Narnia-RPG erfolgreich?

Ich war vor zwei Tagen in einer Thalia-Buchhandlung und sehe auf einem Tisch mit Fantasy für junge Erwachsene (meine Bezeichnung für die ganze Harry-Potter-, Narnia-, Spiderwyck-, Lycidas-Welle) gleich zwei Stapel mit „Narnia – Das Rollenspiel“. Bestimmt zehn Rollenspielregelwerke in einer Buchhandlungskette!

Es geht also, fragt sich nur, wieso hier und bei anderen Rollenspielen nicht. Klar, das Thema ist durch die Fantasywelle und die Kinofilme gerade „in“, aber beispielsweise „Der Hexer von Salem“ steht auch in jeder Buchhandlung, warum also nicht auch wenigstens eine Ausgabe eines Pegasus-Spielbuchs oder gar des Rollenspiels?

Ich vermute neben dem Thema zwei weitere Gründe:

1. Das Format. DIN A4 ist nicht buchhandlungskompatibel. Ohne auch nur auf einen Hauch an Hintergrundwissen zu besitzen, könnte ich mir vorstellen, dass das Format ein wichtigerer Grund ist, als man spontan vermuten würde.

2. Der Verlag. Brendow ist kein Rollenspielverlag. Da spielen sicherlich ganz viele Dinge wie Kontakte, allgemeine Verträge und was-weiß-ich-noch-alles eine Rolle.

Das sind natürlich alles völlig haltlose Vermutungen, dennoch bleibt festzuhalten: Es geht! Man bekommt Rollenspiele in große Buchhandlungen, und Narnia wird sich dementsprechend wahrscheinlich besser verkaufen, als auch die bestlaufenden sonstigen Rollenspiele in Deutschland (noch eine haltlose Vermutung). Anderen Verlagen müsste es doch möglich sein herauszufinden, wie das geht.

Eine Rezension für das Narnia-Rollenspiel – geschrieben für den absoluten Rollenspielneuling – erscheint hier am 26.08. – wie immer um 03:33 Uhr. Ich versuche sogar zu erklären, was Rollenspiel eigentlich ist.

Veröffentlicht am 22. August 2008, in News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Tatsächlich ist es Punkt 2. Den Hexer hat man nicht in den Buchhandel bekommen; Brendo ist *der* Narnia-Verlag. Die haben einen ganz anderen Stand als ein „kleiner“ Rollenspielvertrieb wie Pegasus.

  2. Das macht natürlich Sinn.

  3. Diese Form von Crossover ist schon wichtig. Ich hätte nie zum Rollenspiel gefunden, wenn da nicht Schmidt Spiele in den 80ern massiv in den Mainstream-Markt gedrängt hätte. So fand ich DSA in einem „normalen“ Laden für Kinderspiele und -spielzeug. Ich denke auch, dass Spiele wie „Serenity“ und „Battlestar Galactica“ versuchen, in den generellen Fan-Markt jenseits der Hobbyspiele zu drängen. Als reines Nischenprodukt wird Rollenspiel irgendwann vor die Hunde gehen. Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass es nie ein Massenphänomen werden wird, da Rollenspiel schlichtweg zuviel Commitment verlangt für den Mainstream. Die Massen wollen halt den lockeren Konsum.

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