Der Kampf zwischen Spiel- und Wohnzimmerrealität

Hier ist mal wieder ein interessanter Denkanstoß (schon wieder ein Link zu D&D with Porn Stars und wieder weise ich darauf hin, dass es nur um D&D geht – aber die Verantwortung für verlinkte Inhalte übernehme ich immer noch nicht :-) ). Ich bin übrigens nicht der Erste, der dorthin verlinkt.

Der Post ist sehr lang, deshalb hier die Kurzfassung:

Für den Autoren kommt der Spaß des Spiels aus dem Abstand (!) zwischen der Spielrealität und der Realität am Tisch, dem Hin und Her zwischen erdachter Welt mit Wundern und spannenden Abenteuern und dem Wohnzimmer mit Cola, Chips und Dip. Es ist lustig und spannend, wenn ein Physik-Student mit albernem Sprüche-T-Shirt in seiner tiefen „Ich bin ein großer Magier“-Stimme archaische Sätze von sich gibt und jemand anderes am Tisch einen doofen Kommentar dazu macht, das klinge wie ein Kehlkopfleiden (im Post sind bessere Beispiele).

Egal, ob man diesen Abstand nun gut findet oder nicht, er ist da und etwas, das wir alle bei jedem Spiel wieder erleben. Viele Bücher (und auch Spieler) sind der Meinung, dass der Abstand etwas Schlechtes ist, das man vermeiden sollte, wenn man „richtig“ oder „gut“ spielen will, aber ist das wirklich so? Bloß weil sämtliche Horrorrollenspielbücher Dutzende von Tipps geben, wie man die Wohnzimmerrealität ausblendet, muss das ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Es entstehen sogar Probleme, wenn wir versuchen das Wohnzimmer zu verleugnen oder um jeden Preis zu verdrängen, denn wir werden dadurch unzufrieden, weil es nicht komplett gelingen kann. Und wenn er schon da ist, dieser Abstand zwischen den Realitäten, dann können wir ihn auch als etwas Gutes ansehen.

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Veröffentlicht am 7. März 2010, in Netzfundstücke, Rollensp. allg.. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Ab und an ein lustiger Spruch ist wunderbar, alle 1o Minuten WoW-gequatsche ist der Horror… Mein Spezial-Tipp für alle real-Horrorfans…

  2. Mich hat das LARP-Gequatsche meiner alten Gruppe viel mehr gestört als ihr WoW-Gequatsche. ;) Aber D&D with Pornstars ist wirklich einer der besten und amüsantesten Blogs zum Thema Rollenspiel, den ich je gelesen habe.

  3. Es nervt, wenn niemand weiterspielt, weil alle andauern über Fremdthemen quatschen, keine Frage (wobei ich mich selbst viel zu häufig des Fremdquatschens schuldig mache :-) ). Aber das ist ja nicht Gegenstand des Posts.

  4. Butcher of Baker Street

    Also ich denke, man sollte das ganze nicht zu ernst/verbissen betrachten. Ein, zwei Sprüche sind definitiv okay. Und dann tatsächlich lieber über Dinge die wenig mit Rollenspiel zutun haben (z.b. Videospiele, Physik, Mathematik, Comics, etc.).

  5. Hallo Butcher, genau darum geht es. Es ist eben nicht nur ok, sondern ein ganz erheblicher Quell des Spaßes – sozusagen das, was Rollenspiel erst ausmacht.

  6. Bei Mensch ärger dich nicht heult ja auch niemand rum wenn man mal kurz einen Witz erzählt oder andere Situationskomik miteinbringt. Das ist Teil des Spiels, ebebso schaut es auch beim Rollenspiel aus.

    Ich mag solche Situationen, sofern sie nicht zum totalen Erliegen des Spiels führen und der Spielleiter in die Rolle des für Ruhe Sorgenden gedrängt wird.

  7. Das einzig schwierige ist halt, die richtige Ballance zu finden. Ich kenne beide Extreme: vor langer Zeit einmal eine Cthulhu Runde, wo alles Wohnzimmertisch-Gelaber als mehr als nur Schändlich betrachtet wurde und eine Runde, bei der kaum Spielen aufkam wegen all dem Zwischengelaber (auch WOW, aber wohl ALLE anderen Themen der Tages- und Wochepresse ebgenfalls).

    In den meisten Gruppen hält es sich aber die Waage und nur so kann es m. E. entspannt und für alle Seiten gleich spaßig werden.

  8. Cyric: Exakt so ist es! :-)

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