Con-Bericht: Cthulhu-Con 2009

Ein weiterer Cthulhu-Con ist vergangen und wieder einmal haben eine Menge Leute ein Wochenende lang viel Spaß gehabt. Ungefähr 110 Spieler und Spielerinnen waren da, die Burg war also fast voll.

Auf der Hinfahrt wollte sich der Spaß allerdings noch nicht so recht einstellen, als ich bei sintflutartigem Regen viel später als gehofft über die Autobahn dahinschlich. Nach Kassel wurde das Wetter aber besser und es war wieder ein Erlebnis durch die engen Straßen des Spessart zu fahren, durch verwinkelte Dörfer und dunkle Wälder – bei trübem Wetter eine perfekte Einstimmung für ein Wochenende voller Grusel.

Als ich müde und mit großer Vorfreude auf ein Bier den Burghof betrat, war die Veranstaltung natürlich schon in vollem Gange. Die Anmeldung lief trotzdem problemlos. Bevor ich zu meinem Zimmer gehen konnte, rief mir Daniel vom Cthulhu-Blog über den Hof zu, dass seine Runde bereits laufen würde. Da ich im Vorfeld gebeten hatte, mitmachen zu dürfen, freute ich mich, dass er mich nicht vergessen hatte und beeilte mich, um zur Runde zu kommen, die bereits in vollem Gange war. Vorher holte ich mir aber noch ein wenig der Abendbrotreste, die zum Glück noch nicht abgeräumt worden waren.

Die Runde war ausgesprochen lustig. Wir spielten sechs Mafiosi, die sich mit einem seltsamen Mord an zwei „Kollegen“ konfrontiert sehen und einem Boss (in grandioser Paten-Manier von Daniel gespielt), der das Problem schnell und zur Not auch blutig beendet haben wollte. Das Szenario stammt aus einem der Blood-Brothers-Bände und endete in einem brennenden, mit Leichen gepflasterten Hotel-Penthouse. Ein Heidenspaß, von dem ich hoffe, dass er die einzige Spielerin am Tisch, die mit diesem Macho-Blutrausch ihren Einstieg ins Rollenspiel hatte, nicht ein für alle Mal abgeschreckt hat.

Der Tag endete mit Bier im urgemütlichen Gewölbekeller und wie üblich war ich viel zu spät im Bett – so spät sogar, dass ich am nächsten Tag nicht mitbekam, wie die anderen im Zimmer aufstanden und fast das Frühstück verpennte.

Den Samstagnachmittag hielt ich mir frei, stromerte hier und da herum und unterhielt mich mit möglichst vielen verschiedenen Leuten. Einen Teil der Zeit verbrachte ich beim reich bepackten Pegasus-Stand. Das interessanteste Buch dürfte wohl die aktuelle Cthulhu-Neuerscheinung gewesen sein. „Arkham“ ist ein dickes Buch mit großartigem Cover über die „Hexenstadt am Miskatonic“. In aller Ausführlichkeit wird nicht nur die Stadt, sondern auch die Miskatonic University beschrieben, letztere nimmt sogar den weit größeren Teil des Buches ein. Es liegt eine große Karte bei, eine Haus-für-Haus-Auflistung beschreibt Bewohner und verbreitet Stimmung und viel Hintergrund sorgt für ein stimmungsvolles „Erleben“ der wichtigsten Ortschaft des Cthulhu-Mythos.

Obwohl ich bisher kaum ins Buch schauen konnte, kann ich trotzdem eine dicke Empfehlung für den Band aussprechen. Er ist eine Kombination aus dem beiden Chaosium-Bänden „H. P. Lovecraft’s Arkham“ und „Miskatonic University“, die ich beide kenne. Gerade letzterer ist ein großer Lesespaß, der Stimmung und Information hervorragend kombiniert. Abenteuer findet man aber keine. Diese wurden ausgelagert und erscheinen im kommenden Arkham-Abenteuerband. Ob man eine Stadt- bzw. Uni-Beschreibung wie „Arkham“ im Cthulhu-Spiel überhaupt benötigt, ist ein Punkt, den ich gern mal allgemein diskutieren würde, aber Cthulhu-Bücher gingen schon immer um Details und Information, und wenn sie auch noch gut dargestellt werden und eine cthuloide Stimmung unterstützen, kann man damit eigentlich nicht viel falsch machen.

Im Nebenraum war noch ein großer Stand der Runequest-Gesellschaft, an dem man nicht nur „Runequest“ und „Hero Quest“, sondern auch in Deutschland teilweise schwierig zu bekommende Cthulhu-Veröffentlichungen erstehen konnte. Besonders die Monographs dürften für einige interessant gewesen sein, aber auch im Bereich „Cthulhu Fiction“ konnte man günstig einkaufen. Von den Miskatonic-University-Bleistiften und „Cthulhu for President“-Ansteckern wollen wir gar nicht sprechen. Ganz nebenbei konnte man sich am Stand ganz hervorragend unterhalten.

Nach einem gemütlichen Nachmittag und leckerem Abendessen leitete ich „Girnwood Manor“ aus der „Cthuloiden Welten 15“. Wie so häufig hatte meine Zeitplanung eher mit Wunschdenken als mit einem echten Plan zu tun und so mussten wir mitten im Abenteuer aufhören, als um Mitternacht das Tablequiz losging. Spaß hatten, glaube ich, trotzdem alle.

Das Tablequiz war auch wieder sehr gelungen. 24 schwierige Fragen über den Mythos, das Cthulhu-Rollenspiel und Lovecraft selbst. Ich weiß jetzt, wo der blaue Monolith steht und wie viele Seiten das aktuelle Spielleiterhandbuch hat.

Auch diese Nacht war viel zu kurz. Am Sonntag wurde müde aufgeräumt und nach einer weiteren leckeren Mahlzeit verabschiedete man sich und fuhr in alle Himmelsrichtungen davon.

Wenn das Wochenende einen Fehler hatte, dann nur den, dass es zu schnell vorbei war. Ich selbst hatte zwei sehr schöne Runden und habe auch nur von einer Runde gehört, die schlecht lief (für einen Con keine schlechte Ausbeute). Die Kulisse von Burg Rieneck ist ein wahrgewordener cthuloider Traum und Orga und Essen waren hervorragend. Nächstes Mal bin ich jedenfalls wieder dabei.

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Veröffentlicht am 14. Juli 2009, in Cthulhu. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. Die Runde Girnwood Manor war super, ich war nur so K.O. von Cold War…
    Toller Bericht, hoffe du bist angekommen und hast Schlaf nachgeholt. Mein Bericht kommt noch per Podcast, ich schneide ihn gerade zusammen :-)

  2. Habe es sehr genossen, mit dir/euch zu plaudern. Hoffentlich geht sich beim nächsten Mal auch eine gemeinsame Runde aus!

    Liebe Grüße aus Wien,
    Markus

  3. Das hoffe ich auch.

  4. Das ging wie immer flott mit dem Bericht. :-) Ja Girnwood Manor war eines der besten Abenteuer das ich bisher gespielt hab. Kam super Stimmung auf und meine Mitspieler waren auch alle top.

  5. —> “Arkham” ist ein dickes Buch mit großartigem Cover über die “Hexenstadt am Miskatonic”.

    Danke für das nette Kompliment! ;))

    Viele Grüße aus München,
    Manfred

  6. Oh, nichts zu danken. Du weißt doch, dass ich auf deine Cover stehe :-)

  7. Ich finds auch schade, das wir „Girnwood Manor“ zeitlich nicht geschafft haben …. denoch tolles Abenteuer :-) :-), unvergesslicher, stimmungsvoller Abend

    Marc

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  2. Pingback: System matters − Special – Die Cthulhu Con 2009

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