Chonchu – Der Erbe des Teufelssteins, Band 1

Der Erbe des Teufelssteins, Band 1[Comic von Sung-Jae Kim (Text) und Byung-Jin Kim (Zeichnungen), Tokyopop, 2007, deutsch, Softcover, 166 Seiten, € 7,50]

Chonchu, die Hauptperson des vorliegenden Comics, ist verflucht. Sein böser Zwillingsbruder hat ihn mit dem Teufelsstein gebrandmarkt und nun stößt Chonchu überall auf Ablehnung und Hass. Mitten in einer Zeit des Chaos, in der Krieg und Elend herrscht, kämpft Chonchu ums Überleben, gejagt von seinem Bruder, der den einzigen Zeugen beseitigen will, der beweisen könnte, wer der wahre Sohn des Teufels ist.

Öfter mal was Neues. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, bisher ungenutzte Rezi-Muskeln zu trainieren, entdeckte ich gleich mehrere Angebote für Fantasymangas bei Ringbote.de und bot mich an, auf zwei davon einen genaueren Blick zu werfen. Mangas erschienen mir interessant, hatte ich doch damit bisher nur in Form von fünf bis zehn Animes zu tun, die ich im Laufe der Jahre gesehen hatte. So folgen also zwei Rezensionen aus der Sicht des Laien.

„Chonchu“ ist, so stellte sich schnell heraus, streng genommen gar kein Manga. Es ist ein koreanischer Comic und somit ein „Manhwa“. Der Experte mag Unterschiede erkennen, für mich scheinen die beiden Comicformen sehr ähnlich zu sein.

Das Buch hat die Größe eines normalen Taschenbuchs, 166 Seiten voller Schwarz-Weiß-Zeichnungen (ohne die Werbung) und wird ganz normal von links oben nach rechts unten gelesen. Die Zeichnungen haben mir recht gut gefallen, auch wenn sie nicht herausragend sind. Schnelle Bewegungen werden allerdings durch ein furchtbares Gekrickel dargestellt, was die betroffenen Bilder nicht nur unübersichtlich, sondern auch noch hässlich macht.

Der Klappentext liest sich ein wenig wie die koreanische Version von Elric von Melniboné, doch außer der Tatsache, dass Chonchu wie Elric ein Antiheld ist, gibt es nur wenig Ähnlichkeiten zwischen den Geschichten. Es beginnt mit einem Kampf, der mit dem Rückblick auf die Verfluchung durch Chonchus Bruder gewürzt ist. Die Zeitsprünge sind zunächst nicht leicht nachzuvollziehen, ein Trend, der sich fortsetzt. Die vielen Orts- und Personenwechseln können schon ein wenig für Verwirrung sorgen.

Chonchu mordet sich blutig durch die Seiten (der Comic ist für ein Alter von 15+ bestimmt) und weiß immer wieder mit der einen oder anderen Überraschung aufzuwarten. Wie in einer typischen Pilotfolge einer Fernsehserie erfährt der Leser zunächst etwas über die Hintergründe, auf die die kommende Geschichte aufbauen wird. Die wichtigsten Charaktere und ihr Verhältnis zueinander werden vorgestellt. All das wird mit viel fantasytypischer Theatralik erzählt. Trotz genannten Einschränkungen ist der vorliegende Band ein interessanter Einstieg, der neugierig macht, wie es wohl weitergehen wird.

Laut Verlagsinfo von Tokyopop wird es 15 Bände geben, nach denen die Geschichte abgeschlossen ist – eine durchaus überschaubare Länge für eine Comicreihe wie ich finde.

Chonchu hat mich nicht zu einem Fan asiatischer Comics gemacht, aber die Geschichte ist interessant genug, um eine Anschaffung der Folgebände zu überlegen. Der Erzählstil ist mir etwas zu verwirrend doch dadurch muss ich mich wenigstens ein wenig konzentrieren und bin nicht schon nach einer halben Stunde durch das Buch durch.

[Erschienen auf Ringbote.de]

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Veröffentlicht am 1. Juni 2007, in Comics, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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