Cthuloide Neuheiten

Ich habe gerade ein gut gefülltes Päckchen mit cthuloidem Zeugs ausgepackt, was mich in meiner spontanen Begeisterung dazu veranlasst, ein wenig über cthuloide Neuigkeiten, Ankündigungen und eine alte Sache zu schreiben.

tour-de-lovecraftSchon eine ganze Weile erhältlich ist „Tour de Lovecraft“, worüber ich auch schon berichtet habe. Ken Hite hat aus einer Serie von Blogposts ein Buch gemacht. Im Zuge seiner Vorbereitungen für „Trail of Cthulhu“ las Hite ein weiteres Mal alle Lovecraft-Geschichten und kommentierte sie in seinem Blog. Die entstandene Artikelsammlung ist noch immer in seinem Livejournal zu bewundern (Link in meinem alten Artikel). Es ist ein großartiger Beitrag zum „Lovecraft Criticism“, den man online, ausgedruckt oder leicht erweitert eben in Buchform bekommen kann.

Dass ich mir „Cthulhu 101“ gekauft habe, ist meiner Sammelwut cthulhu101zuzuschreiben, denn ich ging davon aus, dass diese kleine, niedliche Einführung in den Mythos mit den diversen Listen, wahrscheinlich nicht allzu viele Überraschungen für mich bereithält. Es stellte sich aber schon beim ersten Durchblättern heraus, dass es eine sehr humorvolle Einführung ist und Listen wie „10 Things Lovecraft Did Not Like“, „9 Suprising Encouters With The Cthulhu Mythos“ oder „7 Books To Read“, aber auch Erklärungen wie „What ist the Necronomicon?“ wesentlich interessanter sind, als ich dachte. Relativ günstig ist das Buch auch und bei einem Autoren wie Ken Hite (mal wieder) ist ohnehin nur Gutes zu erwarten. Wie wäre es zum Beispiel mit „14 Wrong Ways To Spell ‚Cthulhu'“?

arkham-detective-talesDer Name des Buches „Arkham Detective Tales“ für das Rollenspiel „Trail of Cthulhu“ ist irreführend, denn die vier Abenteuer spielen augenscheinlich alle in New York City. Im Gegensatz zum großartigen „Stunning Eldritch Tales“ enthält der Abenteuerband vier Abenteuer im „purist“-Stil, also weniger Pulp und mehr hirnerweichendes Grauen. Dass die New Yorker Polizei nicht völlig blind gegenüber den seltsamen Ereignissen ist, die teilweise in NYC geschehen, ist ein schöner Kontrast zum üblichen: „Oh mein Gott, hiervon darf niemals jemand etwas erfahren!“. Ich bin schon sehr gespannt.

Die zweite Neuheit für „Trail of Cthulhu“ ist „Rough Magicks“ von Ken Hite, rough-magicksein dünnes Heft mit großartigem Cover, dass sich, wie der Name schon andeutet, mit lovecraftscher Magie beschäftigt. Es gibt mehrere widersprüchliche Erklärungen, was Cthulhu-Magie ist, neue Regeln, neue Zauber und Hinweise, wie man Mythos-Magie ins Detektivspiel einbaut und Charaktere entsprechende Hinweise deuten können. Ich will schon lange mal ein Abenteuer schreiben, in dem ein Zauberspruch mehr ist als ein Werkzeug des Bösewichts und hoffe, dass mir der Band dabei helfen kann.

Wahrlich nicht neu, ja noch nicht einmal mehr über den normalen Buchhandel zu bekommen ist der Roman „Abwärts“ von Nick Mamata. Ein Schriftsteller der 60er Jahre sieht R’lyeh aufsteigen und bereist daraufhin mit seinen Kumpels (unter anderem William S. Burroughs) Amerika, um dem Cthulhukult entgegenzutreten. Rock’nRoll, Drogen und Cthulhu. Über eine Amazonkritik zum Roman stieß ich außerdem auf „Kult“ von Ljubko Deresch, ein weiteres Mythoswerk, das ich mir wahrscheinlich irgendwann einmal zulege.

Auch recht neu ist das Abenteuer „After Lovecraft: The Cold Case of Rob Suydam“. Bisher ist es nur als PDF-Datei erhältlich. Es ist kleinformatig (ich tippe auf amerik. Comic-Größe oder ca. DIN A5), hat 78 Seiten und ist das vierte Abenteuer von Super Genius Games und das erste in einer neuen Reihe. „After Lovecraft“ heißt die Reihe, weil die Abenteuer nach einer Geschichte von HPL spielen und diese Geschichte sogar als Handout verwendet werden soll. „The Cold Case“ spielt nach der Story „Das Grauen von Red Hook“. Die Idee finde ich interessant, aber ich bin skeptisch, was der Fortsetzungsgedanke am Spieltisch bringen soll. Das könnte daran liegen, dass keine meiner Gruppen je Leute enthielt, die große Kenner von Lovecrafts Literatur waren und deshalb dem Aufgreifen von Themen, Orten und Personen nur wenig abgewinnen könnten, aber selbst wenn ich den Wiedererkennungswert einbeziehe, kann ich nur wenig Mehrwert für das Spiel entdecken. Ich grübele noch, ob ich mir das Abenteuer kaufe oder nicht.

Noch nicht erschienen, aber der Ankündigung nach höchst interessant ist „The Armitage Files“ wieder einmal für „Trail of Cthulhu“. Ein paar hübsch gestaltete Handouts mit Tagebucheinträgen des berühmten Professors der Miskatonic University schicken die Charaktere auf eine längere Kampagne. Die Geschichte soll Improvisation ins Detektivrollenspiel bringen und wird gerade spielgetestet. Eine faszinierende Idee von Autor Robin Laws.

Und wenn ich schon dabei bin, will ich auch noch kurz über die neuen Ctulhu-Veröffentlichungen aus dem Hause Pegasus berichten. Die Abenteuersammlung „Grauen in Arkham“, die den Quellenband „Arkham“ begleiten soll, ist zwar für September angekündigt gewesen, aber bisher noch nicht erschienen. Ich vermute, dass wir bis zur Messe warten müssen. Acht Abenteuer in „Lovecraft Country“ – man darf gespannt sein.

Wenn das „Grauen“ erst zur Messe kommt und alle anderen Ankündigungen wirklich erscheinen, wird es eine wahrhaft cthuloide Messe, denn noch drei weitere Bücher sollen dort die Regalböden durchbiegen. „Cthulhu Mittelalter“ wurde völlig neu geschrieben und hat nichts mehr mit dem alten Band „Cthulhu 1000 AD“ zu tun. Das gesamte Mittelalter wird behandelt (nicht nur das Jahr 1000); das Buch ist dick und ein Hardcover. Ich weiß nicht, ob ich Cthulhu im Mittelalter wirklich toll finde, besonders weil ich davon ausgehe, dass das Buch eher ein Geschichtsbuch als ein Rollenspielprodukt werden wird, aber die Cthulhu-Redaktion hat mich schon häufig überrascht und kaufen werde ich es mir natürlich so oder so.

Dritter dicker Band wird „Nocturnum – Lange Schatten“, der erste von drei Teilen einer langen Cthulhu-Now-Kampagne von der Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller schwärmt, seit er sie das erste Mal auf englisch las. Ich mag „Cthulhu Now“ und da am Verkauf dieser Kampagne festgemacht wird, ob die Reihe weiterverfolgt wird oder nicht, werde ich mir auch dieses Buch natürlich zulegen. (Als ob ich dafür eine Ausrede bräuchte …)

Als letztes wäre da noch die neuste Ausgabe der „Cthuloiden Welten“, die man auch nicht vergessen darf.

Insgesamt versprechen es wirklich sehr cthuloide Wochen für mich zu werden.

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Veröffentlicht am 30. September 2009, in Cthulhu abseits, Gumshoe, News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Aber hallo, da hat jemand aber gewaltig zugeschlagen. Für alte Hasen wie mich ist nichts neues dabei, aber ich finde es schön das hier auch ein wenig auf abseitiges eingegangen wird. :) Wenn Du Abwärts noch nicht hast, solltest Du dir das Buch zulegen. Ist wirklich abgefahren. Kult hingegen kann man auch gut als Unknown Armies Roman lesen.

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