Jonathan Carroll: Das hölzerne Meer
Jonathan Caroll ist einer von diesen Autoren, die es scheinbar nie vom Geheimtipp zum Bestsellerautoren schaffen. Mein erstes Buch von ihm erstand ich vor der Mensa von einem Antiquatiatshändler, der Bücher auf langen Tapeziertischen aus Bananenkisten verkaufte. Ich nahm es mit in die Uni und blätterte kurz darin herum, wie ich es häufig mit neuen Bücher tue. Aus irgendeinem Grund fing an zu lesen. Normalerweise lese ich höchstens eine halbe Seite, erinnere mich dann daran, dass ich noch etwas anderes zu tun habe und lege das Buch weg. Nicht so bei “Ein Kind am Himmel” (Suhrkamp, 1992). Erst nach 20 oder 25 Seiten legte ich das Buch beiseite, nahm es aber zu Hause sofort wieder zur Hand und las es in nur wenigen Tagen zu Ende.
In “Das hölzerne Meer” (Eichborn, 2003, 306 Seiten) stirbt ein alter, dreibeiniger Hund im Büro von Polizeichef Frannie McCabe. Er bringt ihn zum Fluss und begräbt ihn, doch am nächsten Tag liegt er nach Blumen duftend wieder im Kofferraum von McCabes Auto. Der Hund, der nicht begraben bleiben will, ist aber noch lange nicht das Absonderlichste, das McCabe die nächste Zeit widerfährt. (mehr…)
Ausgabe 4