The Books of Sorcery Vol. II – The White and Black Treatise

The White and Black Treatise[Quellenbuch für Exalted 2nd Edition von div. Autoren, White Wolf, 2006, Sprache: Englisch, Softcover, 160 Seiten, $ 24,99]

Schwarze und weiße Magie, „Sorcery“ und „Necromancy“: zwei entgegengesetzte Seiten eines Buches, die eine das Negativ von der anderen. Nun, wir wollen nicht zu viel Symbolismus hineininterpretieren, doch die Gestaltung des zweiten „Book of Sorcery“ für „Exalted“ könnte passender kaum sein.

Das Buch hat keine Rückseite. Je nachdem wie man es hält, hat man entweder das Cover des „Black Treatise“ oder des „White Treatise“, also der Zauberbücher für die schwarze „Necromancy“ und die weiße „Sorcery“, vor sich. Die dunkle Seite zeigt weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund und auch der Rest ist als Negativbild gestaltet, bis hin zu einigen Sprechblasen in den kurzen Comics. Die Comics bilden diesmal eine fragmentierte Geschichte: Auf der dunklen Seite werden die Pläne einer Nekromantin gezeigt und auf der weißen erkämpft sich eine Zauberin einen Weg in Richtung der Festung der Nekromantin. Das zentrale Bild, dort wo die beiden Buchhälften aufeinandertreffen, ist eine doppelseitige Abbildung, wie sich die beiden gegenüberstehen. Optisch geht das Konzept also voll auf.

An der Ausrichtung des Buchrückens und dem fehlenden Strichcode erkennt man, dass „The White Treatise“ die Vorderseite ist. Die Einleitung enthält diesmal etwas mehr als nur den üblichen Überblick über die Kapitel, nämlich ein paar grundlegende Regeln, die als Grundlage für die Zauberliste am Ende des „White Treatise“ dienen.

Das Kapitel „The World of Sorcery“, eine Sammlung an kurzen Artikeln über die Zauberei der Schöpfung, schließt sich an. Interessant zu lesen, wie man es von „Exalted“-Quellenbüchern erwartet, gibt es einen Überblick über alles Zauberische. Wer beispielsweise der erste Zauberer war, ist im Chaos der Geschichtsschreibung verloren gegangen, doch am Ende, so erfahren wir, zählt nur die Gemeinsamkeit aller Legenden: dass sich der erste Magier der Schöpfung seine Macht hart erarbeiten musste. Es erweist sich also als recht schwierig Zauberer zu werden, zunächst muss man die fünf Prüfungen bestehen, die von einem Beweis für Bescheidenheit bis zu großer Opferbereitschaft reichen. Das Kapitel stellt außerdem verschiedene Akademien vor und beschreibt wie es sich mit der Magie in den verschiedenen Teilen der Welt verhält.

Neben dem vielen Regelmaterial (die Zauber) bildet das Hintergrundkapitel (und sein nekromantisches Gegenstück) das eigentliche Fleisch des Buchs, denn gleich im Anschluss an die prallgefüllten 26 Seiten, finden wir die Zauberlisten. Geordnet nach den drei Zirkeln der Magie werden viele Duzend Zauber aufgelistet, die von einer Verwandlung in ein Pflanzenwesen, das sich völlig frei auch im dichtesten Gestrüpp bewegen kann bis hin zu den „Winds of Confusion“ reicht, die in einem Bereich von 5 Quadratmeilen die Intelligenz und die Willenskraft aller Wesen absaugen.

Die dunkle Seite ist mit insgesamt ca. 60 Seiten kürzer. In der Einleitung gibt es wieder ein paar grundlegende Regeln zu lesen. Das anschließende Hintergrundkapitel ist ein ähnliches Sammelsurium an Informationen über Organisationen, magische Bücher und die Gegenstücke zu den fünf Prüfungen, die man bestehen muss, wenn man die dunklen Mächte meistern will. Das Kapitel ist etwas konfuser als sein weißer Gegenpart und insgesamt nicht so übersichtlich und spannend, wie man es gewohnt ist.

Die Zauberlisten sind jedoch wieder wie man es erwartet. Es gibt drei nekromantische Zirkel. Die Zauber reichen von einer Möglichkeit, Geister für eigene Zwecke zu formen bis hin zur Erschaffung einer Peitsche aus Blut für den nächsten Kampf. Auch mächtige Vernichtungszauber dürfen natürlich nicht fehlen.

„The White and Black Treatise“ ist ein notwendiges Buch. Die Magie ist ein wesentlicher Bestandteil der „Exalted“-Geschichtsschreibung. Die Zauberlisten sind ein Schatz für jeden Spieler, der einen Zauberer oder Nekromanten verkörpern will. Sie zeigen wie man Zauberlisten abseits des x-ten Feuerballs gestalten kann. Die Hintergrundinformationen sind größtenteils sehr informativ und zeigen, worauf es bei der Zauberei ankommt.

Insgesamt ist „The White and Black Treatise“ ein würdiger zweiter Teil der Serie der „Books of Sorcery“, der mehr durch gut durchdachte Notwendigkeiten als durch Innovation und inhaltliche Überraschungen auffällt.

[erschienen auf Ringbote.de]

Advertisements

Veröffentlicht am 16. Juni 2007, in Exalted, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: