lord erschienen war. Es erschien tauglich: Die Situation war frei genug, um den intensiven Einsatz von Fatepunkten zuzulassen, aber ich hatte einen kleinen Dungeon und ein Echsendorf detailliert vorliegen, um flexibel reagieren zu können. Außerdem geht das Abenteuer mit einem Kampf gegen einen Drachen los!

Unglaublich, wie stark die Ausgangsituation ein Spiel beeinflussen kann. Auf dem Cthulhu-Con waren wir mächtige Barbaren und wurden in eine Situation geworfen, die vom Prinzip her bekannt war. Hier hatte ich fertige Charaktere, die zwar regeltechnisch genauso mächtig waren, sich aber offenbar anders lasen. Die Spieler agierten jedenfalls zunächst ohne Fatepunkte und heckten einen Plan aus, den Drachen zu besiegen. Nach tollen Rollenspiel- und Planungseinlagen folgte ein schöner Kampf, der mit einem glücklichen Pfeilschuss beendet wurde. Dann ging es Richtung Echsendorf. Die Spieler schienen nach ihrer Ankunft etwas unsicher, was sie tun sollten, und so flossen auch bald die ersten Fatepunkte. Da sieht man die tolle Mechanik von Malmsturm, in anderen Spielen hätte der Spielleiter herumgeeiert und versucht die Charaktere mit Infos zu füttern, bis sie sich handlungsfähig fühlen. Hier jedoch können die Spieler selbst tätig werden und Infos hinzuerfinden, bis ihnen die Situation klar genug ist, um etwas zu tun.

Durch den geschickten Einsatz von den Punkten gab es kein großes Showdown mit Kampf oder anderem Konflikt, aber es war, glaube ich, ein zufriedenstellendes Ereignis für alle. Die Spieler lieferten großartiges Rollenspiel, das mir sehr viel Spaß gemacht hat und auch wenn ich ihnen gern einen lauteren, schnelleren Spielabend geliefert hätte, bin ich zufrieden mit dem Abenteuer. Malmsturm macht Spaß und funktioniert mit vielen unterschiedlichen Spielstilen. Ich freue mich schon sehr auf die Weltbeschreibung, die innerhalb der nächsten Tage erscheinen müsste.

Das Tablequiz beendete wie immer den Con und Marco zeigte uns wieder einmal, wie unwürdig wir sind. Es wurde weniger gegröhlt und geschrien als letztes Jahr, aber alle hatten ihren Spaß und viele ließen den Abend bei einem kühlen Bier und netten Gesprächen ausklingen – auch ich, obwohl ich halb krank und völlig übernächtigt war.

Was soll’s, schlafen konnte ich später immer noch, aber viele der Leute sehe ich erst nächstes Jahr wieder, wenn der zehnte AdI-Con seine Pforten öffnet. Ich freue mich jetzt schon darauf.

Veröffentlicht am 25. September 2011, in Meinung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Waren sie auch im Harem?

  2. Nein. Sie haben per Fatepunkt einen Hintereingang erschaffen, in den der Fluß floss. Dort sind sie in den Hügel eingedrungen und nach Tauchen und Schwimmen in die Drachenhöhle gekommen. Außerdem erfanden sie, dass der Drache krank ist und die Ursache davon vom Fluss kommt. Nachdem ich einen kleinen Tempel für einen Gott der Krankheiten an die Quelle „gebaut“ hatte, zerstörten sie ihn und ließen den Zugang von der Rückseite des Hügels, den die Kultisten offenbar nutzten, per Fatepunkt einstürzen. So konnten sie den Drachen heilen, der daraufhin auf eine Rentierherde als Nahrungsquelle auswich, die ebenfalls per Fatepunkt ins Spiel eingebracht wurde. Einen winzigen Teil des Silberhorts des Drachen bekamen sie als Belohnung.

  1. Pingback: Familientreffen 2011 – Teil 2: CthulhuTech, HeroQuest und Bilderwahn « Einige Seiten des Buches Eibon

  2. Pingback: Familientreffen 2011 – Teil 1: Trail of Cthulhu und Pendragon « Einige Seiten des Buches Eibon

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