Con-Bericht AdI 2009

Dieses Jahr fand der AdI nicht wie sonst um den 3. Oktober herum statt, sondern musste vorverlegt werden. Das Zeltlager bei Otterndorf ist für die Stadt Hannover schon innerhalb der Saison ein Zusatzgeschäft. Bisher waren sie immer noch so nett, uns trotz sogar noch höherer Kosten, nach Saisonende auf das Gelände zu lassen, doch in Anbetracht immer schwierigerer Finanzen, mussten solche Aktivitäten leider beendet werden. Marcos guten Kontakten zur Stadt Hannover ist es aber zu verdanken, dass wir einen anderen Termin bekommen haben.

Mich persönlich stört es überhaupt nicht, drei Wochen früher an die Küste zu fahren. Zwar muss man so auf jeden Fall einen, eventuell sogar zwei Tage Urlaub nehmen, wenn man die ganzen vier Tage von Donnerstag bis Sonntag dort bleiben will, doch anscheinend bin ich nicht der einzige, den das nicht stört. Als ich gegen halb sechs das Gelände betrat, waren schon eine ganze Menge Leute da und im Laufe des Abends erschien fast der komplette Rest. Am Freitag kamen nur noch eine handvoll Con-Besucher an, der Rest war schon lange dabei zu zocken, zu trinken und zu quatschen.

Die Organisation und das Zeltlageressen waren wieder ganz großartig. Auf welchem Con bekommt man schon fünf Mahlzeiten, die praktisch übergangslos auf den Tischen im zentralen Ess- und Brettspielraum aufgestellt werden? Kaum ist das Mittagessen abgeräumt, steht Kuchen da, direkt nach dem Abendessen wird der Nachtimbiss hingestellt, bei dem nach sich bis zum frühen Morgen bedienen kann. Und auf Kaffee muss man nur warten, wenn die Zapfstelle neu aufgefüllt wird.

Meine erste Spielrunde gleich nach dem Abendessen am Donnerstag war Cthulhu im Wilden Westen. Explodierende Bohrtürme erschütterten eine kleine Ölförderstadt. Wir rannten etwas konfus durch die Gegend, wollten aber irgendwie nicht auf die richtige Idee kommen. Spaß hat es aber trotzdem gemacht und Spielleiter Ortwin hat es geschafft, die Geschichte trotz später Stunde und allgemeiner Müdigkeit zu einem guten Abschluss zu bringen.

Für den Freitag hatte ich beschlossen, tagsüber lieber mit Leuten zu quatschen und mich mental auf meine Spielrunde am Abend vorzubereiten. Ehrlich gesagt, war das eine doofe Idee. Ich fand zwar immer jemanden, der bereitwillig und begeisterungsfähig mit mir bei einem Kaffee oder Spaziergang zum Deich ein wenig fachsimpelte, aber eigentlich war ich ja zum Spielen gekommen. Da mich am Nachmittag die Müdigkeit einholte, suchte ich mir auch da keine Runde, sondern legte mich ein wenig aufs Ohr.

Nach dem Abendessen gegen 19 h trafen wir uns dann zu „Girnwood Manor“, meinem Cthulhu-Abenteuer im Wales der 20er Jahre aus der „Cthuloiden Welten“. Ich glaube, gelangweilt hat sich niemand, auch wenn ich ganz schön strampeln musste, um mich auf die Spieler einzustellen (was ganz allein mein Problem war; die Spieler waren super – danke an euch vier, hat mir großen Spaß gemacht).

Am Samstag wollten alle Spieler, die sich bei meinem Solomon-Kane-Abenteuer eingetragen hatten, bei dem Krimi-Freeform mitmachen, das für 19 h angesetzt war. Trotz eigentlich ausreichenden 5 Stunden Zeit, sorgte mangelndes Zeitmanagement meinerseits dafür, dass die Runde ziemlich rabiat beendet werden musste. Zum Glück hat wohl niemand eine tiefgründige Geschichte erwartet. Highlight für mich waren der russische und der italienische Akzent am Tisch, wofür ich mich bei Katje und Jenny herzlich bedanke. Es ist irgendwie erhebend, wenn jemand mit kehligem R brüllt: „Mocht sie ferrrrtig!“, während die Spielfigur mit dem Schwert nach vorn stürmt.

In der Wartezeit zwischen Abendessen und Tablequiz waren wieder fast alle zum Zocken verschwunden. Von uns drei Personen, die im Esssaal rumsaßen zauberte plötzlich einer das Kartenspiel „Porn Star“ hervor, ein unglaublich billig gemachtes Kartenspielchen, bei dem es darum geht, per Auslegen von Karten Pornofilme zu produzieren. Man legt Karten mit Darstellern und „Hardware“ bei sich (und jeweils die gleichen Dinge schlechter Qualität bei den Mitspielern) ab und kassiert dafür Punkte. Wir haben ein paar ziemlich abgefahrene Filmchen „produziert“ und viel gelacht. (Marco, damit habe ich meine Schuldigkeit getan :-) )

Das Tablequiz sorgte wieder für überfüllte Tische, viel Gegröle und ratlose Gesichter – und zeigte ein weiteres Mal, wie schwer es ist, Simon zu besiegen. Seine Gruppe gewann jedenfalls locker. Es ist immer wieder erstaunlich, was für abgefahrene Fragen Marco ausgräbt.

Pegasus hat sich auch wieder nicht lumpen lassen und jedem angemeldeten Spielleiter ein Geschenk gemacht. Außerdem konnte man ein paar neue und alte Produkte kaufen, die ein guter Hinweis darauf waren, was beim AdI-Volk gerade „in“ ist: Massenweise „Savage Worlds“, „Cthulhu“ und das „A Song of Ice and Fire RPG“. Außerdem hatte Daniel zwei Exemplare der neuen Shadowrun-Grundregeln dabei, ein außerordentlich hübsches Buch. Mir wurde von neutraler Stelle erzählt, dass auch der Text – sowohl was die Anzahl an Fehlern, als auch Lesbarkeit und Verständlichkeit angeht – wesentlich besser ist als bei der Vorgängerversion von FanPro.

Ich kann den Bericht nicht besser schließen, als mit einem Satz, den ich beim Mittagessen hörte. (Ich meine nicht: „Schließt alle Foren“, obwohl ich mich auch dieser Meinung durchaus anschließen kann.) Janni war es, der sagte: „AdI ist halt nicht irgendein Con“.

Wie wahr: Vier Tage Spaß, Abtauchen in eine Welt voller Spiele, Fantasy und Fachsimpelei, umringt von sympathischen Menschen, die man viel zu selten sieht. War super, Leute. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

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Veröffentlicht am 16. September 2009, in News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. Mein schamloser Neid ist dir sicher!

  2. Was mir immer abgeht sind ein wenig Fotos von dem Con. Aber sonst würde ich auch gern mal mitmachen, aber die Anreise ist einfach zu beschwerlich und rentiert sich für Südländer nicht.

  3. Ein paar Leute haben Fotos gemacht. Ich war ehrlich gesagt zu faul :-) Und ich stelle auch ungern Fotos von Leuten ungefragt ins Internet. Ich kenne zwar niemanden, den das stören würde, hab da aber Manschetten.

  4. Mir geht es da ähnlich, Amel. Wir hätten zahlreiche Fotos, auch von vergangenen Veranstaltungen, aber in Abwägung meiner zeitlichen Ressourcen und dem unguten Gefühl, das ich bei der ungefragten Veröffentlichung von Fotos anderer Personen im Web habe, komme ich einfach zu dem Ergebnis: Nein. Und ja, natürlich könnte man mit Einverständniserklärungen im Vorfeld arbeiten und ja, andere Teilnehmer haben sich (netterweise) bereit erklärt, die Veröffentlichung zu übernehmen. Mal schauen.

  5. Soll alles kommen, momentan bin ich einfach nur zu dämlich, einen FTP-Account einzurichten bzw. ihn in meinem FTP-Programm zu testen …

  6. Hi Folks, habe mit Maniac abgemacht, dass ich mir mal die Fotos der letzten Jahre ansehe und dann eine Auswahl mit Thumbnails zum einstellen bereitmache. Außerdem habe ich immernoch die Idee, gespielte Abenteuer (am liebsten selbst geschriebene) aufzubereiten und auf der AdI-Seite zu veröffentlichen. Sobald ich beruflich wieder etwas Luft habe und die langen Winterabende kommen, will ich beginnen.

  7. Mir fällt gerade ein: Eine Geschichte habe ich ganz vergessen zu erwähnen.

    Neuer Raum war die Bibliothek, weil die Lehmhütte von anderen Besuchern belegt war. Dort hatte man uns einen Tisch und Stühle bereitgestellt und irgendjemand war auf die Idee gekommen „passende“ Bücher auf einem Schränkchen aufzulegen. Ein Buch über das All und ein anderes über Dinosaurier scheinen ja noch nahezuliegen, aber es waren auch solche Koriositäten wie „Jenny Monstersitter“ und andere dabei, deren Namen ich leider vergessen habe – bestimmt ein Dutzend Kinderbücher, die alle zumindest einen entfernten Bezug zu Mystery, Monstern und Grusel hatten. Da hat wirklich jemand Humor bewiesen, denn die Con-Leitung war das nicht.

    Ganz ehrlich: Jenny Monstersitter, wie cool ist das denn? Und der Titel hat so wunderbar zu meinem Abenteuer gepasst …

  8. Es scheint ja echt ein netter Con zu sein. Aber damit sich die Anfahrt rentiert, müsste ich eine Woche Urlaub nehmen. Und das gibt dann richtig Ärger mit meiner Frau. :D

  9. Danke für den schnellen Bericht! Sei versichert, daß ich bei Girnwood Manor weggeratzt bin, lag NICHT an Dir! Danke für das stimmungsvolle Abenteuer!

    Ich bin leider noch nicht zum Schreiben gekommen :-( Dafür gibt’s hier Fotos:

    http://picasaweb.google.com/doctyoh/200909ADICon2009

    Und aus den Vorjahren:
    http://picasaweb.google.com/doctyoh/20081002ADICon2008
    http://picasaweb.google.com/doctyoh/200709ADICon

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