Spherechild

Durch Lorp.de bin ich auf das Spiel Spherechild aufmerksam geworden, ein deutsches Projekt, das mir bisher entgangen war.

Auf der Internetseite des Spiels kann man schon jetzt vor der offiziellen Veröffentlichung des Grundregelwerks einiges an Material bewundern. Am interessantesten ist ein hübsches Introheft, das neben einer allgemeinen Einführung in das Spielkonzept die wichtigsten Grundregeln, zwei Beispielcharaktere und ein Soloabenteuer präsentiert. Das Grundregelwerk ist für Herbst dieses Jahres angekündigt, bisherige Erfahrungen mit solchen Kleinprodukten lassen mich aber skeptisch auf die Jahreszeit, ja sogar auf die Jahreszahl schauen

Das Konzept ist interessant und im Wesentlichen neu: Das Universum wurde in Sphären gespalten, eigene Realitäten mit eigenen Gesetzen. Man kann also Fantasy, Horror und Science Fiction spielen, je nachdem in welcher Sphäre man sich gerade befindet. Die Zerschlagung des Universums in Einzelrealitäten hat den Oberbösewichten allerdings noch nicht gereicht, sie versuchen auch die einzelnen Sphären dem absoluten Chaos zuzuführen.

In den Sphären leben Wesen, die das Multiversum als solches erkennen können. Sie haben Geschwister in den anderen Sphären und können mit diesen kommunizieren. Da sich die Sphären über so genannte Echos gegenseitig beeinflussen, müssen Gefahren auf mehreren Ebenen gemeinsam bekämpft werden. Jeder Spieler führt also mehrere Charaktere, die in den verschiedenen Sphären zusammenarbeiten.

Ein schönes Konzept, finde ich. Auch die Aufmachung des Introheftes lässt auf Einiges hoffen. Die beiden Beispielsphären (eine interessante SciFi-Welt mit Magie und eine Fantasywelt, die zwar angeblich anders als das Übliche sein soll, doch am Ende nichts Ungewöhnliches liefert – der Verzicht auf Zwerge und Elfen heißt noch nicht, dass man anders ist) werden zwar nur sehr kurz angerissen, aber zusammen mit den Beispielcharakteren lernt man genug darüber, um einen guten Eindruck zu bekommen. Die Darstellung ist leider etwas bieder – ich meine einen starken Einfluss von DSA zu bemerken – die Sembaren, also die Oberbösewichte, sind beispielsweise völlig farblos und überhaupt nicht böse.

In den Regeln werden wir des Öfteren darauf hingewiesen, dass sie anders wären als „die meisten anderen Rollenspiele“, wobei diese „anderen“ ganz offensichtlich DSA und D&D sind. Die Regeln sind trotz des Versuchs innovativ zu sein am Ende nur eine einfach Kombination dieser beiden Spiele, zwar mit ein oder zwei Neuerungen (keine Spruchlisten, wobei das Introheft nicht zeigen kann, wie das funktioniert), aber trotzdem mit dem gesamten Ballast dieser altgedienten Regelwerke. Das muss nicht schlecht sein, aber mir reichen „Attacke, Parade, Schaden“ und eine Liste mit erlernbaren Kampfmanövern einfach nicht mehr aus. Da gibt es modernere und vor allem bessere Wege.

Ich bleibe aber weiterhin gespannt auf das Endprodukt. Die Regeln sagen mir zwar nicht zu und der Schreibstil malt mir zu sehr mit rosa Farben, doch das Konzept ist vielversprechend. Mal gucken, was schlussendlich herauskommt. Mit dem Introheft und den diversen Beispielcharakteren und -abenteuern auf der Homepage kann man jedenfalls schon mal losspielen.

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Veröffentlicht am 3. September 2007, in freie Rollensp.. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Spherechild.

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