Zombie-Wahnsinn: „Diary of the Dead“ und „Quaratine“

Als alter Zombie-Fan bin ich um die beiden jüngst auf DVD erschienen Filme natürlich nicht herumgekommen.

„Diary of the Dead“ war ja schon eine ganze Weile angekündigt. Der Film greift die Idee von „Blairwitch Project“, „Cloverville“ und „Rec“ auf und erzählt die Zombie-Apokalypse aus der Ich-Perspektive. Ein Gruppe Filmstudenten dreht gerade für ein Uniprojekt einen Mumienfilm, als in den Nachrichten von Toten berichtet wird, die aufstehen, um die Lebenden zu verspeisen. Zunächst ungläubig machen sie sich zusammen mit ihrem ständig angetrunkenen Professor dennoch nach Hause auf, um bei ihren Familien zu sein. Zwei Studenten setzen sich in die Villa der Eltern ab, die anderen setzen sich in einen Van und fahren in die Nacht.

Die Handlung ist typisch für das Genre: Leute in der Gruppe sterben und man sieht Liebende, die mit den aggressiven Leichen ihrer Freunde konfrontiert werden. Sie besuchen ein Krankenhaus, treffen auf eine Gruppe bewaffneter und aggressiver Überlebender und immer wieder müssen sie Leichen niederschießen.

Der interessanteste Aspekt des Films ist die Auseinandersetzung mit dem Medium selbst: Warum filmt einer der Studenten die ganze Zeit mit? Der philosophische Aspekt des ewigen Beobachters wird immer wieder von der Erzählerin, die am Ende all die Filmteile zusammengeschnitten und teilweise sogar mit Musik unterlegt hat, aufgegriffen und beleuchtet. Damit ist der Film der vielleicht stimmigste dieser Art; die Unlogik der dauernd angeschalteten Kamera wird umgangen. Nur leider fehlt es an Dramatik. Die Verzweiflung der Hauptpersonen kommt wenig zum Ausdruck, und die Gefahr für ihr Leben erscheint fast Nebensache zu sein. Trotz der guten Ansätze ist der Film leider enttäuschend gewesen.

„Quarantine“ hingegen hat mich an das Sofa gefesselt – und das obwohl ich den Film kannte. „Quarantine“ ist das amerikanische Remake des spanischen Films „Rec“, den ich hier schon besprochen habe. Eine Reporterin und ihr Kameramann begleiten für eine Reportage ein paar Feuerwehrleute auf einen Einsatz in eine Mehrfamilienhaus, in dem eine alte Frau hysterisch in ihrer Wohnung herumkreischt und auf Klopfen oder Klingeln nicht reagiert. Als die alte Frau einen Polizisten anfällt und schwer verletzt und dieser aus dem Haus gebracht werden soll, stellen die Insassen fes, dass sie eingeschlossen sind. Das CDC sperrt das Haus systematisch ab und bedroht jeden mit Waffen, der es verlassen will. Wie sich die Geschichte weiterentwickelt, kann man sich denken, doch das Showdown ist eines der gruseligsten, die ich seit langem sah.

Das Remake hält sich sehr stark an die Vorlage und trotzdem hat es mir besser gefallen. Vielleicht lag es daran, dass ich den Film diesmal auf dem Fernseher gesehen habe und mir die Wackelkamera wegen des kleineren Bildes nicht wieder Übelkeit verursacht hat. Vielleicht lag es auch daran, dass die Hauptdarstellerin Jennifer Carpenter war (die coole Schwester von Dexter aus der gleichnamigen Serie, deren Schnodderschnauze sehr zur Qualität der Serie beiträgt) und mit einer angenehmeren Stimme und auch wesentlich besser synchronisiert war als ihre spanische Kollegin. Jedenfalls saß ich gegen Ende gebannt auf meinem Sofa, obwohl ich teilweise genau wusste, was geschehen würde – einschließlich einiger Kameraeinstellungen. „Quarantine“ ist ein brutaler, gut gemachter Zombieschocker, wie man ihn sich wünscht.

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Veröffentlicht am 28. Mai 2009, in Film, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. rillenmanni

    Supi! Vielen Dank fürs Auf-die-Filme-Stoßen! Zwar selbst ein großer Zombie-Fan, bin ich derzeit nicht am Puls der Zeit.

    Heissa, bald schon, bald! *hüpf*

  2. Kennst du schon Dead Set?

    Britain has a big problem. The dead are returning to life and attacking the living. The people they kill get up and kill – and it’s spreading like wildfire. Curiously, there are a few people left in Britain who aren’t worried about any of this – that’s because they’re the remaining contestants in Big Brother. Cocooned in the safety of the Big Brother house, they’re blissfully unaware of the horrific events unfolding outside. Until an eviction night when all hell breaks loose.

    http://www.e4.com/deadset/

  3. Nee, noch gar nichts. Sieht jedenfalls abgefahren aus. Ich muss das näher beobachten :-)

  4. Diary of the Dead hat mich wirklich sehr enttäuscht. Fand ich extrem unspannend.
    Dead Set kann ich auch nur sehr empfehlen – ist echt ein Zombie-Hammer. ;)
    http://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Set_(TV_series)

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