Danger Magnet – Do you like pulp?

Pulp als Spielstil hat für den erwachsenen Rollenspieler eine Menge Vorteile: Es ist schnell, unkompliziert und sofort spannend; es gibt genug Action, dass man keine Mühe hat, sich auf einen Spielabend auch nach einem anstrengenden Arbeitstag zu konzentrieren.

Auch wenn Pulp ja eigentlich eher eine Erzählform als ein Genre ist, wird es im Rollenspiel (und wahrscheinlich auch anderswo) als Genre gehandhabt: 20er oder 30er Jahre gemischt mit exotischen Kulissen, Magie, Horror, übergroßen Helden und ein wenig Steampunk.

„Hollow Earth Expedition“ ist – so wurde mir zugetragen – eine gute Inkarnation dieses Genres. Das Rollenspiel ist fokussiert und bietet gute, passende Regeln für eine Expedition in die Hohlwelt und auch für Abenteuer auf der Erdoberfläche.

All das erzähle ich, um einen Link loszuwerden (und davon zu erzählen, wie cool Pulp ist). „Danger Magnet“ ist ein PDF-Zine für pulpiges Rollenspiel. Es scheint, wenn ich die Ankündigung richtig deute, hauptsächlich für „Hollow Earth Expedition“ zu sein, aber auch andere Pulp-Rollenspiele – z. B. Cthulhu – sollten mit den Artikeln und Abenteuern etwas anfangen können. Es ist umsonst, sieht gut aus und ich hoffe, wir sehen noch viele weitere Ausgaben des Magazins.

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Veröffentlicht am 24. September 2008, in Abenteuer, News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Eigentlich ist Pulp weniger ein Spielweltengenre, wie Fantasy oder Horror, sondern es ist eine Art zu Spielen. Man könnte es auch „cinematisch“ nennen, aber mit diesem Begriff wurde soviel Schundluder in den letzten Jahren getrieben, dass man ihn vielleicht nicht mehr in den Mund nehmen sollte.

    Das wichtigste Merkmal ist dabei, Pulp ist ein Männergenre, denn alle Pulphelden sind nach klassischen Schablonen von Männlichkeit geschnitten. Sie waren selbst für die damalige Zeit oftmals untypisch, altmodisch — halt die typische Nostalgie, dass früher Männer noch echte Männer sein konnten.

    Damit kann man getrost das „Horror“ aus deiner Auflistung rausnehmen. Lovecrafts Horrorgeschichten haben nur einen unbedeutenden Teil des Pulpgenres ausgemacht, das Gros waren Detektiv- und vor allem Sportgeschichten. Der Erfolg von Lovecraft kam erst lange nach seinem Tod.

    Wer Pulp spielen möchte, kann das mit vielen Rollenspielen tun, denn das Rollenspiel selbst hat sich sehr stark aus dem Pulpgenre bedient. Das sieht man sehr deutlich an Spielen wie D&D, in dem gute, aber etwas raue Helden an fremde, exotische Orte reisen, finstere Höhlen und Burgen erforschen und dem Bösewicht die Damsel in Distress entreißen. Alles klassische Pulpelemente.

  2. Hallo Sven,

    wenn ich mal kurz zitieren darf:

    „Eigentlich ist Pulp weniger ein Spielweltengenre, wie Fantasy oder Horror, sondern es ist eine Art zu Spielen.“

    Eben. Wie ich auch schrieb, ist Pulp eigentlich eher eine Erzählform als ein Genre. Aber selbst das ist ja falsch. Denn eigentlich sind die „Pulps“ ja nichts anderes als Groschenromane oder Literaturmagazine, die auf billigem holzhaltigem Papier (wood pulp) gedruckt wurden. Übersetzt heißt Pulp Fiction wohl am ehesten Schundliteratur. Als die Pulps ihren Höhepunkt hatten, kamen da genau die Helden drin vor, die du nennst, aber dennoch es gab Horror-, Detektiv-, Abenteuer- und Science-Fiction-Pulps und jedes andere Genre. John Sinclair und Der Hexer von Salem sind z. B. typische Pulpserien – und auch wenn du sie nicht sonderlich gruselig finden magst, behandeln Der Hexer und Sinclair nun mal typische Horrorelemente und benutzen Horrortechniken.

    Doc Savage ist ein Beispiel für Abenteuer-Pulps, Conan für Fantasy-Pulps und der Name eines der berühmtesten Sci-Fi-Pulp-Helden fällt mir gerade ums Verrecken nicht ein.

    Im Rollenspiel hat sich Pulp aber inzwischen als Genre etabliert – jedenfalls wenn du auf die amerikanischen Veröffentlichungen guckst. Adventure!, Pulp Adventures, Hollow Earth Expedition und viele, viele andere sind typisch dafür. Mit Geistern und Vampiren, die darin durchaus vorkommen hält dort auch der Horror Einzug.

    Aber trotz meiner abweichenden Meinung in einigen Punkten, sind wir uns im Grunde einig. Wie ich schon in meiner Rezi des Hexer-von-Salem-Rollenspiels hier im Blog schrieb: Rollenspiel *ist* Pulp. Das sollte man sich ab und zu klar machen.

  3. Also ich kriege jedenfalls echt Ausschlag, wenn regelmäßig in Rollenspielforen die Leute „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ (den Film) als für so eine Art Inbegriff des Pulps halten. Ich fand den Film so unterträglich, dass ich ihn nicht zuende gucken konnte.

  4. Naja, pulpig ist er auf jeden Fall – ich würde es mal als modernen Comic-Pulp bezeichnen, auch wenn es diese Wortschöpfung, glaube ich, nicht gibt. Man muss ihn deshalb natürlich nicht mögen. Aber ehrlich gesagt, fand ich ihn ziemlich cool. Ich fand aber auch Van Helsing ganz großartig (und behaupte immer noch, dass jeder der Van Helsing nicht mochte, ihn einfach nicht verstanden hat).

  5. Tja, ich bin wohl, was Pulp angeht, reaktionär. ;-)

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