Astropia – die Zusatzmaterialien

Über den Film „Astropia“ ist schon an anderen Stellen ausführlich berichtet worden, deshalb werde ich über den Film selbst gar nicht mehr viel sagen. Ich war ein wenig enttäuscht, was aber hauptsächlich an den vielen Lobeshymnen liegt, die meine Erwartungen in die falsche Richtung gelenkt haben. Der Film ist stellenweise ganz schön flach, aber je länger ich ihn „wirken lassen“ kann, desto liebevoller fand ich ihn. Er ist ganz niedlich und unterhaltsam und sicherlich eine gute Werbung für das Rollenspiel an sich. Dirk Remmecke will den Werbeeffekt zusätzlich mit Zusatzmaterialien verstärken, die der DVD beigefügt wurden.

Zunächst wäre da das Booklet, in dem ein komplettes Anfängerrollenspiel enthalten ist (das Cover ist hier zu bewundern). Auf 16 Seiten findet der Leser ein kurzes, einfaches Fantasy-Rollenspiel, das funktionieren sollte und Lust auf mehr macht (auch wenn mir beispielsweise die Regeln von „Dungeonslayers“ besser gefallen und genauso Anfänger-tauglich sind, wenn man sie entsprechend forumlieren würde; mir fehlt etwas die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln). Wirklich beeindruckt bin ich aber von der Art wie Remmecke die Neulinge anspricht. Der Einleitungsabschnitt erklärt die Faszination „Rollenspiel“ sehr anschaulich (hat aber natürlich einen ganzen Film, um sich darauf zu beziehen), und das kleine Kapitel über „gesunden Menschenverstand“ sollte genau so in jedem Rollenspiel stehen, das sich an Anfänger richtet. Eine großartige Lektüre, von der ich hoffe, dass ihr Text als Download angeboten werden wird, damit man sie auf herumreichen und verteilen kann.

Ein Abenteuer ist nicht dabei – dazu hat der Platz verständlicherweise nicht gereicht – das soll aber auf dem Blog zum Film nachgeholt werden. Dort sollen regelmäßig Tipps, Abenteuer und anderes Material (wie ich gehört habe, auch noch weitere Einsteigermöglichkeiten zu anderen Rollenspielen) angeboten werden. Bisher ist neben dem Entwicklungsblog immerhin eine langen Liste mit Rollenspielläden zu finden, das angekündigte Abenteuer kommt bestimmt auch bald. Bleibt zu hoffen, dass der Support nicht zu schnell wieder abreißt.

Zusätzlich sind auf der DVD Kurzregeln zu verschiedenen Systemen als PDF-Dateien. Die drei wichtigsten Genre sind mit ihren in Deutschland wichtigesten Vertretern (Horror: Cthulhu; SciFi: Shadowrun und Fantasy (DSA) vorhanden. Die Kurzregeln für Cthulhu und Shadowrun sind die gleichen, die man auch auf der Homepage von Pegasus findet, warum allerdings darauf verzichtet wurde, auch das zu den Regeln gehörige Abenteuer für Shadowrun beizufügen, ist mir nicht ganz klar. Für DSA sind gleich zwei PDFs auf der DVD, die es meines Wissens nirgendwo im Internet gibt: Zum einen ein Mini-Einsteigerregelwerk auf nur sechs Seiten und zum anderen die komplette Version von „Kult der Goldenen Masken“. Besonders über letzteres habe ich mich gefreut, denn auch wenn ich kein Fan von DSA4 bin, so ist es nun mal das präsentestes Regelsystem in Deutschland und der „Kult“ ist ein netter Einstieg. Das Miniregelwerk ist für ein erstes Ausprobieren von Rollenspiel ganz gut geeignet, auch wenn das DVD-Booklet besser ist. Nur eine Sache hat mich bei den DSA-PDFs wirklich gestört: Die Auflösung der Scans. Eine Aventurienkarte in „Kult“ ist so pixelig, dass man keinen einzigen Schriftzug lesen kann und – noch ärgerlicher – die Charakterkarten, die man ausdrucken und den Spielern geben soll, sind auch so schlecht aufgelöst, dass der Text schlecht zu lesen ist. Ich hoffe nun noch auf eine Verlinkung zu dem Midgard- und Perry-Rhodan-Kurzregelwerken auf dem Blog. Wenn die Midgard-Leute schlau sind, bieten sie das komplette Buch „Klingensucher“ als Download an, aber da erwarte ich wohl zu viel.

Ob sich unter der Zielgruppe für den Film viele potenzielle Rollenspielneulinge befinden, wird sich erst noch zeigen, doch was die Zusatzmaterialien angeht, sind alle Wege geebnet, um einfach ins Hobby einzusteigen. Eine tolle Arbeit und man kann Dirk Remmecke nur für seine Begeisterung danken. Ich werde den Astropia-Blog jedenfalls weiter beobachten.

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Veröffentlicht am 24. Februar 2009, in Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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