Einige Seiten des Buches Eibon

29. November 2008

Osric2 zum Runterladen

Gespeichert unter: freie Rollenspiele — amel @ 20:06

Moritz ist mir (natürlich) zuvorgekommen, aber auch ich beobachte schon lange voller Spannung, wann Osric2 erscheint. Heute war es dann soweit.

Guckt hier und findet eine gut organisierte, hübsche und nach allem, was ich höre, auch sonst hervorragende Version von AD&D 1E als Retro-Klon. 402 Seiten, ausfüllbarer PDF-Charakterbogen, verlinktes Inhaltsverzeichnis, haufenweise old-schoolige Zeichnungen und alle Monster und Schätze, die man braucht. Komplett spielbar – und ganz viel Grün. Meine Liste mit Nostalgie-Rollenspielen habe ich auch schon erweitert.

Außerdem ist zu vermelden, dass sich auch die „White Box Edition“ von Swords and Sorcery der Fertigstellung nähert. S&S ist ein Retro-Klon von der 1974er Version von D&D. Die bisher schon erschienenen „Core Rules“ beinhalten bereits diverse Zusatzregeln aus verschiedenen Quellenbüchern von „D&D 0E“, die „White Box Edition“ wird aber ohne diese Zusatzregeln geliefert, d. h. alle Waffen machen 1W6 Schaden und Monster haben generell genau einen Angriff – um nur zwei wichtige Änderungen zu nennen. Für mich wird die weiße Box deshalb besonders interessant, denn die „Core Rules“ ähneln zu sehr dem großartigen und schon lange erhältlichen „Labyrinth Lords“.

28. November 2008

Microlite20 zum Download

Gespeichert unter: freie Rollenspiele — amel @ 11:12

Nachdem es hier im November recht ruhig war, habe ich kurz vor Dezember noch ein kleines Schmankerl: M20 als PDF.

Auf der diesjährigen RPC wurde ein Heftchen verteilt, das in Rollenspielerkreisen viel Aufmerksamkeit erregte: Die deutscher Übersetzung des Mini-Rollenspiels „Microlite20″. Das Heft war gleichzeitig Werbung für ein Anime und wurde von Dirk Remmecke erstellt und verteilt.

Um den Regeltext zu zitieren:

M20 [ist], eine gekürzte Miniaturfassung des erfolgreichsten „Open Gaming“-Rollenspiels der Welt (siehe Lizenztext). Microlite20 ist ein einfaches Regelwerk, das mit allen Inhalten des OGL SRD (Open Gaming License System Reference Document) kombiniert werden kann.

Der angebotene Download ist ein schmuckloses PDF, das auch denjenigen die Möglichkeit eröffnen soll, das geniale kleine Spiel kennenzulernen, die das Heft auf der RPC verpasst haben. Leider konnte ich aus rechtlichen Gründen weder den Charakterbogen noch die Karte integrieren.

21. November 2008

Geisterschiff – ein Abenteuer für Midgard

Gespeichert unter: Kurzschocker, News — amel @ 16:06

Im aktuellen Envoyer – wenn ich richtig deute, was die Vöglein so zwitschern, ist es der letzte im üblichen Format, ab Dezember wird er von der SpielXPress „geschluckt“ – ist das Abenteuer „Geisterschiff“ zu finden.

Die in Seenot geratenen Charaktere werden von einem Schiff aufgenommen. Sie werden freundlich behandelt, wenn sie ein wenig für ihre Mitreise arbeiten – und sie begegnen bald dem namensgebenden Geisterschiff.

Es handelt sich bei dem Abenteuer um Kurzschocker Nr. 8 oder 9, und es wird demnächst (was immer das in Anbetracht der stressigen Jahreszeit heißen mag) bei uns zum Download angeboten werden. Die grandiose Karte ist von Chris Schlicht, bei dem ich an dieser Stelle dafür danken möchte. Dank geht auch an André Wiesler, der nicht locker ließ, bis das Abenteuer endlich eine brauchbare Form hatte, und an Jörn Schridde, der uns die Spielwerte zur Verfügung stellte.

Noch nie fiel mir der Weg von der ersten Idee bis zum spielbaren Abenteuer so schwer wie beim „Geisterschiff“ und ich bin froh, es endlich gedruckt zu sehen.

20. November 2008

Timos 365 Zombies

Gespeichert unter: News — amel @ 10:25

Eigentlich hat es Dominik gefunden, aber ich als alter Zombie-Fan muss es einfach wiederholen. Timo Grubing will ein Jahr lang jeden Tag ein Zombiebild in seinen Blog stellen. Bisher ist er bei Tag 21. Ich bezweifle, dass er es wirklich durchhält – ist ja doch eine Menge Arbeit – aber egal: Eine erstaunliche Menge Zombies wird es auf jeden Fall werden. Wer die grafische Gestaltung von Ratten! kennt, weiß, dass Timo wirklich was drauf hat – ein weiterer Grund, sich die Zombies anzugucken.

Und hier ist er, der Blog Of The Living Dead.

15. November 2008

Rezension: Erdenstern – Elyrion

Gespeichert unter: Rezensionen — amel @ 03:33

elyrion-soundtrack[Soundtrack von Andreas Petersen, Eva-Maria Irek und Per Dittmann, Prometheus Games, Laufzeit: 74:32, € 14,99]

Inzwischen hat man bestimmte Erwartungen, wenn man den Namen „Erdenstern“ hört. Mit seiner Reihe „Into the …“-Soundtracks hat das Trio für fast jede Situation die richtige Hintergrundmusik für Rollenspielabende (oder ruhige Lesestunden) geschaffen. „Into the Blue“ bedient beispielsweise die Themen Seefahrt und Abenteuer, „Into the Red“ versieht Kriege und Kämpfe mit der passenden Geräuschkulisse und mit „Into the Dark“ kann man seinen Spielern das Gruseln lehren.

Erdenstern benutzt ein elektronisches Synphonieorchester, um klassische, speziell auf die Bedürfnisse der Rollenspieler zugeschnittene Soundtrack-Musik zu erschaffen: Die meisten Stücke lassen sich „loopen“, jede zum Thema passende Stimmung wird angesprochen und auf hervorstechende, aus dem Gesamtklang herausfallende Instrumente oder Melodien wird verzichtet, damit sich die Musik nicht in der Vordergrund drängt. Die Titel werden mit jeweils drei Adjektiven beschrieben (z. B. „dynamisch, heroisch, mächtig“), um die Orientierung zu erleichtern, und in der Original-„Into the …“-Reihe stehen im Booklet sogar Kombinationsvorschläge von Stücken, die zusammen eine bestimmte Geschichte erzählen.

Mit „Elyrion – Ruf der Titanen“ hat sich Erdenstern das erste Mal auf neue Wege begeben und einen Soundtrack für ein bestimmtes Rollenspiel produziert. Schon die Hülle ist anders. Statt Plastik bekommen wir ein Digipak aus Pappe. Durch eine Art zweigeteiltes Bullauge sehen wir die Themen von „Elyrion“ in Bildform: im oberen Teil des Auges weiße Engelsflügel und im unteren düstere Technik und Hochhäuser. Das in Holzoptik gestaltete Booklet erzählt von der Entwicklung des Prometheus-Verlages seit Erscheinen von „Elyrion“ und gibt zu jedem Titel einen kleinen Text mit Bildern, die das Erdenstern-Trio mit der Musik erzeugen wollen. Hier finden wir auch wieder je drei Adjektive zu jedem Stück.

Musikalisch gibt es die ganze Palette an Gefühlen. Da wären zum Beispiel die ersten beiden Titel „Der Kontinent Audakia“ und „Zwischen Finsternis und Licht“, die CD und Rollenspiel thematisch einleiten und die Titelmelodien im Vorspann eines Films sein könnten. „Die Schänke“ ist verspielt und eigenartig und „Handel und Wandel“ versprüht Exotik und gibt uns das Gefühl fremde Völker vor uns zu haben. Doch in der Welt von „Elyrion“ ist nicht alles erhaben und schön: Die Dunkelheit mischt sich ein, „Krieger aus Stahl“ wandern in die friedliche Welt und „Die Schwarze Fäule“ dringt unaufhaltsam ins Inland vor.

Die synphonischen Klänge und angenehmen Melodien, die der Erdenstern-Fan bei den anderen CDs zu schätzen wusste, findet er auch hier wieder. Dennoch halten auch „Elyrion“-typische Merkmale Einzug. Da wären zum Beispiel die mechanischen Elektrotöne, die sich wie einer Industrial-CD entlaufen, vereinzelt zwischen die Melodien schleichen und der Tatsache Rechnung getragen, dass „Elyrion“ ein episches Steam-Fantasy-Rollenspiel ist. Auch die Epik hört man heraus. Wer einmal zählt, wie häufig Adjektive wie „mächtig“, „heroisch“ oder „gewaltig“ in den Beschreibungen auftauchen, kann sich eine grobe Vorstellung davon machen. Das Bombastische kann aber auch manchmal etwas nerven, denn diese Art Melodien drängen sich mehr in den Vordergrund als ruhigere Töne.

Erdenstern-Fans kommen mit dem „Elyrion“-Soundtrack voll auf ihre Kosten und Neueinsteiger erhalten eine CD, die die meisten Themen eines Fantasyspiels abdeckt. Nicht nur „Elyrion“ kann damit vertont werden, auch jedes andere epische Fantasy-Rollenspiel. „Exalted“ wäre damit genauso gut bedient wie „Der Herr der Ringe“ oder eine groß angelegte „Forgotten Realms“-Kampagne.

11. November 2008

Supplement V – Carcosa (und Cthulhu abseits)

Gespeichert unter: Cthulhu abseits — amel @ 03:33

Als ich das erste Mal über eine eigene Webseite nachdachte, fragte ich mich, was ich damit machen will. Es sollte etwas sein, das nicht schon 1000mal dagewesen war. Ich war schon damals Cthulhu-Fan, also wurde „Cthulhu abseits“ geboren, eine Webseite, die sich mit Settings und Regeln für Cthulhu abseits der altbekannten Wege beschäftigt. Diese Idee ist immer noch in den Kategorien und in der Seite Cthulhu-Settings hier im Blog zu finden.

Nachdem „Trail of Cthulhu“ erschienen ist und Chaosium so viele Lizenzen für Cthulhu vergeben hat, stellt sich die Frage, wie sinnvoll eine Unterseite mit diesem Thema noch ist. Kann ich wirklich auch nur halbwegs auf dem Laufenenden bleiben bei den Massen an Material die ständig erscheinen? Ich werde es noch eine Weile versuchen, aber über kurz oder lang werde ich mein ursprüngliches Ziel wohl überdenken müssen. Ich habe nie behauptet, meine Listen wären komplett, aber wenn nur noch ein kleiner Bruchteil aufgeführt werden kann, macht sie einfach keinen Sinn mehr.

Auslöser für diese Gedanken ist das mir gerade vorliegende Quellenbüchlein „Carcosa“.

„Supplement V – Carcosa“ ist ein Quellenbuch für das 1974er D&D, also für Regeln, in denen alle Monster genau einen Angriff hatten, der immer 1W6 Schaden verursachte – genau wie alle Waffen. Es beschreibt eine Fantasywelt, in der die Großen Alten und all die anderen Mythosrassen präsent sind. Der „Sorcerer“ ist neben dem „Fighting Man“ die einzige Charakterklasse. Er kann Mythosmagie anwenden, auch wenn die Zauber erst während der Abenteuer gefunden werden müssen, meist blutige Opfer erfordern und manchmal besondere Materialien benötigen, die auch erst erkämpft werden müssen. In einem weiteren Kapitel werden magische Gegenstände und viele Monster beschrieben, alles sehr cthuloid und besonders die Gegenstände sind gut für Abenteuer zu gebrauchen. Den letzten Teil des 96-seitigen Buches (A5) nimmt die Beschreibung eines Teils des Planeten Carcosa ein. Eine handgezeichnete Hex-Karte (sehr einfach gehalten) wird mitgeliefert und jedes einzelne Hex mit einem kleinen Eintrag versehen (von kurzen Beschreibungen wie: „Begegnung mit Monster X“ bis hin zu längeren Begegnungen). Ein schönes kleines Büchlein, das die Stimmung der alten D&D-Bücher gut nachahmt und für Cthulhu-Fans und Freunde dunkler Fantasywelten ein echter Lesespaß ist.

Das mir vorliegende Heft ist übrigens die „expurgated“ Version des Quellenbuchs. Die Originalversion beschreibt im Detail, wie die Rituale durchgeführt werden müssen – so blutig und abstoßend, dass ein Aufschrei durch die amerikanische Old-School-Fangemeinde ging. In der „expurgated“, also entschärften, Version sind diese Beschreibungen nicht mehr enthalten.

7. November 2008

Pyramid Online zu Ende – und Neuanfang

Gespeichert unter: News — amel @ 16:16

Pyramid Online ist das Online-Haus-Magazin von Steve Jackson Games. Einmal die Woche gab es bis heute mehrere Artikel als HTML für gerade mal $ 20 im Jahr – ein echtes Schnäppchen.

$ 20 war aber offenbar zu billig. Jedenfalls sind die Abo-Zahlen heruntergegangen und der Verlag verdient endgültig nicht mehr genug, um die Autoren und anderen Mitarbeiter zu bezahlen. Vor GURPS 4E gab es auch noch die meisten GURPS-Bücher vorab als Playtest-Files (HTML-Seiten ohne Layout), doch leider wurde das eingestellt. Meine Theorie ist, dass dieser Schritt ein wichtiger Grund für die sinkenden Abo-Zahlen ist – doch das bleibt natürlich eine Theorie.

Pyramid Online in seiner jetzigen Inkarnation wird daher eingestellt. Stattdessen erscheint monatlich ein PDF-Magazin von einer ungefähren Länge von vier Wochen-Ausgaben. Preis: jeweils $ 7,95! Jetzige Abonnenten – egal wie lange das Abo noch läuft – werden umgestellt und erhalten die nächsten sechs Ausgaben automatisch, wenn sie nicht vorher kündigen (dann wird ein entsprechender Teil der letzten $ 20 ausgezahlt). Das widerum ist recht großzügig.

Bevor jetzt alle losrennen und sich alte Artikel aus dem Archiv herunterladen, wurde das komplette Archiv in ZIP-Dateien zur Verfügung gestellt (jeweils eine pro Jahr), wenn auch leider ohne Bilder und vor allem ohne Inhaltsverzeichnis. Letztere kann man aber hier separat speichern.

Ich bin enttäuscht, denn gerade das wöchentliche Erscheinen des Magazins hat mir gefallen. Aber ich habe ja 6 Ausgaben, um mich überzeugen zu lassen, die Preissteigerung auf fast $ 100 im Jahr in Kauf zu nehmen.

Update: Die ZIP-Archive stehen nicht mehr zur Verfügung. Ich habe die Bilder von zwei Jahren (die Texte der Artikel habe ich zum Glück) und eine komplette Reihe an Comics nicht mehr herunterladen können, weil kaputte Files online standen. Schade, aber kein Weltuntergang. Die Ära Pyramid Online ist jedenfalls vorbei – auch wenn mir die erste Ausgabe des PDF-Zines recht gut gefällt.

Dominion Rules – Fantasy-Regeln umsonst

Gespeichert unter: freie Rollenspiele — amel @ 15:33

Ich bin damals mit der ersten Edition eingestiegen. Es gab sogar noch ein Setting zu dieser Zeit, das jedoch bald zugunsten des Regeldesigns aufgegeben wurde. Dann kam die zweite Edition und schließlich nichts mehr. Ich dachte das System wäre tot. Doch jetzt bin ich von zwei verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht worden, dass es wieder existiert.

„Dominion Rules“ ist eine PDF-Datei in schlichtem Layout mit großartigen Zeichnungen. Auf 301 Seite bekommt man übersichtliche Rollenspielregeln (3. Edition) für ein Fantasy- oder Mittelalterspiel. Als Würfel wird der W12 verwendet – eine eigenartige Wahl, die aber irgendwo im Regelwerk begründet wird. Ein tolles Spiel.

6. November 2008

Rezension: Ratten!! – Das Rattenkompendium

Gespeichert unter: Rezensionen — amel @ 03:33

ratten2[Quellenbuch, Projekt Kopfkino und Prometheus Games, Sprache: Deutsch, Softcover/PDF, 70 Seiten DIN A5, € 12,00 (Softcover)/umsonst (PDF)]

„Ratten!“, ein Rollenspiel, in dem man vermenschlichte Ratten spielt, die in einem leeren Kaufhaus um ihr Überleben kämpfen, war ein kleiner Überraschungserfolg. Zur diesjährigen RPC im April veröffentlichte Prometheus das zunächst als unkommerzielles Projekt angelegte Spiel und nur ein halbes Jahr später erschien nun das erste Quellenbuch mit dem Titel „Ratten!!“ (um es abzuheben, werde ich es ab sofort „Ratten2“ nennen).

„Ratten2“ ist zum großen Teil ein typisches „Kompendium“. Man findet darin ein Sammelsurium an neuen Ideen, die man vielleicht (vielleicht auch nicht) im Grundregelwerk vermisst hat. Andere Verlage nennen so etwas manchmal Spielleiterhandbuch. Ich persönlich bin eigentlich kein großer Fan solcher Kompendien, denn seit ich in ein Alter gekommen bin, in dem ich neue Rollenspiele meist nur noch kurz anspielen kann (wenn überhaupt), konzentriere ich mich lieber auf die Informationen, die im Grundregelwerk stehen. Zusätzliche Fertigkeiten oder Zaubersprüche sind eher etwas für das Langzeitspiel. „Ratten2“ bietet aber glücklicherweise aber mehr als nur Regelergänzungen.

Hinter dem großartig gestalteten Buchdeckel findet man zunächst wirklich die erwarteten Erweiterungen, angefangen mit drei neuen Rotten. Wer Raufbolde, „unzivilisierte“ Ratten oder Geheimnisträger vermisst hat, kann hier die Lücken schließen. Darauf folgen neue Gegner wie das Vielauge (Spinne) oder der Uralte Knackkiefer, eine Schnappschildkröte, die im Wasser des feuchten Kellers der Rattenburg wohnt. Um dem Spielleiter noch mehr Gefahren für die Ratten in die Hand zu geben, schließen sich Monstertricks an (besondere Fertigkeiten für Gegner, wie „Gift“ oder „Verdammt groß“) und eine kurze Liste mit Krankheiten und Giften, die den Ratten das Leben schwer machen können. Die darauf folgenden Regeloptionen sind mit nur einer Seite Text erfreulich kurz und dienen ausnahmslos dazu, das Rattenleben gefährlicher zu machen. Die Ideen hinter den darauf folgenden Sagen und Mythen sind zwar durch die anderen Beschreibungen teilweise schon bekannt, aber dennoch nett zu lesen. Geschichten sagen ja bekanntlich viel über die Gesellschaft aus, die sie erzählt. Das Spielleiterkapitel ist hingegen recht dürftig, denn hier werden hauptsächlich Grundlagen der Spielleitung erklärt, die entweder ins Grundregelwerk gehören oder nirgendwohin.

In der zweiten Hälfte des Buches findet man ein langes Abenteuer und ein neues Setting. Das Abenteuer „Feindschaft geht durch den Magen“ führt die Charaktere auf der Suche nach einigen verschwundenen Ratten in ihnen unbekannte Bereiche der Rattenburg. Sie müssen sich an Wachen vorbeimogeln, Leute verfolgen und aushorchen, Gänge erforschen und natürlich ihre Haut verteidigen. Die Handlung ist für einen Anfänger etwas lückenhaft, ein erfahrener Spielleiter, der gekaufte Abenteuer ohnehin an seine Gruppe anpasst, hat aber alles bei der Hand, um ein bis zwei spannende Spielabende zu füllen.

Das Highlight haben sich die Macher für den Schluss aufgehoben. Optisch durch ein anderes Layout (das mir sogar besser gefällt als das originale) vom Rest des Buches abgetrennt, folgt ein neues Setting: „Ratten! im Weltraum“. Eine von Menschen verlassene aber immer noch von vielen Viechern bevölkerte Raumstation auf dem Ganymed bildet die Heimat der Ratten. Hier kann sich der Spielleiter ganz nach Lust und Laune mit Science-Fiction-Gerätschaften, ihren Käfigen entflohenen Rhesusaffen (entschuldigung: Kreischern) und Baumtrommler Kong (ein Schimpanse) austoben. Die Karten sind hübsch, genau wie der Charakterbogen, der sich nur leider schlecht drucken lässt. Großartig sind auch die Tabellen mit Mutationen. Die zwanzig Seiten lassen viel Platz für Ergänzungen durch den Spielleiter – das ist in einem kleinen „Pocket RPG“ aber eher ein „Feature“ als ein „Bug“. „Ratten! im Weltraum“ (oder anders ausgedrückt: „Gamma World“ für Ratten) ist eine wunderbare Ergänzung, die ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Die Illustrationen von Timo Grubing und Volker Konrad, von Dominik Dießlin gekonnt ins hübsche aber einfache Layout eingebunden, tragen auch im zweiten Ratten!-Buch dazu bei, dass man sich in der Haut der Nager gleich richtig zu Hause fühlt. Neben den ganzseitigen Zeichnungen sind es vor allem die Gerätschaften aus „Ratten! im Weltraum“ (komplett mit einem oder mehreren davon niedergemetzelten Pelztieren), die es mir angetan haben. Mit ein paar kleinen Patzern wie verrutschten Seitenzahlen und falschen Angaben in Inhaltsverzeichnis und Index, muss man allerdings leben können.

Wer nicht die „Ratte im Sack“ kaufen will, kann sich das Buch auf der Homepage des Projekts Kopfkino als PDF herunterladen (mit ausgebesserten Fehlern und zusammen mit den Grundregeln, Charakterbögen, Abenteuern, neuen Rotten und sogar Fotos von Ratten für den Charakterbogen).

Fazit: „Ratten‼“ bietet viele kleine Ergänzungen zum Grundregelwerk, die zusammen eine Art Spielleiterhandbuch ergeben. Das neue Setting „Ratten! im Weltraum“ ist es allein wert, sich das Buch anzuschaffen und auch das neue Abenteuer verspricht eine Menge Spielspaß.

5. November 2008

Shadowrun4 Einsteigerregeln herunterladen

Gespeichert unter: freie Rollenspiele — amel @ 15:33

Auf der Messe erschien ein Einsteigerregelwerk mit Abenteuer für Shadowrun4 als kleines Heftchen, das sich jeder beim Pegasusstand mitnehmen konnte. Nun ist es auch online verfügbar. Es besteht aus zwei Files (das Abenteuer ist getrennt) und ist leider ohne Cover, aber ansonsten voll funktionstüchtig.

Meine Liste mit Schnellstartregeln habe ich ergänzt

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