Einige Seiten des Buches Eibon

7. Dezember 2009

Old School/Retro in Deutschland

Gespeichert unter: Netzfundstücke — amel @ 12:25

Moritz schrieb einen Post, in dem er auf einen langen Artikel zum Thema „Aussichten auf eine Oldschool-Renaissance in Deutschland“ im Blog „Schlossblick“ verwies. Normalerweise finde ich es furchtbar, wenn Blogs auf Artikel verweisen, auf die kürzlich von anderen Blogs verwiesen wurde, doch dieser Artikel hat genug Diskussionspotenzial, um ruhig zwei- oder drei- und viermal erwähnt zu werden.

Schreibstil und Aussehen des Blogs lassen auf eine prinzipiell akademische Einstellung vom Blogger gleichen Namens schließen und laden – so Leid es mir tut, das sagen zu müssen – nicht gerade zum Verweilen ein. Aber nehmt euch die Zeit und lest den Artikel. Er schneidet wesentlich mehr Themen an, als man es nach der Überschrift vermuten würde – Themen, die immer und immer wieder diskutiert und beklagt werden.

Wenn mal wieder jemand lamentiert, dass Regelwerk X zu komplex ist oder Welt Y zu detailliert beschrieben wird und so alle Freiheiten eingeschränkt, werde ich auf diesen Artikel verweisen. Er erklärt wunderbar die Notwendigkeit dieser Entwicklungen und den endlosen Kreislauf von Beschreibung, Neu-Beschreibung, Regelung und Neu-Regelung, den erfolgreiche Systeme durchlaufen – bis hin zu einer Erklärung, warum erfolgreiche Systeme irgendwann praktisch zwangsläufig scheitern müssen. Ob DSA, D&D oder Shadowrun, die hier beschriebenen Entwicklungen haben wir alle erlebt. (Und bloß weil ich weiß, wo es herkommt, ändert das nichts an meiner Abneigung gegen DSA4; man kann auch diese Entwicklungsschritte besser und schlechter machen.)

Schlossblick erklärt außerdem in Ansätzen den Erfolg der Retrowelle in Amerika und warum diese in Deutschland wahrscheinlich anders aussehen wird. Noch viel interessanter sind allerdings seine Betrachtungen der Unterschiede zwischen der amerikanischen und deutschen Szene im Allgemeinen, die mir sehr in meinen Überlegungen nach deutscher „alter Schule“ weiterhelfen.

Die Verquickung von Welt und Regeln ist in Deutschland ein wesentlich wichtigerer Bestandteil der Wahrnehmung von Rollenspiel als in den USA. Man blicke nur auf den geringen Erfolg von Myranor, der den Versuch darstellt, die DSA-Regeln mit einer anderen Welt zu verbinden. Aus diesem Grunde sind auch alte Abenteuer in Deutschland anders als in den USA, deshalb ging es hier schneller aus dem Dungeon und deshalb haben wir viel gradlinigere Plots, denn die Welt und ihre Geschichte sind viel zu wichtig, als dass sie allein  in Spielerhand gegeben werden dürften. Meine Erklärung ist sicherlich nicht weiter überraschend – für tiefere Erkenntnisse verweise ich auf Schlossblicks Artikel.

19. Oktober 2009

Freelancer-Regeln

Gespeichert unter: Netzfundstücke — amel @ 11:48

Freelancer ist ein ungewöhnliches Spiel: Japanisches „Henshin“ („Power Rangers“), ein klassisches Dungeon unter Köln, Fantasyfiguren wie Paladine und Barden, aber auch – später zumindest – Science Fiction u. a. Außerdem spielt man „normale“ Leute und kann sich in den brettspielartigen Hindernisparcours beweisen.

Ich lese das Grundregelwerk gerade und eine Rezension folgt bald. Wer sich aber schon mal einen Eindruck machen will, kann die Grundregeln (reine Regeln ohne Henshin-Formen) hier herunterladen.

2. Oktober 2009

Robin Laws erzählt über Trail of Cthulhu und andere Texte

Gespeichert unter: Cthulhu abseits, Netzfundstücke — amel @ 10:34

Im Blog Stargazer’s World ist ein großartiges Interview mit Robin Laws, dem Erfinder des Gumshoe-Detektiv-Regelwerks, Esoterrorists, Mutant City Blues und Co-Autor des Dungeon Masters Guide II für D&D 4E. Ganz besonders „gehaltvoll“ sind seine Erklärungen über das Gumshoe-System (und damit zum Beispiel Trail of Cthulhu) und die Einsichten, die er über den Rollenspielmarkt durchblicken lässt. Ein wirklich tolles Interview, dass man meiner Meinung nach gelesen haben sollte.

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