The Portent – Zeichen des Unheils, Bd.1: Das Reich der Geister

The Portent 1[Comic von Peter Bergting, Cross Cult, 2007, Sprache: deutsch, Hardcover, 128 Seiten, € 19,95]

Milo zerstört aus Versehen die Welt. – So wird „The Portent“ angekündigt, ein Comic des Schweden Peter Bergting, der hierzulande von Cross Cult herausgebraucht wird. „The Portent“ erzählt eine mythische Geschichte voller Geister und Dämonen, in der chinesische Mythologie auf schwedische Melancholie trifft.

„The Portent – Zeichen des Unheils“ wird als stabiles, kleines Hardcover-Büchlein ausgeliefert. Das gewählte Format DIN A5 erscheint mir etwas klein, obwohl ich beim Besuch der Homepage von Cross Cult feststellte, dass alle ihre Comics in A5 gedruckt werden. Das größere amerikanische Format würde die stimmungsvollen Bilder besser zur Geltung bringen. Auf der anderen Seite ist A5 ausreichend.

Das Buch enthält vier Einzelhefte. Netterweise hat Cross Cult die Cover der US-Ausgabe beigefügt.

Die Grafik des Buches ist fantastisch. In dunklen Tönen, entweder sehr warm oder sehr kalt, wird die melancholische Geschichte gezeichnet. Das Cover kann als erster Eindruck für die Wirkung der Farbgebung dienen, obwohl es ein Einzelbild schwer hat die Stimmung des Buches zu transportieren.

Die Geschichte beginnt verwirrend. Der junge Mann Milo unterhält sich mit Geistern, zwei Greise lassen irgendetwas frei, Milo erreicht später das Heim von Lin, einer jungen Frau, etwas von dunklen Omen („The Portent“) erzählt. Man erkennt noch keine Story und auch das Ende dieses ersten Teils hilft nicht wirklich weiter. Ab dem zweiten Teil wird die Geschichte allerdings durchsichtiger. Milo zieht zusammen mit Lin los, um das Schicksal zu erfüllen, das die Götter offensichtlich für ihn vorgesehen haben. Die Reise führt den Leser zu einer wichtigen Legende und zu der Wirklichkeit, die dahintersteht, vorbei an diversen Pointen zum eher ruhigen aber dennoch furiosen Finale. Niemand auf dieser Reise ist, wer er zu sein scheint und so verhält sich auch Milo nicht immer, wie es am besten wäre oder wie man es von ihm erwarten könnte. Diese Mischung aus Legenden, Pointen und unerwarteten Handlungsweisen der Protagonisten macht „The Portent“ zu einem echten Leseerlebnis.

Auf der letzten Seite des Buches stellt man mit Freuden fest, dass der im ersten Kapitel begonnene Handlungsstrang auch wirklich beendet ist, man muss also nicht bang auf das Erscheinen eines neuen Bandes warten. Es bleiben allerdings noch genügend Fragen offen. Wer zum Beispiel ist Milo denn nun wirklich und warum war er im Reich der Geister unterwegs und hat an einem bestimmten Weg gestanden, an dessen Rand die Geschehnisse ihren eigentlichen Anfang nahmen. Und natürlich: Was wird aus der Welt? Es bleibt also reichlich Raum für viele weitere Bücher.

Dass man an der einen oder anderen Stelle ganz schön aufpassen muss, um der Geschichte folgen zu können, macht den Reiz des Buches aus. Legenden werden auf häufig überraschende Weise mit den Schicksalen der Protagonisten verbunden. „The Portent“ ist ein mystischer Fantasycomic, der auf hohem Niveau zu unterhalten weiß.

[Diese Rezension erschien im Ringboten Online.]

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Veröffentlicht am 15. Mai 2007, in Comics, Rezensionen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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