[Rezension] Drachen über Larm

[Abenteuer von Moritz Mehlem, Mantikore Verlag 2011, Sprache: Deutsch, geheftet, 32 Seiten, € 9,95]

Mit „Drachen über Larm“ ist ein weiteres Abenteuer für den D&D-Klon „Labyrinth Lord“ erschienen. Neben den üblichen Zutaten wie Monstern und Dungeons präsentiert Autor Moritz Mehlem diesmal etwas ganz Besonderes: Er hetzt Charaktere der 1. oder 2. Stufe auf Drachen.

Die Aufmachung ist wie bei den anderen „Labyrinth Lord“-Büchern schlicht und „old-schoolig“. Das Coverbild von einem weißen Drachen, der bei Vollmond über das Dörfchen Larm fliegt, gefällt mir sehr gut. Es sagt genug „Hobby“, um zu „Labyrinth Lord“ zu passen, ist aber dennoch gut gemacht. Auf der Rückseite ist neben dem Covertext die Zeichnung eines Mantiskriegers, einem der drei neuen Monster im Heft, und das ist sogar noch besser.

Das Layout will einen Schritt Richtung Professionalität gehen, mir hat der simple Seitenaufbau des Regelwerks aber ehrlich gesagt besser gefallen. Ein grauer Rand mit den Kapitelüberschriften an den Außenseiten ist noch recht gelungen, aber die Schrift ist zu groß und die Seitenränder zu klein. Es gibt zu wenig weiße Flächen, und er Schatten hinter einiger der Textkästen ist eher unnütz.

Die Karten hingegen sehen gut aus, auch wenn sie in Schwarzweiß etwas verlieren. Nur die 3D-Effekte der Höhlenkarte am Abenteuerende sind misslungen, aber auch das stört nur wenig. Da leider die wichtige Karte des Echsendorfes Ssirr im Heft vergessen wurde, hat Moritz die farbigen Originale aller Karten sofort auf seinem Blog zur Verfügung gestellt, so hat die kleine Schlamperei sogar noch etwas Gutes. Sprachlich lässt der Text zu wünschen übrig, aber wen stört das schon, wenn das Abenteuer gut ist.

Inhaltlich bietet „Drachen über Larm“ Neues, ohne auf die typischen Elemente von Old-School-Abenteuern zu verzichten. Etwas – oder genauer: jemand – reißt Schafe von den Weiden des Dörfchens Larm. Es ist ein weißer Drache, der Nacht für Nacht über die Weiden fliegt und sich an den Herden gütlich tut. Der Bürgermeister beschloss dem ein Ende zu setzen und trommelt nun Kämpfer zusammen, um der Bestie aufzulauern. Zufällig sind auch die Charaktere vor Ort und lassen sich hoffentlich anheuern.

Der Kampf dürfte ein spannendes Spektakel werden und sicher einige Opfer fordern, die Spieler sollten jedenfalls Reservecharaktere dabei haben. Das Abenteuer liefert eine Karte und alle Hinweise, die der Spielleiter benötigt.

Sollte der Drache besiegt werden, ist das Problem aber noch nicht beseitigt, denn statt des fliegenden Monsters kommen nun Echsenmenschen aus den nahen Sümpfen und stehlen weiter. Bald haben die Charaktere eine neue Aufgabe: Geht zu den Echsenmenschen und sorgt dafür, dass sie keine Schafe mehr stehlen – oder, falls der Drache überlebt: Folgt dem Drachen und beendet die Diebstähle.

Die Reise wird mit ein paar Wahlmöglichkeiten und Zufallstabellen ausgeschmückt, bevor die Charaktere den Sumpf erreichen und sich einem Problem gegenüber sehen, das mit reiner Waffengewalt nicht zu lösen ist. Die Situation ist so aufgebaut, dass mehrere sehr unterschiedliche Möglichkeiten existieren, das Abenteuer zu lösen. Wie üblich werden nur Figuren und Location geliefert, den Rest macht der Spielleiter – ganz wie es sich für „Labyrinth Lord“ gehört. Die Charaktere befinden sich in einer spannenden und kniffligen Situation – nichts für unerfahrene Spieler oder solche, die ihre Probleme am liebsten mit einem Sturmangriff lösen.

Fazit: „Drachen über Larm“ bietet ungewöhnliche Unterhaltung für erfahrene „Labyrinth Lord“-Spieler mit Anfängercharakteren, ohne auf seine typischen Elemente zu verzichten. Eine gut geplante Vorgehensweise ist überlebenswichtig. Der Kampf mit Erststuflern gegen einen Drachen und ein ungewöhnliches Echsendorf mit einer ebenfalls ungewöhnlichen Aufgabenstellung sind Elemente, die das Abenteuer zu etwas Besonderem machen.

[Erschienen bei Ringbote.de]

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Veröffentlicht am 3. Juni 2011 in Rezensionen und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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