Cthulhu-Con 2007: Con-Bericht

Die cthuloide Stimmung kann einem schon ein wenig vergehen, wenn man im Dunkeln bei Regen enge Landstraßen entlangfahren muss und dabei konstant von Einheimischen gejagt wird. Doch nach insgesamt dreieinhalb Stunden Fahrtzeit erreichte auch ich Burg Rieneck, den Veranstaltungsort des Cthulhu-Cons 2007. Wäre es nicht einfach anstrengend gewesen, hätte ich bestimmt den dunklen Spessart, den leichten Nebel und den Regen genossen – was könnte eine bessere Einstimmung für ein Wochenende voller Cthulhu sein? – doch so war ich nur froh, als ich endlich die vertraute Stimme meines Navis sagen hörte: „In 200 m haben Sie Ihr Ziel erreicht“.

Es stellte sich bald heraus, dass man kaum einen besseren Veranstaltungsort hätte wählen können als Burg Rieneck. Es gab eine Art Seminarraum, der zur Begrüßung und Verabschiedung genutzt wurde – hier wurden auch die ganze Zeit schmucke Pegasus-Produkte angeboten und die Spielrunden ausgehängt – und massenweise Platz zum Spielen. Die Zimmer waren erstaunlich wohnlich und hatten sogar Tische in ausreichender Größe, so dass man auch dort problemlos hätte spielen können, wenn es nötig geworden wäre. Unten gab es ein Gewölbe, wo unsere Getränke standen und man Brettspiele spielen (auch wenn es dafür fast ein wenig dunkel war) und anderweitig gesellig sein konnte. Hier unten musste ich lernen, dass das Lokalbier Kater verursacht.

Leider waren wir nicht die einzigen Gäste auf der Burg, doch außer beim Essen hat man von der anderen Gruppe kaum etwas gemerkt. Beim ausgezeichneten Essen im Esssaal trafen wir nicht nur die andere Gruppe, sondern erfuhren auch von der bis dahin unbekannten Mythos-Gottheit „Orthulhu“ (Gott der Schreibfehler), deren Name jeden unserer Tische zierte. Frank Heller versicherte uns aber bei der Abschlussveranstaltung, dass das Geheimnis von Orthulhu in der Neuauflage des „Malleus Monstrorum“ gelüftet werden würde.

Als besondere Veranstaltungen gab es diesmal eine Whisky-Verköstigung, ein Pokerturnier, ein Munchkinturnier und ein Freeform zu dem man sich über E-Mail schon vor dem Con anmelden konnte. Zusätzlich konnte natürlich nach Herzenslust Cthulhu bespielt werden und auch ein paar Brettspiele wurden angeboten. Das Spielangebot war dieses Jahr erfreulich reichhaltig, manche Con-Besucher berichteten sogar von Spielleitern, die durch die Gänge schlichen und nach Spielern suchten.

Die Organisatoren Christian Frerichs und Daniel Stanke behielten als alte Con-Hasen die ganze Zeit den Überblick. Außer bei der Einführung und der Verabschiedung hat man von den beiden kaum etwas bemerkt; sie organisierten aus dem Hintergrund heraus. Mir ist jedenfalls nichts aufgefallen, dass nicht geklappt hätte. Einzig die Tatsache, dass man Kaffee extra kaufen musste, sorgte am Freitag für lange (und müde) Gesichter, doch ab Samstag Mittag war auch dieses Problem mithilfe einer riesigen Kanne Kaffee am Eingang des Esssaals behoben worden.

Die offizielle Verabschiedung am Sonntag kam wie so oft viel zu schnell. Frank Heller erzählte uns von den geplanten Veröffentlichungen für 2008 und 2009 (nachzulesen im offiziellen Cthulhu-Newsletter) und Chrissi und Daniel richteten noch ein paar abschließende Worte an uns. Pegasus zeigte sich auch dieses Jahr wieder sehr großzügig und spendierte jedem Spielleiter ein Produkt, das entweder aus einem Support-Paket von Chaosium oder vom Pegasusstand ausgewählt werden konnte. Außerdem erfuhren wir die Pläne für den nächsten Cthulhu-Con. Nächstes Jahr wird es zwar eine Pause geben, aber im Frühjahr 2009 folgt der nächste Con, voraussichtlich wieder auf Burg Rieneck. Ziel ist es 120 Teilnehmer zusammenzubekommen, um die ganze Burg mieten zu können!

Wenn es doch irgendetwas zu meckern gab, habe ich es offensichtlich übersehen. Ich hatte einen bierseligen Abend, zwei ausgesprochen nette Spielrunden (u. a. mit dem witzigsten „Zickenkrieg“, den ich bisher erleben durfte – lasst euch nie mit Ralf Sandfuchs auf ein Beleidigungsduell etwas ein, ihr habt keine Chance) und immer genug zu essen. Ich habe außerdem zwei Hexer-von-Salem-Fans getroffen, mit denen ich mich ein wenig über dieses großartige Spiel austauschen konnte.

Doch auch wenn ich gern noch länger geblieben wäre, muss ich zugeben, dass ich nach einer fast vier Stunden langen und durch Regen und Nebel sehr cthuloiden Rückfahrt erfreut war, endlich die vertraute Stimme es Navis zu hören, die mir mitteilte, dass ich in 200 m zu Hause bin.

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Veröffentlicht am 30. November 2007, in Cthulhu. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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