Cthulhu-Waffenhandbuch

Waffenhandbuch[Cthulhu: Waffenhandbuch, Pegasus Spiele, 2008, Sprache: Deutsch, 297 Seiten, € 39,95]

Der Klappentext des Cthulhu-Waffenhandbuchs nennt zwei Gegensätze: „Dieses Buch ist ein Waffenkatalog“ und „Dieses Buch ist kein Waffenkatalog“ und weist so darauf hin, dass es mehr liefern will als nur eine Liste mit Waffen. Die Redaktion gab sich in diesem Punkt auch wirklich alle Mühe: Jede Waffenkategorie (Nahkampf, Faustfeuerwaffen, Handgranaten, etc.) wird von einem erklärenden Text eingeleitet, der auf die Besonderheiten der Waffengattung eingeht. Bei den Faustfeuerwaffen stehen beispielsweise Informationen über Zielfernrohre, Schalldämpfer, Fehlfunktionen u. a. Die Regeln und Erklärungen sind kurz, prägnant und informativ. Außerdem wird der Text immer wieder durch kleine Anekdoten über spezielle Waffen oder Menschen, die mit ihnen zu tun haben, aufgelockert. Am Ende des Buches befindet sich zusätzlich ein kurzes Kapitel über Waffenrecht und Waffenarsenale (welche Pistole trägt beispielsweise ein deutscher Polizist?).

Trotzdem wird wahrscheinlich jeder enttäuscht sein, der mehr als einen Waffenkatalog erwartet, denn das ist das Buch nun mal zu 95 %. Wie sich herausstellt, muss das aber nicht schlecht sein. Über 1300 Waffen werden beschrieben; es geht in der Steinzeit beim Faustkeil los und endet bei Mörsern, Maschinengewehren und Handgranaten. Auch Mythoswaffen wie die Kältestrahler der Mi-Go oder Blitzwerfer der Großen Rasse von Yith sind hier versammelt und sogar eine Tabelle für improvisierte Waffen ist zu finden.

Waffenkenner Hans-Christian Vortisch, der auch schon für diverse GURPS-Bücher geschrieben hat, zeigt sich für den Großteil des Textes verantwortlich. Man kann also davon ausgehen, dass die Fehlerrate gering ist.

Das Cover pflegt einen bisher unbekannten Stil und weiß zu gefallen, das Layout des Buches ist hingegen wie in den Cthulhu-Now-Publikationen. Besonderes Highlight sind aber die Zeichnungen der Waffen. Viel stimmungsvoller als Fotos ergänzen sie hervorragend die Beschreibungen, wodurch das Buch auch für Technik-Muffel interessant werden kann. Selbst ich habe begeistert hin- und hergeblättert, obwohl ich Waffen bisher für ziemlich langweilig gehalten habe.

Fazit: Braucht man ein Waffenhandbuch für Cthulhu? Diese Diskussion muss wohl jeder mit sich selbst führen. Wer aber Waffenbücher mag, wird kaum ein besseres finden.

[Diese Rezension erschien im Envoyer.]

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Veröffentlicht am 18. Juni 2008, in Cthulhu, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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