[Rezension] Erdenstern: Berge des Wahnsinns

[Rollenspielsoundtrack von Andreas Petersen (Komponist), Eva-Maria Irek und Per Dittmann (Erdenstern); 78:50 min, € 15,99]

Nachdem Erdenstern für die Rollenspiele Elyrion und DSA einen eigenen Soundtrack geschrieben haben, widmen sich die drei sympatischen Musiker dieses Mal der Kampagne „Berge des Wahnsinns“. Mit der „Farben“-Reihe haben sie vielleicht abgeschlossen, das heißt aber noch lange nicht, dass sie aufgehört haben zu komponieren und arrangieren.

Erdenstern macht Rollenspielsoundtracks, Musik, die im Hintergrund von Rollenspielsitzungen gespielt werden kann, um bestimmte Szenen zu untermalen. Bekannt und beliebt wurde die Gruppe mit der genannten „Farben“-Reihe, die mit „Into the Green“ ihren Anfang nahm und insgesamt sieben Teile hervorbrachte, die sich jeweils einem anderen allgemeinen Thema widmeten, z. B. Seefahrt und Wasser („Into the Blue“), Horror und Grusel („Into the Dark“) oder Science Fiction und Cyberpunk („Into the Grey“). Kälte und Schnee („Into the White“) sollten ihr letztes Thema in der Reihe werden.

Mit ihrem Soundtrack für „Berge des Wahnsinns“ widmen sie sich das erste Mal einer einzelnen Rollenspielkampagne. Mit drei dicken Hardcovern und verschiedenem anderen unterstützenden Material hat die Cthulhu-Kampagne aber auch eine Größe, bei der sich das lohnt – und natürlich lässt sich die Musik größtenteils auch anderweitig einsetzen.

Das Cover der CD zeigt das Cover des zweiten Buches, dem es gelingt in einem einzigen Bild einzufangen, worum die gesamte Kampagne geht: Die Charaktere sind Mitglieder einer Expedition an den Südpol, wo sie, wie nicht anders zu erwarten ist, gruselige Entdeckungen epischer Ausmaße machen werden. Was das Cover übrigens nicht zeigt, ist das Pegasus- oder das deutsche Cthulhu-Logo. Das liegt daran, dass die CD in Zusammenarbeit mit den französischen Lizenznehmern entstanden ist.

Der Soundtrack fängt die gesamte Expedition sein. Nach einem Intro legen sie das Thema mit dem Titel „Die Berge des Wahnsinns“ fest und mit „Das Abenteuer beginnt“ geht es los. Die Spieler erleben musikalisch, wie ihre Charaktere von Monstern verfolgt werden, wie sie epische Entdeckungen machen oder auf dem Schiff nach Süden reisen. Erdenstern bedient sich dabei eines breiter gefächerten Stils als in den Farben-CDs. Viele Stücke könnten auch dort zu finden sein, doch dann stößt der Hörer plötzlich auf reine Stimmungsuntermalung mit wenig bis gar keiner Melodie. Auf der anderen Seite sind „Das Abenteuer beginnt“ und „Antarctic Moon“ wunderschöne Stücke voller Jazz.

Als Hintergrund eignet sich die Musik genauso gut, wie die bisherigen CDs der Gruppe, wer also alte Alben besitzt, weiß, was ihn erwartet. Die CD lädt dazu ein, sie auch abseits des Spieleabends zu hören. Mir persönlich gefallen die beiden jazzigen Stücke zum Beispiel sehr gut. Weniger gut gefällt mir hingegen „Äquatortaufe“, was aber eher daran liegt, dass ich den Titel als unpassend empfinde, als dass ich wirklich etwas daran auszusetzen hätte.

Wem das noch nicht genug Argumente liefert, sich die CD anzuschaffen, bekommt im Booklet einen Code geliefert, mit dem er 15 weitere Stücke von der Homepage von Erdenstern herunterladen kann. Es handelt sich dabei um reine Geräusch-Tracks wie ein startendes Flugzeug, Schneesturm oder die Straßen New Yorks. Ein großartiger Service und ich persönlich würde diese Titel sogar noch eher im Spiel einsetzen als die Musik selbst.

Fazit: „Berge des Wahnsinns“ ist ein durchweg gelungener Rollenspielsoundtrack, der verschiedenste Stimmungen mit abwechslungsreicher Musik untermalt. Das Booklet ist hübsch, die wichtigsten Szenen der Abenteuerkampagne werden unterstützt und man kann sich die CD auch wunderbar „einfach so“ anhören. Für mich die CD die bisher gelungenste von Erdenstern.

[Die Rezension erschien bei Ringbote.de.]

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Veröffentlicht am 7. Januar 2011, in Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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