Wizards nimmt PDFs vom Markt

Wie man bereits auf diversen amerikanischen Seiten lesen kann, verbietet Wizards of the Coast den Verkauf ihrer PDF-Produkte mit sofortiger Wirkung, angeblich weil sie entdeckt haben, dass die Bücher auch illegal heruntergeladen werden können.

Mindestens eine Stimme vermutet, dass es viel mehr darum geht alle anderen Editionen außer der 4. vom Markt zu bekommen. Man kann so etwas natürlich nur raten, ganz fern ist liegt es jedenfalls nicht.

So oder so ist es ärgerlich für alle Pathfinder-, DnD-3.x- und natürlich die Old-school-Fans, denn damit sind auch die alten AD&D-Produkte verschwunden, die man noch bis vor Kurzem für billige $4,95 erwerben konnte. Schade – und ein Schlag ins Gesicht für jeden ehrlichen PDF-Kunden.

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Veröffentlicht am 7. April 2009, in News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. das verrückte ist ja, dass die illegalen Kopien eh nicht schädlich sind – das wurde ja für Musik mittlerweise wissenschaftlich belegt und bei Rollenspielen sehe ich das selbe Phenomen.

    Ich „besorge“ mir das Basisbuch eines Rollenspiels, das ich mir sonst nicht angeschaut hätte. Dann finde ich es gut und kaufe mir die Erweiterungsbände und nach einer Weile auch das Basisbuch. Und wieder ist ein Kunde mehr da. Ohne die illegale Kopie wärs nie dazu gekommen.

    Bei Musik ist dieser Effekt wie gesagt wissenschaftlich bewiesen (und das Gejammer der Musikindustrie liegt nur daran, dass sie das nicht wahr haben wollen – das von ihnen in Auftrag gegebene Gegengutachten ist bis heute nicht fertig geworden – warum nur?)

  2. Hast du einen Link zu dem Gutachten? Nur so aus Neugierde.

    Steve Jackson Games erzählt in jedem Jahresbericht seit Einführung von e23, dass sie keinerlei Einfluss zwischen PDF-Verkäufen und Buchverkäufen feststellen – ganz im Gegenteil, manchmal entsteht sogar ein kurzfristiger Bedarf an kleineren Druckauflagen. Das Degenesis-GRW verkauft sich für Rollenspiel-Verhältnisse gut, obwohl (oder weil?) man das Buch komplett herunterladen kann. (Das soll aber bitte niemanden zur Datenpiraterie animieren.)

    Ist eine alte Diskussion, die wir endlos fortführen könnten. Seine Meinung wird ohnehin niemand ändern.

  3. Ach! Halb so wild! Das ist nur der Auftakt zum eigenen Online-PDF-Verkauf der Wizards! Ihr könnt euch also problemlos entspannen, es hat nix zu bedeuten.

  4. Da hast du wahrscheinlich recht. Vorher noch ein paar Klagen raushauen, damit die Leute Angst kriegen und dann selbst verkaufen – macht Sinn.

  5. Ist aber eine Taktik, die mich vergraulen wird, sollten sie es machen. Wirtschaft ist immer Krieg, solange wir es zulassen – wie wir schon an nasta vs. PG gesehen haben:
    -> http://1w6.org/blog/drak/2008-09-16-nasta-vs-pg-wirtschaft-ist-immer-krieg-wenn-wir-es-zulassen-kunden

  6. Da rennst du offene Türen ein. Ich finde 4E sowieso nicht gut und die Aggressivität von Wizards nervt mich auch.

    Die PG-Stahl-Sache hatte aber wenig mit Wirtschaft zu tun, wenn du mich fragst. Eher mit verletzten Gefühlen. Obwohl natürlich auch ich nur raten kann.

  7. So wenig in WotC leiden kann – ich fürchte die kriegen von „oben“ (also HASBRO) ordentlich Daumenschrauben angelegt und haben ganz sicher eine gewisse Quote zu erfüllen oder sie werden komplett fallen gelassen.

  8. Da gehe ich sogar stark von aus. Deshalb wahrscheinlich auch die vielen meiner Meinung nach überzogenen „Panikreaktionen“, die vielen Entlassungen, etc. Ist halt viel schiefgegangen ist letzter Zeit.

    Am Ende nützt aber das ganze Meckern nix. Wir nehmen es halt hin und kaufen 4E oder auch nicht, wir können ja eh nur raten, was genau Wizards vorhat (und warum).

  9. @amel: Ich denke auch, dass NaSta vs. PG v.a. verletzte Gefühle waren. Aber wenn das ihnen Erfolg gebracht hätte, wäre die Praxis vermutlich recht schnell verbreitet worden… „vote with your wallet where you don’t get a real voice“

  10. Viel zu teuer und zu risikoreich. Das „Wallet“ ist bei deutschen Rollenspielverlagen viel zu klein, um damit wählen zu gehen. Man vergrätzt Kunden, kriegt schlechte Presse und schießt auch noch Geld durch den Schornstein. Ich habe jedenfalls bei entsprechenden Unterhaltungen nur verständnisloses Kopfschütteln gesehen.

  11. Das „vote with your wallet“ bezieht sich auf den Kunden: Ich als Kunde kaufe bei dem, dessen Handlungen ich richtig finde, auch wenn mich das mal etwas mehr kostet.

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