Chonchu, Band 2

Chonchu, Band 2[Comic von Sung-Jae Kim (Text) und Byung-Jin Kim (Zeichnungen), Tokyopop, 2007, deutsch, Softcover, 192 Seiten, € 7,50]

Die Geschichte um Chonchu, den Träger des Teufelssteins, der laut einer Weissagung der Untergang seines Volkes, den Mirmidonen, sein soll, geht weiter. Sie wird bedrückender und theatralischer, so viel kann schon mal verraten werden.

Band 1 hat mich mit seiner Erzählweise so verwirrt, dass er mich nicht so recht packen konnte. Es wurde zwischen den Zeiten hin- und hergesprungen. Man kannte die Personen noch nicht und befand sich am Anfang einer Geschichte, die episch zu werden versprach. Es ging um Weissagungen, um Ulpasso, den wahren Sohn des Teufels und natürlich um Chonchu, seinen Bruder, der als Säugling mit dem Teufelsstein gekennzeichnet worden war und seitdem anstelle seines Bruders für den Sohn des Teufels gehalten wurde.

Was sich im ersten Band schon andeutete, setzt sich im zweiten fort. Wir beobachten Chonchu, wie er gejagt und dabei immer weiter in Situationen betrieben wird, die ihn noch dämonischer als bisher erscheinen lassen. Seine Selbstzweifel werden größer und der Hass von anderen auf ihn immer stärker.

Dabei geht es aber nicht ohne Blut ab. Ein guter Teil des Buches besteht aus einem Kampf zwischen Chonchu und zwei Kopfgeldjägern, der mit äußerster Brutalität geführt wird. Im Gegensatz zu den langen Duellen in „Archlord“ ist dieser Kampf allerdings nachvollziehbar erzählt. Man hat hier eher das Gefühl wirklich einen Comic für Fast-Erwachsene vor sich zu haben, nicht einen Jugendmanga mit Blut, wie es bei „Archlord“ der Fall ist.

Nebenbei geht auch die Geschichte von Ulpasso weiter und wir sehen seine teuflische Ader zum ersten Mal deutlich ans Tageslicht treten. Er ist schon ein fieser Kerl, der alte Ulpasso.

Der zweite Band von „Chonchu“ hat mir gut gefallen. Trotz der Action geht es immer um die Personen; die Kämpfe um die Welt stehen zumindest in diesem Band recht weit im Hintergrund. Leser erhalten einen theatralischen Fantasycomic mit viel Brutalität um einen Helden, der vom Schicksal in Selbstzweifel getrieben wird. Der Leser stellt sich wie der Held häufig die Frage, wie menschlich Chonchu überhaupt noch ist und wie groß der Einfluss des Teufelssteins. Trotzdem bleibt „Chonchu“ ein Actioncomic, das sollte man nicht vergessen.

[Erschienen bei Ringbote.de]

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Veröffentlicht am 27. August 2007, in Comics, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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