I am Legend

Der Kultroman „I am Legend“ (dt. „Ich bin Legende“, Heyne) von 1954 ist einer von den vielen Romanen, die ich schon immer gern lesen wollte, aber bisher noch nicht dazu gekommen bin. „I am Legend“ soll ein großartiger Roman sein, einer, der das Vampir-, Zombie- und sogar das Apokalypsegenre nachhaltig beeinflusst hat. Bereits zweimal wurde er verfilmt: 1964 mit Vincent Price („The Last Man on Earth“) und 1971 mit Charleton Heston („Der Omega-Mann“). Als ich vor zwei Wochen das Filmplakat von „I am Legend“, der dritten Verfilmung, sah, stand fest, dass ich den Film sehen würde.

Noch während des Vorspanns, ohne auch nur ein storyrelevantes Bild, hört man Fernsehstimmen, die von der Entwicklung eines Virus‘ erzählen, der Krebs heilen kann. Drei Jahre später ist die Erde leer.

Eindrucksvolle stumme Bilder zeigen den Zustand von Manhatten: Gras bohrt sich durch den Asphalt der Straßen, die Gebäude sind verfallen und Wildtiere laufen zwischen den Hochhäusern umher. Wir beobachten Robert Neville (eindrucksvoll gespielt von Will Smith) bei der Jagd und wie ihn der Alarm seiner Uhr daran erinnert, dass er nach Hause muss, wo er sich routiniert auf den Abend vorbereitet, alles verbarrikadiert und schläft. Am nächsten Tag geht es weiter mit der Routine – bis etwas schief geht.

Der Film arbeitet mit sehr wenig Musik, was die Einsamkeit und den Trott, in dem sich Neville seit Jahren befindet, besonders hervorhebt. Keine dramatische Musik versucht die Spannung zu verstärken, wir sind ganz allein mit Neville, seinem angsterfüllten Keuchen und einer Taschenlampe in einem stockdunklen Haus.

Die Geschichte wird flüssig und dramatisch erzählt und kommt ganz natürlich zu ihrem furchterregenden Showdown. Nur eine Logiklücke störte das ansonsten hervorragende Drehbuch – jedenfalls nur eine, die offensichtlich genug war, um mein Kinoerlebnis zu schmälern. Einzig schade fand ich, dass die Vampire computeranimiert waren, es nahm ihnen das Tragische und Monströse (auch wenn lt. Wikipedia-Artikel die Entscheidung auf CGI zurückzugreifen erst nachträglich gefällt wurde, als Regisseur Francis Lawrence die Darstellung mit Schauspielern nicht überzeugend fand).

Ein Blick auf die Zusammenfassung des Romans in der Wikipedia zeigt größere Ähnlichkeiten zwischen Film und Buch, als ich erwartet hätte. Auch im Roman ist es eine Krankheit, die die Menschen auslöscht und auch im Roman spielt ein Hund eine große, wenn auch etwas andere Rolle.

Jedem Gruselfilmfan sei der Film ans Herz gelegt. Großartige Bilder, eine tolle schauspielerische Leistung von Will Smith und eine äußerst spannende und für einen Big-Budget-Hollywoodfilm erstaunlich runde Handlung machen jede Minute zu einem Erlebnis. Wegen solcher Filme gehe ich ins Kino.

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Veröffentlicht am 10. Januar 2008, in Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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