Todesangst

todesangst-k.jpg[Abenteuer von Pegasus Spiele, Sprache: Deutsch, Softcover, 100 Seiten, € 16,95]

Mit dem Cover für den neuen Abenteuerband Todesangst für Cthulhu Now hat sich Designer Manfred Escher selbst übertroffen. Totenkopf Berlin: Kalt, modern und mit Deutschlandbezug – großartig. An der Innengestaltung gibt es ebenfalls wenig zu meckern: Die Illustrationen von Jens Weber sind von der gleichen hervorragenden Qualität wie die des Cthulhu-Now-Grundbuchs und auch Chris Schlicht liefert eine solide Arbeit ab.

Das erste Abenteuer „Die Stimme der Kati S.“ ist mehr als eine reine Übersetzung: Frank Heller hat die Geschichte von „Loves Loney Children“ (einem Abenteuer aus „The Stars are Right“) genommen, sein Fachwissen über das Polizeiwesen hinzugefügt, die Handlung nach Berlin verlegt und ein One-Shot mit vorgefertigten Polizeibeamten daraus gemacht. In einem Park werden zwei Mülltüten mit der zerstückelten Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Ermittlungen führen die Charaktere in die gesellschaftlichen Randgebiete Berlins und münden in einen abrupten und grausigen Showdown. Das Abenteuer ist nichts für schwache Gemüter. Es zeigt uns wie widerwärtig Menschen werden können, wenn sie unter den Einfluss des Mythos geraten. So sollte Cthulhu Now sein.

„Kinderstimmen“ von Jens-Christian Seele spielt in der scheinbaren Idylle einer Vorstadt. Der Selbstmord eines Kindes (optional die Tochter eines der Charaktere) führt in die Handlung, und schnell wird klar, dass die heile Welt nur Fassade ist. Das Abenteuer ist nicht leicht zu leiten; viele NSCs und eine komplexe Handlung verlangen vom Spielleiter, dass er den Überblick behält. Aber es lohnt sich. Verschwörungen, Aliens, Labore, Krankenhäuser, all das bietet „Kinderstimmen“ und mehr. Verschwörungstheoretiker werden ihre Freude haben.

Besonderes Highlight des Bandes sind diesmal die Extras: Nicht nur gibt es eine Menge Handouts und viele gute Karten, über die Homepage von Pegasus findet man außerdem einen für das Abenteuer komponierten Song, eine In-Game-Webseite und ein Audiotagebuch.

Fazit: „Todesangst“ ist ein großartiger Abenteuerband, der allen Skeptikern beweist, dass Cthulhu Now eben doch nicht einfach Cthulhu mit Handys ist. Beide Abenteuer sind stimmungsvoll und spannend.

[Diese Rezension erschien im Envoyer.]

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Veröffentlicht am 20. Juni 2008, in Cthulhu, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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