Make it work

Den besten Rollenspieltipp der letzten Jahre habe ich aus „Play Unsafe“ von Graham Walmsley. Dominic Wäschs „Spielleiten“ zitiert kräftig aus dem kleinen Buch und hat mich darauf gebracht. „Play Unsafe“ beschreibt Improvisationstechniken und wie man sie für das Rollenspiel einsetzt. Ein tolles Buch, das ich hiermit jedem Rollenspieler empfehle.

Walmsley hat aber auch – versteckt bei den diversen kleinen Tipps im letzten Kapitel – einen universal einsetzbaren Tipp. Sinngemäß sagt er:

Probiert Methoden aus, die ihr nicht mögt, bis sie für euch funktionieren.

Und so rufe ich jeden Rollenspieler auf: Wenn ihr einen Spielstil oder eine Spieltechnik nicht mögt oder nicht begreift, spielt sie trotzdem – wenigstens eine kurze Zeit – bis ihr damit ein positives Spielerlebnis produziert, oder beschäftigt euch wenigstens theoretisch damit, bis ihr ihre Vorzüge begreift! Niemand sagt, dass ihr sie hinterher plötzlich mögt, aber sie zu begreifen bringt viele Vorteile:

  • Man wird zum besseren Spieler, denn man versteht seine Mitspieler besser und kann besser auf ihre Bedürfnisse eingehen; man findet  leichter Kompromisse in Streitsituationen.
  • Man wird zum besseren Spielleiter, denn man hat mehr Techniken für den Abenteuerentwurf zur Verfügung. Ein spontaner Spielabend kann z. B. mit Techniken aus „Play Unsafe“ ohne Vorbereitung gestaltet werden. Am einen Tag gibt es vielleicht ein Dungeon und am nächsten ein Intrigenabenteuer am Hofe des Königs – und beides ist könnte in eine Sandbox-Kampagne eingebunden sein. Flexibilität hilft die Spieler zu verstehen und besser auf ihre Bedürfnisse einzugehen.
  • Man wird zum angenehmeren Diskussionspartner, denn man lernt sinnvolle Kritik von simpler Borniertheit zu unterscheiden. Man kann aus einem größeren Verständnis heraus argumentieren.

Und ich selbst generiere unendlich viele Hits für den Blog, weil jeder, der in Foren oder Blogs auf einen nervigen Meckerkopf stößt, nur auf diesen Eintrag verweisen muss :-)

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Veröffentlicht am 12. Juni 2009, in Spielhilfen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Super! Das Buch hab ich auch, deckte sich ein wenig mit der Pick-up Kampagnengestaltung bei Spirit of the Century. Und ein guter Tipp, auch wenn er die Meckerköpfe nicht beruhigen wird ;) Trotzdem hoffe ich natürlich auf die „unendlich vielen Hits“ :)

    Ein schönes WE!

  2. Klingt interessant. Ich werde das Buch mal näher in Augenschein nehmen :)

  3. Ja, dieses Büchlein wollte ich mir auch immer mal zu Gemüte führen. Wenn ich das nächste Mal im Sphärenmeister stöber. :-) Danke nochmal für den Hinweis.

    Übrigens, genau das mit dem „Probiert Methoden aus, die ihr nicht mögt, bis sie für euch funktionieren“ haben wir in unserem EinzelKnaller gemacht. Den letzten Teil haben wir nicht so exzessiv ausgereizt, aber wir haben uns schon quer Beet durch viele verschiedene Stile, Konzepte, Methoden usw. gefressen. Sehr erhellend, muss ich sagen.

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