Archiv der Kategorie: Cthulhu

Happy Birthday HPL!

Heute vor 120 Jahren wurde Howard Phillips Lovecraft geboren.

Ich glaube, zu dem Mann, der so stark die Horrorliteratur beeinflusst, muss nicht mehr viel gesagt werden – ohne ihn gäbe es das beste Rollenspiel der Welt (TM) nicht! – aber ein 120 Geburtstag ist ein schöner Anlass die Bloggerei nach meiner verdienten Sommer-/Urlaubspause wieder aufzunehmen.

Delta Green: Targets of Opportunity – erste Lebenszeichen

Heute Morgen hatte ich eine schöne Überraschung im E-Mail-Postfach: Das PDF des Buches “Targets of Opportunity”, das Vorbesteller vorab erhalten. Das bedeutet, es ist endlich fertig und kann nun gedruckt und anschließend in alle Welt verschickt werden. Wann hatte ich doch gleich vorbestellt? War es 2008? Man verliert den Überblick bei all den Aufschüben.

“Targets of Opportunity” ist das neuste Werk für den Cthulhu-Now-Hintergrund “Delta Green”. Es enthält auf ca. 320 Seiten fünf lange Artikel über unterschiedliche Themen. Eines davon ist der “Cult of Transcendence”, ein ursprünglich bereits letztes Jahrtausend angekündigter Artikel über einen Kult, der aus rationalen Gründen beschlossen hat, dem Mythos zu dienen. So zumindest hieß es damals, ich bin schon gespannt, was sie daraus gemacht haben.

Das Buch sieht toll aus. Ursprünglich hieß es, dass nur Vorbesteller es als Hardcover bekommen und es später als Softcover in die Distribution geht. Wenn ich aber die Homepage von Arcdream Publishing richtig verstehe, kann man es nun doch als Hardcover bestellen. Auslieferung des Buchs: Juni, jedenfalls, wenn alles klappt, was es nie tut.

Standardverhalten bei Cthulhu

Meine alte Cthulhu-Euphorie ist zurück. Eine Zeit lang langweilten mich die Tentakeln etwas. Es gab nichts Neues zu schreiben, das mich interessiert hätte und die Bücher waren zwar immer noch gut, aber hauptsächlich Übersetzungen von Bänden, die ich bereits hatte.

Jetzt habe ich mich nicht nur wieder mal darangesetzt, etwas zu schreiben (ein klassisches 1920er Abenteuer in Arkham, das ich mit Daniel zusammen entwickle), sondern habe mit den Armitage Files ein Buch in den Fingern, das völlig neue Ansätze bietet.

Interessanterweise steht in dem Buch etwas, das mich anstatt zu Neuem zum Alten zurückführt: Laws beschreibt kurz, wie man neuen Spielern mit Beispielen und Tipps zeigen soll, wie cthuloide Ermittler normalerweise vorgehen. Zum Beispiel: “In so einer Situation geht man normalerweise erst einmal in die Bibliothek und stellt ein paar allgemeine Nachforschungen an.”

Der Tipp ist ihn vielerlei Hinsicht erwähnenswert, denn häufig wird in veröffentlichten Abenteuern versucht, sich von den festgelegten Bahnen zu entfernen. Warum sollte es also sinnvoll sein, die Spieler aufzufordern sich im Klischee zu bewegen?

Cthulhu ist deshalb das beste Rollenspiel der Welt ™, weil es schon vom Grundaufbau her bestimmte Handlungsweisen vorgibt. Jeder Spieler weiß sofort, was er bei Cthulhu zu tun hat.

Das ist eine gute Sache, die wir viel zu häufig vergessen. Der Spielleiter weiß ungefähr, womit er zu rechnen hat und kann dementsprechend planen. Auch kann er voraussetzen, dass die Spieler wissen wie gefährlich es ist, wenn sie sich dem Geheimnis unvorbereitet stellen. In Fantasyabenteuern könnte so etwas ein Problem sein, sind die Spieler nämlich Dungeons gewohnt und werden nun plötzlich von einem riesigen Ekelmonster in Stücke gerissen (und der Spielleiter zuckt nur mit den Achseln und sagt: “Ihr hättet ja Nachforschungen anstellen können.”), sind sie zurecht wütend, dass ihre Charaktere umgebracht wurden. Sie wussten ja nicht, dass das von ihnen erwartet wird.

Ich habe den Eindruck, dass sich stillschweigend ins deutsche Cthulhuspiel eingeschlichen hat, man müsse solche Standards vermeiden, weil sie Klischees und “immer das Gleiche” und somit langweilig sind. Es ist interessant, jemanden zu sehen, der darauf hinweist, dass solche festen Strukturen gut für das Spiel sein können und der Spielleiter ruhig offensiv darauf hinweisen sollte. Wenn Abenteuerautoren und Spielleiter das bedenken und ihre Überraschungen in diese Strukturen einfließen lassen, wird das Spiel flüssiger und – höchstwahrscheinlich – besser.

Rezension: The Armitage Files

[Abenteuer von Robin D. Laws; Pelgrane Press, Sprache: Englisch, Softcover/PDF, 150Seiten, £ 21.95/£ 10.95 ]

Wenn man cthuloide Detektivabenteuer improvisieren will, muss man entweder ein kreatives Genie mit einem Faible für das Genre sein oder wahnsinnig viel vorbereiten – oder man kauft “The Armitage Files”, das neue Kampagnenbuch für “Trail of Cthulhu”

Detektivische Cthulhuabenteuer leben von schrägen Charakteren, geheimnisvollen Organisationen, Furcht einflößenden Büchern und einer Handlung, die es den Spielern gestattet, das Geheimnis selbstständig aufzudecken. (Ich widerstehe dem Impuls zu schreiben: “… eine Handlung, die den Spielern am Ende des Falls eine erfrischendes Aha-Erlebnis beschert.” Solche Aha-Erlebnisse werden zwar häufig angestrebt, finden in der Praxis aber fast nie statt und sie zu planen ist schier unmöglich.) Außerdem muss man den Spielern besonders zu Beginn den Grundstock für ein Rätsel präsentieren, das suggestiv ist und mehrere Möglichkeiten lässt.

Es gibt sicherlich Leute, die so etwas improvisieren können. Robin Laws, der Autor von “The Armitage Files”, könnte es vielleicht, ich könnte es jedenfalls nicht. Die Alternative ist, dass man einen Grundstock an den oben genannten Elementen vorbereitet – flexibel genug, um sie universell einzusetzen, aber mit ein paar interessanten Eigenheiten. Und man muss ein Geheimnis vorbereiten, ein Grundgerüst, das mehrere Geheimnisse suggeriert und verschiedene mögliche Anlaufpunkte für Ermittlungen liefert.

Genau das liefern die “Armitage Files”. Grundstock des Buches bilden mehrere mehrseitige Briefe in Prof. Armitages Handschrift, dem Leiter der berühmten Orne-Bibliothek in Arkham. Er kann sich allerdings nicht daran erinnern, sie verfasst zu haben. Der erste Brief ist in gekritzelter Handschrift, beschmiert mit Etwas, das wie Blut aussieht (schwarzweiß im Buch und farbig im PDF; Buchbesitzer können die farbigen Handouts kostenlos herunterladen), und berichtet vom Weltuntergang. Die Briefe enthalten viele verschiedene Ansätze für Nachforschungen und verbreiten generell eine hervorragend cthuloide Stimmung von drohendem Unheil.

Die ersten Seiten des Buches erklären, wie man es benutzt und erläutern verschiedene Tipps zum improvisierten Spielleiten. Außerdem enthält das Buch ein paar Beispiele, wie Nachforschungen ablaufen könnten.

Den Hauptteil des Bandes bilden Beschreibungen von Leuten, Büchern und Organisationen. Es werden meist mehrere Namen angegeben, damit der Spielleiter etwas Passendes heraussuchen kann und sogar mehrere Beschreibungen werden geliefert (jeweils für “gutartiges”, “bösartiges” oder “neutrales” Verhalten), sodass der Spielleiter nur auswählen muss. Sowohl die Gruppen als auch die Personen sind an Archetypen orientiert, können also jederzeit und überall eingesetzt werden, egal ob in den “Armitage Files” oder anderswo.

Mit anderen Worten, der Leser bekommt ein ganzes Buch voll mit Ideen, die übersichtlich genug dargeboten werden, dass man sie spontan im Abenteuer einsetzen kann. Die Handlung ergibt sich aus dem, was die Spieler tun und der Art wie der Spielleiter dieses Tun interpretiert. Die Anzahl an Ideen ist schier schwindelerregend.

Mit “The Armitage Files” zeigt Robin Laws wieder einmal, warum er weltweit einer der führenden Rollenspielautoren ist. Er liefert einen komplett andersartigen Ansatz für cthuloides Rollenspiel und gleichzeitig ein Quellenbuch, dass auch für andere Abenteuer benutzt werden kann. Er zeigt, dass das Cthulhu-Rollenspiel mehr ist als ein paar Hinweise, ein paar Tote und ein schleimiges Monster. “The Armitage Files” ist ein faszinierendes Buch, das ich jedem ans Herz lege, der einmal über den cthuloiden Tellerrand schauen will.

Kostenloses Cthulhu-Abenteuer

“The Boarding House at Arkham Street” ist ein kostenloses Cthulhu-Abenteuer, das man auf der Seite von Three Fourteen herunterladen kann. Die PDF-Datei hat 32 Seiten, einen schicken Hausplan und vier fertige Charaktere. Alle Werte werden nur beschreibend angegeben, sodass man jedes Regelwerk nutzen kann. Sogar das Layout ist in Ordnung, wenn auch nicht überragend.

Inwieweit die Bezeichnung “Pulp Horror Scenario” stimmt, die auf dem Cover angegeben ist, kann ich allerdings noch nicht sagen. Ich werde mir das Abenteuer aber demnächst zu Gemüte führen.

Rezension: Cthulhu Britannica

Der Vollständigkeit halber möchte ich auf meine neuste Rezi aufmerksam machen: “Cthulhu Britannica”  enthält fünf Abenteuer in unterschiedlichen Zeitaltern (Gaslicht, 30er, 2x Gegenwart und die nahe Zukunft) und in unterschiedlicher Qualität. Ich mag das Buch, aber lest selbst im Rollenspiel-Almanach.

Das Grauen von den Sternen

Ein Arkham-Abenteuer wurde im frisch erschienene Band “Grauen in Arkham” vergessen. Weil die Kalkulation für das dünnere Buch gemacht wurde, wird es billiger – das ist ja auch nicht schlecht, besonders weil Pegasus so nett ist, es als Download anzubieten.

Download: Das Grauen von den Sternen

(Die Meldung geht schon überall herum, aber um meine Links zu kostenlosem Material so vollständig wie möglich zu halten, wiederhole ich sie hier.)

Robin Laws erzählt über Trail of Cthulhu und andere Texte

Im Blog Stargazer’s World ist ein großartiges Interview mit Robin Laws, dem Erfinder des Gumshoe-Detektiv-Regelwerks, Esoterrorists, Mutant City Blues und Co-Autor des Dungeon Masters Guide II für D&D 4E. Ganz besonders “gehaltvoll” sind seine Erklärungen über das Gumshoe-System (und damit zum Beispiel Trail of Cthulhu) und die Einsichten, die er über den Rollenspielmarkt durchblicken lässt. Ein wirklich tolles Interview, dass man meiner Meinung nach gelesen haben sollte.

Cthuloide Neuheiten

Ich habe gerade ein gut gefülltes Päckchen mit cthuloidem Zeugs ausgepackt, was mich in meiner spontanen Begeisterung dazu veranlasst, ein wenig über cthuloide Neuigkeiten, Ankündigungen und eine alte Sache zu schreiben.

tour-de-lovecraftSchon eine ganze Weile erhältlich ist “Tour de Lovecraft”, worüber ich auch schon berichtet habe. Ken Hite hat aus einer Serie von Blogposts ein Buch gemacht. Im Zuge seiner Vorbereitungen für “Trail of Cthulhu” las Hite ein weiteres Mal alle Lovecraft-Geschichten und kommentierte sie in seinem Blog. Die entstandene Artikelsammlung ist noch immer in seinem Livejournal zu bewundern (Link in meinem alten Artikel). Es ist ein großartiger Beitrag zum “Lovecraft Criticism”, den man online, ausgedruckt oder leicht erweitert eben in Buchform bekommen kann.

Dass ich mir “Cthulhu 101″ gekauft habe, ist meiner Sammelwut cthulhu101zuzuschreiben, denn ich ging davon aus, dass diese kleine, niedliche Einführung in den Mythos mit den diversen Listen, wahrscheinlich nicht allzu viele Überraschungen für mich bereithält. Es stellte sich aber schon beim ersten Durchblättern heraus, dass es eine sehr humorvolle Einführung ist und Listen wie “10 Things Lovecraft Did Not Like”, “9 Suprising Encouters With The Cthulhu Mythos” oder “7 Books To Read”, aber auch Erklärungen wie “What ist the Necronomicon?” wesentlich interessanter sind, als ich dachte. Relativ günstig ist das Buch auch und bei einem Autoren wie Ken Hite (mal wieder) ist ohnehin nur Gutes zu erwarten. Wie wäre es zum Beispiel mit “14 Wrong Ways To Spell ‘Cthulhu’”?

arkham-detective-talesDer Name des Buches “Arkham Detective Tales” für das Rollenspiel “Trail of Cthulhu” ist irreführend, denn die vier Abenteuer spielen augenscheinlich alle in New York City. Im Gegensatz zum großartigen “Stunning Eldritch Tales” enthält der Abenteuerband vier Abenteuer im “purist”-Stil, also weniger Pulp und mehr hirnerweichendes Grauen. Dass die New Yorker Polizei nicht völlig blind gegenüber den seltsamen Ereignissen ist, die teilweise in NYC geschehen, ist ein schöner Kontrast zum üblichen: “Oh mein Gott, hiervon darf niemals jemand etwas erfahren!”. Ich bin schon sehr gespannt.

Die zweite Neuheit für “Trail of Cthulhu” ist “Rough Magicks” von Ken Hite, rough-magicksein dünnes Heft mit großartigem Cover, dass sich, wie der Name schon andeutet, mit lovecraftscher Magie beschäftigt. Es gibt mehrere widersprüchliche Erklärungen, was Cthulhu-Magie ist, neue Regeln, neue Zauber und Hinweise, wie man Mythos-Magie ins Detektivspiel einbaut und Charaktere entsprechende Hinweise deuten können. Ich will schon lange mal ein Abenteuer schreiben, in dem ein Zauberspruch mehr ist als ein Werkzeug des Bösewichts und hoffe, dass mir der Band dabei helfen kann.

Wahrlich nicht neu, ja noch nicht einmal mehr über den normalen Buchhandel zu bekommen ist der Roman “Abwärts” von Nick Mamata. Ein Schriftsteller der 60er Jahre sieht R’lyeh aufsteigen und bereist daraufhin mit seinen Kumpels (unter anderem William S. Burroughs) Amerika, um dem Cthulhukult entgegenzutreten. Rock’nRoll, Drogen und Cthulhu. Über eine Amazonkritik zum Roman stieß ich außerdem auf “Kult” von Ljubko Deresch, ein weiteres Mythoswerk, das ich mir wahrscheinlich irgendwann einmal zulege.

Auch recht neu ist das Abenteuer “After Lovecraft: The Cold Case of Rob Suydam”. Bisher ist es nur als PDF-Datei erhältlich. Es ist kleinformatig (ich tippe auf amerik. Comic-Größe oder ca. DIN A5), hat 78 Seiten und ist das vierte Abenteuer von Super Genius Games und das erste in einer neuen Reihe. “After Lovecraft” heißt die Reihe, weil die Abenteuer nach einer Geschichte von HPL spielen und diese Geschichte sogar als Handout verwendet werden soll. “The Cold Case” spielt nach der Story “Das Grauen von Red Hook”. Die Idee finde ich interessant, aber ich bin skeptisch, was der Fortsetzungsgedanke am Spieltisch bringen soll. Das könnte daran liegen, dass keine meiner Gruppen je Leute enthielt, die große Kenner von Lovecrafts Literatur waren und deshalb dem Aufgreifen von Themen, Orten und Personen nur wenig abgewinnen könnten, aber selbst wenn ich den Wiedererkennungswert einbeziehe, kann ich nur wenig Mehrwert für das Spiel entdecken. Ich grübele noch, ob ich mir das Abenteuer kaufe oder nicht.

Noch nicht erschienen, aber der Ankündigung nach höchst interessant ist “The Armitage Files” wieder einmal für “Trail of Cthulhu”. Ein paar hübsch gestaltete Handouts mit Tagebucheinträgen des berühmten Professors der Miskatonic University schicken die Charaktere auf eine längere Kampagne. Die Geschichte soll Improvisation ins Detektivrollenspiel bringen und wird gerade spielgetestet. Eine faszinierende Idee von Autor Robin Laws.

Und wenn ich schon dabei bin, will ich auch noch kurz über die neuen Ctulhu-Veröffentlichungen aus dem Hause Pegasus berichten. Die Abenteuersammlung “Grauen in Arkham”, die den Quellenband “Arkham” begleiten soll, ist zwar für September angekündigt gewesen, aber bisher noch nicht erschienen. Ich vermute, dass wir bis zur Messe warten müssen. Acht Abenteuer in “Lovecraft Country” – man darf gespannt sein.

Wenn das “Grauen” erst zur Messe kommt und alle anderen Ankündigungen wirklich erscheinen, wird es eine wahrhaft cthuloide Messe, denn noch drei weitere Bücher sollen dort die Regalböden durchbiegen. “Cthulhu Mittelalter” wurde völlig neu geschrieben und hat nichts mehr mit dem alten Band “Cthulhu 1000 AD” zu tun. Das gesamte Mittelalter wird behandelt (nicht nur das Jahr 1000); das Buch ist dick und ein Hardcover. Ich weiß nicht, ob ich Cthulhu im Mittelalter wirklich toll finde, besonders weil ich davon ausgehe, dass das Buch eher ein Geschichtsbuch als ein Rollenspielprodukt werden wird, aber die Cthulhu-Redaktion hat mich schon häufig überrascht und kaufen werde ich es mir natürlich so oder so.

Dritter dicker Band wird “Nocturnum – Lange Schatten”, der erste von drei Teilen einer langen Cthulhu-Now-Kampagne von der Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller schwärmt, seit er sie das erste Mal auf englisch las. Ich mag “Cthulhu Now” und da am Verkauf dieser Kampagne festgemacht wird, ob die Reihe weiterverfolgt wird oder nicht, werde ich mir auch dieses Buch natürlich zulegen. (Als ob ich dafür eine Ausrede bräuchte …)

Als letztes wäre da noch die neuste Ausgabe der “Cthuloiden Welten”, die man auch nicht vergessen darf.

Insgesamt versprechen es wirklich sehr cthuloide Wochen für mich zu werden.

Con-Bericht: Cthulhu-Con 2009

Ein weiterer Cthulhu-Con ist vergangen und wieder einmal haben eine Menge Leute ein Wochenende lang viel Spaß gehabt. Ungefähr 110 Spieler und Spielerinnen waren da, die Burg war also fast voll.

Auf der Hinfahrt wollte sich der Spaß allerdings noch nicht so recht einstellen, als ich bei sintflutartigem Regen viel später als gehofft über die Autobahn dahinschlich. Nach Kassel wurde das Wetter aber besser und es war wieder ein Erlebnis durch die engen Straßen des Spessart zu fahren, durch verwinkelte Dörfer und dunkle Wälder – bei trübem Wetter eine perfekte Einstimmung für ein Wochenende voller Grusel.

Als ich müde und mit großer Vorfreude auf ein Bier den Burghof betrat, war die Veranstaltung natürlich schon in vollem Gange. Die Anmeldung lief trotzdem problemlos. Bevor ich zu meinem Zimmer gehen konnte, rief mir Daniel vom Cthulhu-Blog über den Hof zu, dass seine Runde bereits laufen würde. Da ich im Vorfeld gebeten hatte, mitmachen zu dürfen, freute ich mich, dass er mich nicht vergessen hatte und beeilte mich, um zur Runde zu kommen, die bereits in vollem Gange war. Vorher holte ich mir aber noch ein wenig der Abendbrotreste, die zum Glück noch nicht abgeräumt worden waren.

Die Runde war ausgesprochen lustig. Wir spielten sechs Mafiosi, die sich mit einem seltsamen Mord an zwei “Kollegen” konfrontiert sehen und einem Boss (in grandioser Paten-Manier von Daniel gespielt), der das Problem schnell und zur Not auch blutig beendet haben wollte. Das Szenario stammt aus einem der Blood-Brothers-Bände und endete in einem brennenden, mit Leichen gepflasterten Hotel-Penthouse. Ein Heidenspaß, von dem ich hoffe, dass er die einzige Spielerin am Tisch, die mit diesem Macho-Blutrausch ihren Einstieg ins Rollenspiel hatte, nicht ein für alle Mal abgeschreckt hat.

Der Tag endete mit Bier im urgemütlichen Gewölbekeller und wie üblich war ich viel zu spät im Bett – so spät sogar, dass ich am nächsten Tag nicht mitbekam, wie die anderen im Zimmer aufstanden und fast das Frühstück verpennte.

Den Samstagnachmittag hielt ich mir frei, stromerte hier und da herum und unterhielt mich mit möglichst vielen verschiedenen Leuten. Einen Teil der Zeit verbrachte ich beim reich bepackten Pegasus-Stand. Das interessanteste Buch dürfte wohl die aktuelle Cthulhu-Neuerscheinung gewesen sein. “Arkham” ist ein dickes Buch mit großartigem Cover über die “Hexenstadt am Miskatonic”. In aller Ausführlichkeit wird nicht nur die Stadt, sondern auch die Miskatonic University beschrieben, letztere nimmt sogar den weit größeren Teil des Buches ein. Es liegt eine große Karte bei, eine Haus-für-Haus-Auflistung beschreibt Bewohner und verbreitet Stimmung und viel Hintergrund sorgt für ein stimmungsvolles “Erleben” der wichtigsten Ortschaft des Cthulhu-Mythos.

Obwohl ich bisher kaum ins Buch schauen konnte, kann ich trotzdem eine dicke Empfehlung für den Band aussprechen. Er ist eine Kombination aus dem beiden Chaosium-Bänden “H. P. Lovecraft’s Arkham” und “Miskatonic University”, die ich beide kenne. Gerade letzterer ist ein großer Lesespaß, der Stimmung und Information hervorragend kombiniert. Abenteuer findet man aber keine. Diese wurden ausgelagert und erscheinen im kommenden Arkham-Abenteuerband. Ob man eine Stadt- bzw. Uni-Beschreibung wie “Arkham” im Cthulhu-Spiel überhaupt benötigt, ist ein Punkt, den ich gern mal allgemein diskutieren würde, aber Cthulhu-Bücher gingen schon immer um Details und Information, und wenn sie auch noch gut dargestellt werden und eine cthuloide Stimmung unterstützen, kann man damit eigentlich nicht viel falsch machen.

Im Nebenraum war noch ein großer Stand der Runequest-Gesellschaft, an dem man nicht nur “Runequest” und “Hero Quest”, sondern auch in Deutschland teilweise schwierig zu bekommende Cthulhu-Veröffentlichungen erstehen konnte. Besonders die Monographs dürften für einige interessant gewesen sein, aber auch im Bereich “Cthulhu Fiction” konnte man günstig einkaufen. Von den Miskatonic-University-Bleistiften und “Cthulhu for President”-Ansteckern wollen wir gar nicht sprechen. Ganz nebenbei konnte man sich am Stand ganz hervorragend unterhalten.

Nach einem gemütlichen Nachmittag und leckerem Abendessen leitete ich “Girnwood Manor” aus der “Cthuloiden Welten 15″. Wie so häufig hatte meine Zeitplanung eher mit Wunschdenken als mit einem echten Plan zu tun und so mussten wir mitten im Abenteuer aufhören, als um Mitternacht das Tablequiz losging. Spaß hatten, glaube ich, trotzdem alle.

Das Tablequiz war auch wieder sehr gelungen. 24 schwierige Fragen über den Mythos, das Cthulhu-Rollenspiel und Lovecraft selbst. Ich weiß jetzt, wo der blaue Monolith steht und wie viele Seiten das aktuelle Spielleiterhandbuch hat.

Auch diese Nacht war viel zu kurz. Am Sonntag wurde müde aufgeräumt und nach einer weiteren leckeren Mahlzeit verabschiedete man sich und fuhr in alle Himmelsrichtungen davon.

Wenn das Wochenende einen Fehler hatte, dann nur den, dass es zu schnell vorbei war. Ich selbst hatte zwei sehr schöne Runden und habe auch nur von einer Runde gehört, die schlecht lief (für einen Con keine schlechte Ausbeute). Die Kulisse von Burg Rieneck ist ein wahrgewordener cthuloider Traum und Orga und Essen waren hervorragend. Nächstes Mal bin ich jedenfalls wieder dabei.

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.