The Rule of Lame

Drüben bei Amagi Games, ist ein neuer Artikel. Die „Rule of Lame“ ist eine interessante Idee, die ganz tief in die Trickkiste der Rollenspieltheorie greift, ohne selbst theoretisch zu sein. Kleinere Probleme innerhalb einer Gruppe können sich damit aber beheben lassen.

Die Regel besagt (ganz grob): Jeder hat jederzeit die Möglichkeit eine Handlung als „lahm“ zu bezeichnen. Wenn er jemanden findet, der ihn unterstützt, findet sie nicht statt. Vor jedem Spielabend werden alle explizit an diese Regel erinnert.

Die Auswirkungen sind vielleicht viel tiefgehender, als man es auf der ersten Blick ahnt. Es lohnt sich auf die Seite von Amagi Games zu gehen und den kurzen Artikel daraufhin zu lesen.

Besonders in Bezug auf meinen Artikel „Untote Rollenspielgruppen“ ist die „Rule of Lame“ interessant. Ich kenne eine Gruppe, da würden mehrere Spieler diese Regel ignorieren oder wären von vorn herein dagegen, sie überhaupt einzusetzen und ich glaube, wenn es jemand für nötig hält die „Rule of Lame“ vorzuschlagen, weil er ein Problem mit seiner Gruppe hat, und es sitzen Leute am Tisch, die sich weigern, sie anzuwenden, sollte er die Gruppe verlassen. Die Differenzen innerhalb der Gruppe sind dann offensichtlich zu groß.

Advertisements

Veröffentlicht am 11. September 2008, in Spielhilfen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Das ist immer noch vergleichsweise harmlos gegen ein Wushu-mäßiges Veto. Wenn überhaupt sollte man sich damit auseinandersetzen, wie sich die beiden unterscheiden.

  2. Der Unterschied liegt an zusätzlichen Kontrolle durch die Mitspieler. In einem Spiel mit „normalem“ Spielleiter, der den Hauptteil der Geschichte kontrolliert, kann davon ausgegangen werden, dass die Spieler es gewohnt sind, dass eine Person am Tisch sie überstimmen kann. Wenn dann die „Rule of Lame“ eingeführt wird, ist es sinnvoll, dass die anderen Spieler auf den Einspruch reagieren können und wenn alle der Meinung sind, dass sie es eigentlich gut finden, wie es ist, bleibt es halt so.

    Wushu ist da krasser, weil alle am Tisch die Welt gestalten. Da ist die Meinung des Einzelnen bedeutender.

    Aber am Ende ist der Unterschied gar nicht so groß. Es bleibt beim Veto-Recht von allen, nur dass einmal die anderen auch noch etwas dazu zu sagen haben und einmal eben nicht. Ich glaube, beides würde in allen Spielen funktionieren.

    Oder bist du anderer Meinung?

  3. Da das WUSHU Veto nur bei Spielen mit viel META funktioniert (gibt es ja so auch bei PTA, z.B.), die RULE of LAME aber bei jedem Spiel und vor allem bei klassischen Spielen, ist sie dadurch etwas anderes.
    Um KRASSHEIT ging es hier doch gar nicht. o.O

    Aber mich würde eine klare Analyse und Gegenüberstellung durchaus auch interssieren.

  4. Na gut, ich formuliere es um und sage: „Wushu hat andere Voraussetzungen, weil …“ – Jetzt würde mich nur noch interessieren, was du dir unter „krass“ vorgestellt hast ;-)

    Wenn ich aber ehrlich bin, sehe ich keine wesentlichen Unterschiede. Zwei Kleinigkeiten sind anders:

    1. Die Tatsache, dass bei Wushu das Vetorecht tief verankert und essenziell für das Gelingen des Spiels ist und im Gegensatz dazu, die „Rule of Lame“ vor jedem Spielabend aufs Neue ins Gedächtnis der Spieler gerufen wird.

    2. Die Tatsache, dass die „Rule of Lame“ eine Bestätigung durch andere Spieler voraussetzt.

    Was *wirklich* unterschiedlich ist, ist der Kontext, in dem die Regeln benutzt werden. Die „Rule of Lame“ wird wahrscheinlich nur eingeführt, wenn eine Gruppe ein Problem hat. Wahrscheinlich versuchen die Spieler damit, etwas zu reparieren, das kaputt ist. Die Akzeptanz dürfte deshalb unterschiedlich sein und vermutlich genau aus diesem Grund muss jeden Spielabend wieder daran erinnert werden. Mich würde hauptsächlich interessieren, was für Auswirkungen die Regel in Gruppen hat, die sie eigentlich gar nicht benötigen, und wie groß die Aktzeptanz von so einer Vereinbarung bei Gruppen ist, die sich zu häufig uneins ist.

    Was meint ihr denn, wo der Unterschied ist?

  5. <>

    Wie würdest du das begründen? Ich hätte die bei B&B genauso gut reinschreiben können.

    Dass zu Beginn jedes Spielabends darauf hingewiesen wird, ist eigentlich nochmal eine zusätzliche Regel und fällt unter die ganze Ritual-Discourse-Schiene. Man hätte auch bei WuShu reinschreiben können, am Anfang jedes Abends auf die Veto-Regel hinzuweisen.

  6. 1of3: Ich bin verwirrt? Womit begründe ich was? Ich habe so viel geschrieben …

    Klar hättest du die in dein Rollenspiel auch reinschreiben können, das ist ja der Witz an der Regel.

    Ritual Discourse: Ich bin offenbar nicht so Theorie-fest, wie ich dachte. Keine Ahnung, was du meinst. Bei der „Rule of Lame“ wird die Regel jeden Abend wiederholt, weil sie eigentlich gar nicht zur Anwendung kommen, sondern hauptsächlich eine bestimmte Denkweise fördern soll. Dafür muss man halt immer wieder daran erinnert werden – bis es irgendwann nicht mehr nötig ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: